Donnerstag, 03. April 2025

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Psy­cho­so­zia­les Zen­trum ist ein Ort der Sicher­heit

Vie­le Migran­ten haben in ihrem Hei­mat­land und auf der Flucht Schreck­li­ches erlebt, wie Krieg, Ver­trei­bung, Fol­ter, Ver­ge­wal­ti­gung und ande­re For­men von Gewalt. Unter ihnen sind ehe­ma­li­ge Kin­der­sol­da­ten, die in ihrer Kind­heit und Jugend schwe­re Schick­sa­le erlit­ten haben. Die­se Erleb­nis­se blei­ben auch dann nicht zurück, wenn sie in Deutsch­land eine vor­läu­fi­ge neue Hei­mat gefun­den haben und in Sicher­heit sind.

Im Psy­cho­so­zia­len Zen­trum für Geflüch­te­te (PSZ) der Dia­ko­nie im Ev. Kir­chen­kreis Lüden­scheid­Plet­ten­berg küm­mert sich ein fünf­köp­fi­ges Team um die sozia­len und recht­li­chen Belan­ge sowie die psy­chi­sche Gesund­heit geflüch­te­ter Men­schen. Es ermög­licht den Kli­en­tin­nen und Kli­en­ten posi­tiv in die Zukunft zu bli­cken und wie­der kom­pe­ten­ter in der Bewäl­ti­gung ihres All­tags zu wer­den. „Das PSZ möch­te den Kli­en­tin­nen und Kli­en­ten einen Ort der Sicher­heit bie­ten, an dem sie ihre oft ver­letz­te Wür­de wie­der­fin­den kön­nen und bei Bedarf auch län­ger­fris­ti­ge Hil­fe bekom­men kön­nen“, betont das Team.

„Aller­dings ist die finan­zi­el­le För­de­rung nicht gesi­chert“, beschreibt Ioan­nis Mavro­ido­pou­los die aktu­el­le Lage. Er ist Lei­ter des Fach­be­reichs Migra­ti­on und Inte­gra­ti­on der Dia­ko­nie und Lei­ter des PSZ. Die Stel­len müss­ten alle zwei Jah­re neu bewil­ligt wer­den. Plä­ne der Bun­des­re­gie­rung bezüg­lich finan­zi­el­ler Kür­zun­gen beträ­fen zwar nicht direkt die Psy­cho­so­zia­len Zen­tren. Aus­wir­kun­gen auf die Arbeit sei­en den­noch zu befürch­ten.

„Wir hei­ßen hier Men­schen aus aller Welt will­kom­men, unab­hän­gig von ihrer Haut­far­be, Reli­gi­on oder Mut­ter­spra­che“, beschreibt der PSZ-Lei­ter die Grund­hal­tung des Teams. Vie­le die­ser Men­schen haben extrem belas­ten­de Erfah­run­gen erlit­ten. Sie füh­ren häu­fig zu Schlaf­stö­run­gen, Alb­träu­men und Ruhe­lo­sig­keit. Die Betrof­fe­nen lei­den unter
Kon­zen­tra­ti­ons­stö­run­gen und wer­den immer wie­der von schlim­men Erin­ne­run­gen über­flu­tet, so sehr sie sich auch bemü­hen, das Erleb­te bei­sei­te­zu­schie­ben oder es zu ver­ges­sen. Dar­aus resul­tie­ren oft auch Gefüh­le von Ver­zweif­lung, Hoff­nungs­lo­sig­keit und unkon­trol­lier­ba­rer Angst. Das macht es ihnen schwer, ihren All­tag zu bewäl­ti­gen.

Da die meis­ten Geflüch­te­ten auf­grund ihres unge­si­cher­ten Auf­ent­halts­sta­tus in Deutsch­land kei­nen Anspruch auf eine nor­ma­le Psy­cho­the­ra­pie haben, wird die­se Lücke im PSZ an der Fran­ken­stra­ße 1 in Lüden­scheid und in der Plet­ten­ber­ger Zweig­stel­le im Paul-Ger­hardt-Haus an der Bahn­hof­stra­ße geschlos­sen.

Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des PSZ arbei­ten mit ver­schie­de­nen metho­di­schen Ansät­zen. Dazu zäh­len unter ande­rem die Ver­mitt­lung von Ent­span­nungs­ver­fah­ren und Tech­ni­ken zur Selbst­re­gu­lie­rung. Wich­tig ist auch die Ver­net­zung von psy­cho­lo­gi­scher und sozia­ler Bera­tung. Sie ste­hen im PSZ eben­bür­tig neben­ein­an­der und gehen Hand in Hand.
Die Sozi­al­be­ra­tung trägt dazu bei, den Men­schen Sicher­heit zu geben. Sie wer­den über auf­ent­halts­recht­li­che Sach­ver­hal­te auf­ge­klärt. Gege­be­nen­falls wird gemein­sam nach einer Blei­be­per­spek­ti­ve gesucht. Dabei spie­len The­men wie Beschäf­ti­gung, Fami­li­en­nach­zug oder Sprach- und Inte­gra­ti­ons­kur­se eine Rol­le. Wenn es kei­ne Mög­lich­keit gibt, in Deutsch­land zu blei­ben, muss die Abschie­bung the­ma­ti­siert und auf die Aus­rei­se- und Per­spek­tiv­be­ra­tung ver­wie­sen wer­den. „Dann ist beson­de­res Fein­ge­fühl gefragt, da dann neue Ängs­te die Betrof­fe­nen belas­ten“, sagt Diplom-Psy­cho­lo­gin Daph­ne Rem­ke.

Der Ein­satz von Sprach­mitt­le­rin­nen und ‑mitt­lern spielt in den Bera­tungs­ge­sprä­chen eine wich­ti­ge Rol­le. Die­se Dol­met­sche­rin­nen und Dol­met­scher sind zum Teil schon seit vie­len Jah­ren für das PZS tätig. Sie sind sich ihrer Ver­ant­wor­tung bewusst, neu­tral, mög­lichst wort­ge­nau und ohne eige­ne Anmer­kun­gen zu über­set­zen. Gleich­zei­tig kön­nen sie oft Hin­wei­se zu kul­tu­rel­len Gepflo­gen­hei­ten in den Her­kunfts­län­dern der Betrof­fe­nen geben und arbei­ten so auch als
Kul­tur­mitt­le­rin­nen und ‑mitt­ler.

Das PSZ-Team:
Szil­via Witt­mann, Psy­cho­lo­gin (M.Sc.), Kli­ni­sche Geron­to­psy­cho­lo­gin (M.Sc.), Tele­fon: 0 23 51 / 39 08 09
Daph­ne Rem­ke, Diplom-Psy­cho­lo­gin, Tele­fon: 0 23 51 / 39 08 09
Lena Wilms, Psy­cho­lo­gie (B.Sc.), Tele­fon: 0 23 51- 39 08 86
Lum­ni­je Kras­ni­qi, Sozi­al­be­ra­te­rin, Tele­fon: 0 23 51 – 67 29 48
Dirk Ken­sche, Sozi­al­be­ra­ter, Tele­fon: 0 23 51 – 67 44 28

Öff­nungs­zei­ten:
Ter­mi­ne nach Ver­ein­ba­rung, tele­fo­ni­sche Sprech­stun­de: Diens­tag von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr, Tele­fon +49 (0) 23 51 / 43 20 93 7. Ter­mi­ne soll­ten vor­ab tele­fo­nisch ver­ein­bart wer­den.

Wer das PSZ bei sei­ner Arbeit unter­stüt­zen möch­te, kann das mit einer Geld­spen­de tun:
Spen­den­kon­to:
Ev. Kir­chen­kreis Lüden­scheid-Plet­ten­berg
DE22 3506 0190 2001 1936 11
KD-Bank
Stich­wort: „Spen­de für das PSZ“

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