Mittwoch, 02. April 2025

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Ben­ja­min Sel­ter ins­ge­samt 5. Deut­scher in Lil­le­ham­mer

Es hat­te genau 2 Stun­den, 54 Minu­ten und 55 Sekun­den gedau­ert, bis ein über­glück­li­cher Ben­ja­min Sel­ter vom TV Atten­dorn über die berühm­te Ziel­li­nie im Olym­pia­sta­di­on von Lil­le­ham­mer lief. „ Die­se sport­lich so mar­kan­te und berühm­te Stel­le kann­te ich bis­her nur aus dem Fern­se­hen, die sorgt schon für ein gewis­ses Krib­beln“, so der ange­hen­de Son­der­päd­ago­ge.

Als ins­ge­samt 5. Deut­scher stell­te der Läu­fer des Bruse Sau­er­land Ski­teams dabei erneut sei­ne präch­ti­ge Form unter Beweis und unter­mau­er­te die Tat­sa­che, in die­sem Win­ter zu den abso­lut bes­ten deut­schen Lang­di­stanz­lern zu gehö­ren. Nach erfolg­rei­chen Ski­ma­ra­thon­ren­nen in sie­ben ver­schie­de­nen euro­päi­schen Län­dern, in die­sem Win­ter mit Distan­zen von bis zu 90 Kilo­me­tern, ist jetzt erst ein­mal Sai­son­ende. „Die letz­ten Meter des Win­ters dann vor begeis­ter­ten Nor­we­gern auf olym­pi­schem Boden zurück­zu­le­gen, bes­ser kann man sich eigent­lich nicht vom Schnee ver­ab­schie­den“, so der 26 jäh­ri­ge wei­ter.

Dabei waren die Vor­be­rei­tun­gen für ihn und sei­ne Team­mit­glie­der alles ande­re als opti­mal. Nur 24 Stun­den zuvor war das Ska­tin­g­ren­nen im Rah­men­pro­gramm bereits wegen Schnee­sturms abge­sagt wor­den. „Wir sel­ber sind aus dem 2. Stock unse­rer Hüt­te geklet­tert um die Ein­gangs­tür von außen frei­schau­feln zu kön­nen,“ so Sel­ter. Sehr unter­schied­li­che Schnee­ver­hält­nis­se auf der Stre­cke und die unsi­che­re Wet­ter­la­ge for­der­ten auch ein Tes­ten und Anpas­sen der Wach­se bis in den spä­ten Abend. Um 2.30 Uhr war die Nacht aller­dings dann auch wie­der been­det. 2 Stun­den und 30 Minu­ten Anrei­se zum Start in Rena und die­ses Mal ohne Team­be­glei­tung vor Ort, alles noch regeln zu müs­sen, lie­ßen ein Auf­wär­men nicht mehr zu. „Des­halb wür­de ich mei­nen Start nicht gera­de als sehr gelun­gen bezeich­nen,“ so Ben­ja­min Sel­ter „ aber auf den ers­ten 20 Kilo­me­ter, die aus­schließ­lich auf­wärts füh­ren, konn­te ich mich Stück für Stück nach vorn arbei­ten.“

Ins­ge­samt mehr als 1000 Höhen­me­ter auf einer Stre­cken­län­ge von 54 Kilo­me­ter machen den tra­di­tio­nel­len ‚Bir­ke­bei­ner‘ wahr­schein­lich zum anspruchs­volls­ten Ren­nen der Ski­c­las­sics. Und als ob das schwie­ri­ge Pro­fil noch nicht aus­rei­chen wür­de, ist jeder Läu­fer ver­pflich­tet einen 3,5 Kilo­gramm schwe­ren Ruck­sack mit sich zu füh­ren. Erin­nert wer­den soll damit an die Ret­tung des Königsoh­nes Hakon mit exakt die­sem Gewicht durch das Volk der „Bir­ke­bei­ner“ im 13. Jahr­hun­dert.

Am Ende des aktu­el­len Ren­nens lagen erwar­tungs­ge­mäß wie­der die Nor­we­ger mit Andre­as Nygard, Johan Hoel und Runar Mathisen vorn. Fast im Sekun­den­takt über­quer­ten die Eli­te­l­äu­fer die Finish Line. So lag Ben­ja­min Sel­ter am Ende nach 54 Kilo­me­tern nur gera­de ein­mal 7 Minu­ten hin­ter Andrew Mus­gra­ve, der bei der WM in Pla­ni­ca noch Rang 34 über 50 Kilo­me­ter belegt hat­te.
Bes­te Dame im Bruse Team war erneut die Schwe­din Made­le­ne Nord, die in guten 3:39.35 Rang 76 erreich­te vor Jen­ney Ram­stedt (102) und Anna Lind­gren (134).

Auf die Fra­ge, was nach einem solch auf­rei­ben­den und erfolg­rei­chen Win­ter als nächs­tes auf dem Plan steht, kann Ben­ja­min Sel­ter recht spon­tan eine Ant­wort geben: „Jetzt wer­de ich erst­mal mei­ner Mas­ter­ar­beit den letz­ten Schliff geben und mich bei Chris­ti­an Bruse und mei­nem TV Atten­dorn für die tol­le Unter­stüt­zung bedan­ken.“

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