Freitag, 04. April 2025

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Feu­er­sa­la­man­der schüt­zen!

Die Wäl­der und Bach­tä­ler in Olpe bie­ten viel­fäl­ti­gen Lebens­raum für den Feu­er­sa­la­man­der. Ins­be­son­de­re an reg­ne­ri­schen Tagen und in den Abend­stun­den kann man die Tie­re zum Bei­spiel in bach­na­hen Laub­wäl­dern und an feuch­ten Stel­len beob­ach­ten.

Doch das Über­le­ben der auf­fäl­lig schwarz­gelb gezeich­ne­ten Tie­re ist durch eine wahr­schein­lich aus Asi­en ein­ge­schlepp­te Pilz­krank­heit bedroht. Auch im Kreis Olpe gab es bereits ers­te Fäl­le der soge­nann­ten Sala­man­der­pest (Batrachoch­ytri­um sala­man­dri­vorans, kurz: Bsal). Wei­te­re Fäl­le tra­ten bis­her in der Eifel, Bay­ern, dem Ruhr­ge­biet und am Rand des Ber­gi­schen Lan­des auf. Der Pilz befällt neben Sala­man­dern auch Mol­che.

Die Pilz­er­kran­kung fin­det auf der feuch­ten Haut der klei­nen Lur­che opti­ma­le Lebens­be­din­gun­gen. Der Erre­ger sorgt dafür, dass sich auf der Haut der Tie­re Geschwü­re bil­den, die häu­fig durch einen schwar­zen Rand gekenn­zeich­net sind. Die Haut ver­liert so nach und nach ihre Schutz­funk­ti­on und fällt auch für die Atmung der Tie­re aus, denn Sala­man­der atmen nicht nur über ihre Lun­gen. Letzt­lich führt die Infek­ti­on zum Tod der Lur­che.

Die Ver­brei­tung von Bsal erfolgt sowohl durch erkrank­te Amphi­bi­en selbst als auch bei­spiels­wei­se durch Vögel oder Wild, die den Pilz ver­schlep­pen kön­nen. Aber auch der Mensch kann bei einem Auf­ent­halt in Amphi­bi­en­le­bens­räu­men unge­wollt zur Ver­brei­tung von Bsal bei­tra­gen.

Jeder kann aber einen Bei­trag dazu leis­ten, die Ver­brei­tung der in feuch­tem Schlamm oder Gewäs­sern lan­ge über­le­bens­fä­hi­gen Pilz­spo­ren ein­zu­däm­men. Häu­fig wird der Erre­ger über Schlamm an Schuh­soh­len, Wan­der­stö­cken oder auch Angel­aus­rüs­tung unwis­sent­lich von einem Habi­tat ins nächs­te getra­gen.

Daher emp­fiehlt die unte­re Natur­schutz­be­hör­de des Krei­ses Olpe, kei­ne Land- und Was­ser­le­bens­räu­me von Amphi­bi­en zu betre­ten und ins­be­son­de­re Feu­er­sa­la­man­der, die ohne­hin leicht gif­tig sind, und Mol­che nicht zu berüh­ren. Spa­zier­gän­ge­rin­nen und Spa­zier­gän­ger soll­ten auf den vor­ge­ge­be­nen Wegen blei­ben, Bäche, Ufer­be­rei­che, Tei­che und Tüm­pel mei­den sowie mög­lichst nicht in was­ser­ge­füll­te Wagen­spu­ren im Wald tre­ten. Hun­de soll­ten im Wald an der Lei­ne geführt wer­den.

Nach Spa­zier­gän­gen und Wan­de­run­gen in feuch­ten Wäl­dern und an Gewäs­sern soll­ten die Schu­he, Stie­fel und ande­re Aus­rüs­tung vor Ort von Schlamm befreit wer­den. Im bes­ten Fall wer­den sie anschlie­ßend mit 70-pro­zen­ti­ger Etha­nol-Lösung des­in­fi­ziert (z.B. ver­dünn­tem Brenn­spi­ri­tus). Beson­ders wich­tig ist dies vor dem Wech­sel in ande­re Täler und Gewäs­ser.

Wer tote Tie­re ohne offen­sicht­li­che Todes­ur­sa­che oder tag­ak­ti­ve, ver­hal­tens­auf­fäl­li­ge Sala­man­der beob­ach­tet, wird gebe­ten, dies unter naturschutz@kreis-olpe.de zu mel­den. Über die­se Adres­se kön­nen auch Sich­tun­gen leben­der Sala­man­der mit­ge­teilt oder auf der kos­ten­lo­sen Sei­te www.observation.org ganz leicht selbst ein­ge­tra­gen wer­den.

Wei­ter­füh­ren­de Infos zur Sala­man­der­pest und zu vor­beu­gen­den Hygie­ne­maß­nah­men gibt es auf den Inter­net­sei­ten des Lan­des­am­tes für Natur, Umwelt und Ver­brau­cher­schutz Nord­rhein-West­fa­len:  www.lanuv.nrw.de/natur/artenschutz/amphibienkrankheiten.

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