Dienstag, 24. Februar 2026

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Starker Partner für Familien:

Der Bunte Kreis an der DRK-Kinderklinik Siegen

Der Bunte Kreis an der DRK-Kinderklinik Siegen ist seit vielen Jahren eine verlässliche Anlaufstelle für Familien mit schwer oder chronisch kranken Kindern. Als Mitglied im Bundesverband Bunter Kreis e.V. gehört die Siegener Einrichtung zu insgesamt 96 aktiven Standorten bundesweit – und zählt mit mehr als 200 betreuten Patientinnen und Patienten pro Jahr zu den acht größten Einrichtungen in Deutschland.

„Im Jahr 2012 starteten wir mit den ersten Familien. Seitdem haben wir insgesamt 2126 Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige begleitet“, erzählt Birgit Schlechtingen. Als Leitung der Sozialmedizinischen Nachsorge, des Bunten Kreises sowie des Sozialen Dienstes arbeitet sie seit Jahren in der DRK-Kinderklinik Siegen und weiß, wovon sie spricht. „Ziel der Arbeit ist es, einen sanften Übergang von der stationären in die ambulante Versorgung zu ermöglichen und Familien im oftmals unübersichtlichen Gesundheitssystem-Dschungel zu unterstützen.“ Die Zahlen verdeutlichen den Umfang dieser Arbeit: Rund 34.500 Stunden hat das Team bislang für Familien geleistet. Für Hausbesuche, Beratungsgespräche und Vernetzungstermine wurden etwa 420.000 Kilometer zurückgelegt. Dank großzügiger Spenden konnten in diesem Jahr zwei neue Fahrzeuge angeschafft werden, um die Fahrten zu den Familien weiterhin zuverlässig gewährleisten zu können.

Das multiprofessionelle Team des Bunten Kreises Siegen besteht aus einer Leitung und Case Managerin, einer weiteren Case Managerin, vier Nachsorgeschwestern, drei Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, einer Diabetesberaterin, einer Psychologin sowie Kinderärzten. Gemeinsam begleiten sie Familien individuell und bedarfsgerecht. „Die enge Zusammenarbeit mit allen Stationen und Abteilungen der DRK-Kinderklinik Siegen ist dabei ein zentraler Baustein“, meint Birgit Schlechtingen. „Darüber hinaus übernimmt der Bunte Kreis auch Patienten aus anderen Kliniken, sofern diese im hiesigen Einzugsgebiet wohnen. Umgekehrt werden Familien, die aus anderen Regionen stammen, an wohnortnahe Bunte Kreise vermittelt. Die standortübergreifende Vernetzung stellt sicher, dass jede Familie bestmöglich betreut wird.“

Qualitätssicherung hat einen hohen Stellenwert: Jährlich wird ein umfassender Qualitätsbericht erstellt, alle drei Jahre erfolgt eine Auditierung durch den Bundesverband. Zudem bestehen Verträge mit den gesetzlichen Krankenkassen, die die strukturierte Nachsorge regeln. Zwei Mitarbeitende nehmen jährlich an der Mitgliederversammlung und Fachtagungen teil. Der fachliche Austausch, die gemeinsame Weiterentwicklung von Standards sowie die Netzwerkarbeit innerhalb des Bundesverbandes stärken die Qualität der Arbeit vor Ort. Auch mit den umliegenden Bunten Kreisen arbeitet das Team eng zusammen.

Die Versorgungslandschaft befindet sich im Wandel: Immer häufiger werden schwere Diagnosen ambulant gestellt, ohne dass ein längerer stationärer Aufenthalt erfolgt. Gerade in diesen Situationen besteht bei den betroffenen Familien ein großer Unterstützungsbedarf – etwa bei der Vernetzung mit Fachärzten, Therapeuten sowie Versorgern, bei sozialrechtlichen Fragen oder in Form entlastender Gespräche zur Krankheitsverarbeitung. Derzeit können diese Familien jedoch noch nicht durch den Bunten Kreis betreut werden, da die bestehenden Verträge mit den Krankenkassen an einen vorausgegangenen stationären Aufenthalt gebunden sind. Der Bundesverband Bunter Kreis steht hierzu im Gespräch mit den Krankenkassen, um künftig auch diesen Patienten sowie ihren Familien eine strukturierte Nachsorge ermöglichen zu können. „Wenn ein Kind schwer erkrankt, gerät das gesamte Familiensystem aus dem Gleichgewicht“, weiß Birgit Schlechtingen. „Der Bunte Kreis Siegen versteht sich als Wegbegleiter in dieser herausfordernden Zeit – mit fachlicher Kompetenz, menschlicher Nähe und einem starken Netzwerk im Hintergrund. Seit über einem Jahrzehnt trägt das Team dazu bei, dass Familien nach einem Klinikaufenthalt nicht allein gelassen werden, sondern gestärkt und gut begleitet in ihren Alltag zurückfinden können.“

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