Donnerstag, 03. April 2025

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„Chi­cken-Nug­gets wach­sen nicht auf den Bäu­men“

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Eltern soll­ten spar­sam mit Zucker, Süßig­kei­ten, Snack­pro­duk­ten und fett­rei­cher Kost umge­hen“, rät Tan­ja Bad­jie, Ernäh­rungs­be­ra­te­rin an der DRK-Kin­der­kli­nik (Foto: DRK-Kin­der­kli­nik Sie­gen)

Der „Tag der gesun­den Ernäh­rung“ steht am 7. März bevor. Er wird zum 26. Mal vom Ver­band für Ernäh­rung und Diä­te­tik e.V. (VFED) ver­an­stal­tet. Grund genug für Tan­ja Bad­jie, Ernäh­rungs­be­ra­te­rin an der DRK-Kin­der­kli­nik Sie­gen gGmbH, das The­ma ein­mal genau­er zu beleuch­ten. „Eine gesun­de Ernäh­rung ist neben der Bewe­gung und der Stress­be­wäl­ti­gung eine der drei Säu­len einer gesun­den Ent­wick­lung von Kin­dern“, so die Fach­frau. Doch was ist gesun­de Ernäh­rung? Und wie schaf­fe ich es, dass mein Kind auch wirk­lich das isst, was gesund ist? Fra­gen, mit der die Ernäh­rungs­be­ra­te­rin tag­täg­lich kon­fron­tiert wird. „Kurz gesagt ent­hält eine gesun­de und aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung alle Nähr­stof­fe, die ein Kind zum Wach­sen und Gedei­hen braucht“, meint Bad­jie. Im Detail bedeu­tet das: Aus­rei­chend Geträn­ke, vie­le gesun­de Lebens­mit­tel wie Obst, Gemü­se oder Getrei­de­pro­duk­te und nur in Maßen tie­ri­sche Lebens­mit­tel (Fleisch, Eier, aber auch Milch oder Milch­pro­duk­te). Für die Zube­rei­tung von Spei­sen eig­nen sich ins­be­son­de­re pflanz­li­che Öle. Auch Fisch soll­te regel­mä­ßig auf dem Spei­se­plan ste­hen. Ange­bo­te­nes Salz soll­te mit Jod ange­rei­chert sein. „Außer­dem müs­sen Eltern spar­sam mit Zucker, Süßig­kei­ten, Snack­pro­duk­ten und fett­rei­cher Kost umge­hen. Dies gilt ins­be­son­de­re für fett­rei­che Pro­duk­te mit einem hohen Anteil an gesät­tig­ten Fett­säu­ren – wie zum Bei­spiel Scho­ko­creme, Chips, Flips und Ähn­li­ches“, so Tan­ja Bad­jie.

Fest steht: Das Ess­ver­hal­ten der Kin­der wird in den ers­ten Lebens­jah­ren von ihrem sozia­len Umfeld geprägt. Das heißt: Kin­der ahmen erst ein­mal das nach, was sie bei den „Gro­ßen“ sehen, über­neh­men gute wie schlech­te Gewohn­hei­ten – auch was das Essen angeht. Auch hier soll­ten laut Ernäh­rungs­be­ra­te­rin der DRK-Kin­der­kli­nik eini­ge Grund­sät­ze beach­tet wer­den. „Kin­der brau­chen regel­mä­ßi­ge Mahl­zei­ten. Mög­lichst eine Mahl­zeit am Tag soll­te gemein­sam mit der Fami­lie ein­ge­nom­men wer­den“, geht Tan­ja Bad­jie ins Detail. „Über­ge­ben Sie Ihrem Kind sei­nem Alter ent­spre­chen­de Auf­ga­ben rund ums Essen. Kin­der hel­fen meist ger­ne und das weckt ihr Inter­es­se am Essen. Und: Lebens­mit­tel sind weder Trost­pflas­ter noch Beloh­nung und kein Mit­tel zur Erzie­hung. Auch gehört natür­lich kein Tages­stress an den Abend­brot-Tisch.“

Die Geduld und Ener­gie der Eltern kann beim The­ma „Essen“ man­ches Mal auf eine har­te Pro­be gestellt wer­den. Doch Druck, stän­di­ge Beleh­run­gen oder gar die Andro­hung klei­ne­rer Stra­fen hel­fen nicht wei­ter, son­dern ver­stär­ken das Pro­blem eher noch. „Ver­su­chen Sie, das Spei­sen­an­ge­bot für Ihr Kind nach und nach zu erwei­tern, und ermun­tern Sie es, neue Lebens­mit­tel aus­zu­pro­bie­ren, indem Sie es ihm sel­ber mit sicht­ba­ren Genuss vor­ma­chen“, meint Tan­ja Bad­jie. „In man­chen Fäl­len kann die Ableh­nung bestimm­ter Spei­sen auch kör­per­li­che oder psy­chi­sche Ursa­chen haben. Dann kann eine Ernäh­rungs­be­ra­tung dabei hel­fen, das Pro­blem ein­zu­ord­nen und an die ent­spre­chen­den Fach­rich­tun­gen wei­ter­lei­ten.“ Neben allen wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen und Grund­sät­zen soll­te aber eines immer bedacht wer­den: Essen ist vor Allem Genuss und ein sozia­les Ereig­nis – es soll­te also schme­cken und Freu­de machen!

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Die Geduld und Ener­gie der Eltern kann beim The­ma „Essen“ man­ches Mal auf eine har­te Pro­be gestellt wer­den (Foto: DRK-Kin­der­kli­nik Sie­gen)

Übri­gens: Die CUCINA ser­vice cate­ring dienst­leis­tungs GmbH, ein Toch­ter-unter­neh­men der DRK-Kin­der­kli­nik, lie­fert täg­lich über 2000 Essen an Schu-len, Kitas, Senio­ren­hei­me, Betriebs­kan­ti­nen und natür­lich die Kin­der­kli­nik. „Da müs­sen wir natür­lich auch den klei­nen Mäd­chen und Jun­gen immer wie-der bewei­sen, dass Chi­cken-Nug­gets nicht auf den Bäu­men wach­sen“, schmun­zelt Cuci­na-Geschäfts­füh­rer Anto­nio Mon­te. Zahl­rei­che Pro­jek­te zum The­ma „gesun­de Ernäh­rung“ lau­fen mit hei­mi­schen Schu­len und Kitas. Ob Unter­stüt­zung beim schu­li­schen Haus­wirt­schafts-Unter­richt oder der Ein­blick in die Groß­kü­che der Kin­der­kli­nik. Inter­es­sier­te Schu­len und Kin­der­gär­ten kön­nen sich ger­ne mel­den.

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