Samstag, 05. April 2025

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Voll besetz­te Aula des Rivi­us Gym­na­si­ums beim Kon­zert des Kam­mer­or­ches­ters Atten­dorn

Enthu­si­as­tisch gefei­ert wur­de das Kam­mer­or­ches­ter Atten­dorn bei sei­nem Kon­zert am 3. Dezem­ber in der voll besetz­ten Aula des Rivi­us Gym­na­si­ums.

Das bes­tens auf­ge­leg­te Orches­ter bot unter sei­nem Diri­gen­ten Anar Bra­mo besinn­li­che und beschwing­te Musik zum Advent vor­wie­gend aus der Barock­zeit und prä­sen­tier­te mit dem Obo­is­ten Andrey Godik wie­der einen erst­klas­si­gen Solis­ten der jün­ge­ren Gene­ra­ti­on Deutsch­lands. Das Kam­mer­or­ches­ter sieht es als beson­de­res Geschenk, mit einem der­ar­ti­gen gro­ßen Künst­ler auf­tre­ten zu dür­fen, so die Vor­sit­zen­de Bar­ba­ra Wilk­mann in ihrer Begrü­ßungs­an­spra­che.

Das Con­cer­to Pas­to­ra­le von Johann Mol­ter, einem Zeit­ge­nos­sen von J.S. Bach, eröff­ne­te den Kon­zert­abend. Kon­trast­reich und über­aus musi­ka­lisch inter­pre­tier­te das Kam­mer­or­ches­ter die­ses fünf­sät­zi­ge Werk. Das sich anschlie­ßen­de, äußerst belieb­te Obo­en­kon­zert op.IX d‑moll von Toma­so Albi­no­ni sorg­te durch den Auf­tritt des Solo- Obo­is­ten der Mün­che­ner Phil­har­mo­ni­ker für das künst­le­ri­sche High­light des Abends.  Schon im 1. Satz, dem Alle­gro e non Pres­to, zog Andrey Godik das Publi­kum in sei­nen Bann. Tech­nisch bril­lant gestal­te­te er die vie­len schnel­len Pas­sa­gen mit beein­dru­cken­der Leich­tig­keit und gro­ßer Vir­tuo­si­tät. Das ein­fühl­sam beglei­ten­de Orches­ter war von sei­nem Diri­gen­ten, beson­ders im 2. Satz, dem Ada­gio, gut auf die zar­ten Klän­ge der Oboe ein­ge­stellt. Der Solist blieb im Vor­der­grund und konn­te sei­ner Inter­pre­ta­ti­on frei­en Lauf las­sen. Gera­de­zu engels­gleich erklang sei­ne Oboe und ver­zau­ber­te die gesam­te Zuhö­rer­schaft. Lang­an­hal­ten­der Applaus belohn­te die­se Leis­tung des Solis­ten nach den letz­ten Tönen des schnel­len Schluss­sat­zes.

Zum Ende des ers­ten Tei­les ließ das Kam­mer­or­ches­ter mit Anto­nio Vival­dis Con­cer­to RV 156 auf­hor­chen. Das „Gespräch” zwi­schen den bei­den Gei­gen­grup­pen, das durch ihre gegen­über­lie­gen­de Sitz­ord­nung noch unter­stri­chen wur­de, war prä­zi­se und über­zeu­gend her­aus­ge­ar­bei­tet. Man sah den Musi­kern die Freu­de an der „Unter­hal­tung” unmit­tel­bar an.

Nach der Pau­se erklang das berühm­te Air aus der Ouver­tü­re D- Dur BWV 1068 von J.S. Bach. Vie­le Zuhö­rer ver­folg­ten die gelun­ge­ne Dar­bie­tung mit geschlos­se­nen Augen und lie­ßen sich von den ein­fühl­sa­men Klän­gen mit­neh­men.

Mit Dr. Mar­tin Pfen­nig als Spre­cher hat­te sich das Kam­mero­ches­ter Atten­dorn für den zwei­ten Teil noch etwas Beson­de­res ein­fal­len las­sen. Mit dem „Mono­log eines Kell­ners” von Hein­rich Böll traf er den Nerv der Zeit und ent­lock­te so man­chem Zuhö­rer ein amü­sier­tes Lachen. Das „Lascia ch’io pian­ga“ aus der Oper Rinal­do von Georg Fried­rich Hän­del mit Andrey Godik als Solist war ein wei­te­rer Höhe­punkt des Abends. Die Kla­ge der Jung­frau Almi­re­na ver­moch­te der Obo­ist gera­de­zu anrüh­rend auf sei­nem Instru­ment wie­der­zu­ge­ben und ließ so man­chen Zuhö­rer mit­lei­den.

Mit dem hei­te­ren Text Erich Käst­ners „Klei­ner Kur­sus in Weih­nachts­sprü­chen” lei­te­te Dr. Mar­tin Pfen­nig inhalt­lich pas­send und sprach­lich gekonnt zu Mozarts 1. Satz aus der „Klei­nen Nacht­mu­sik” über. Auch hier ver­stand es der Diri­gent Anar Bra­mo, den gan­zen Spiel­witz und die Spiel­freu­de des Wer­kes auf die Musi­ker zu über­tra­gen und so eine über­zeu­gen­de Dar­bie­tung zu erzie­len.

Den Abschluss bil­de­te das im Advent gern gespiel­te Obo­en­kon­zert in d‑moll von Ales­san­dro Mar­cel­lo. Die Fas­zi­na­ti­on die­ses Wer­kes merk­te man Andrey Godik wahr­haf­tig an. Jedem Satz ver­moch­te er sei­nen eige­nen musi­ka­li­schen Stem­pel zu ver­lei­hen ohne dabei zu über­trei­ben. Mit ste­hen­den Ova­tio­nen wur­de er am Ende gefei­ert.

Der lang­an­hal­ten­de Applaus ani­mier­te Orches­ter, Diri­gent und Solist noch ein­mal zu einer Höchst­leis­tung in der Zuga­be. Mit dem 2. Satz aus dem Dop­pel­kon­zert für Oboe, Vio­li­ne und Orches­ter BWV 1060 von J.S.Bach über­nahm Anar Bra­mo den Part der Solo­vio­li­ne und die bei­den Solis­ten bil­de­ten eine homo­ge­ne Ein­heit. Das dezent beglei­ten­de Orches­ter leg­te einen pas­sen­den Tep­pich, auf dem Anar Bra­mo und Andrey Godik ihre Musi­ka­li­tät voll aus­le­ben konn­ten.

Nach die­sem noch lang nach­wir­ken­den Abend kann man sich schon jetzt auf das nächs­te Kon­zert des Kam­mer­or­ches­ters freu­en.

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