Freitag, 04. April 2025

Top 5 der Woche

Ähnlich

Schwarz-Grü­ner Antrag ver­schlei­ert Regie­rungs­un­tat

Die schwarz-grü­nen Regie­rungs­frak­tio­nen brin­gen heu­te den Antrag „Frau­en vor Gewalt schüt­zen – Schutz­plät­ze wei­ter aus­bau­en!“ in den Land­tag von Nord­rhein-West­fa­len ein. Lei­der pas­sen die For­de­run­gen dar­in nicht zu den Taten der Lan­des­re­gie­rung. Denn die plant für den Haus­halt 2023 eine Kür­zung der finan­zi­el­len Mit­tel für den Schutz von gewalt­be­trof­fe­nen Frau­en in Höhe von 1,85 Mil­lio­nen Euro. Begrün­det wird die­se Kür­zung mit einem angeb­lich gerin­ge­ren Finan­zie­rungs­be­darf. Hier­zu erklä­ren Chris­tin-Marie Stamm, Mit­glied im Aus­schuss für Gleich­stel­lung und Frau­en der SPD-Frak­ti­on im Land­tag NRW und Dr. Joa­chim Stamp, Spre­cher für Gleich­stel­lung und Frau­en der FDP-Land­tags­frak­ti­on:

Chris­tin-Marie Stamm:
„Die vor­ge­leg­ten Kür­zun­gen im Haus­halt sind eine Untat und wider­spre­chen den groß­spu­ri­gen Ankün­di­gun­gen von Schwarz-Grün im Koali­ti­ons­ver­trag. Und sie wider­spre­chen den wohl­fei­len Antrags­wor­ten, die CDU und Grü­ne heu­te in den Land­tag ein­brin­gen wol­len. Gera­de in die­ser Woche, in der wir am Oran­ge Day auf die Situa­ti­on gewalt­be­trof­fe­ner Mäd­chen und Frau­en auf­merk­sam machen, muss der schwarz-grü­ne Antrag auf alle Schutz­be­dürf­ti­gen und ‑suchen­den wie blan­ker Hohn wir­ken.

Der Schutz von Frau­en und Mäd­chen vor Gewalt muss aus­kömm­lich finan­ziert blei­ben. Vor dem Hin­ter­grund der zahl­rei­chen aktu­el­len Kri­sen und der viel­fäl­ti­gen Bedro­hungs­la­gen ist eine Mit­tel­kür­zung nicht zu recht­fer­ti­gen. Im Gegen­teil: Gera­de jetzt müs­sen wir der Frau­en­hil­fe zur Sei­te ste­hen und ihnen jeg­li­che Unter­stüt­zung bei der Bewäl­ti­gung ihrer wich­ti­gen Arbeit zukom­men las­sen. Dass nun aus­ge­rech­net eine grü­ne Frau­en­mi­nis­tern jetzt fast zwei Mil­lio­nen weni­ger für den Schutz von Frau­en aus­ge­ben will, ist vor die­sem Hin­ter­grund schlicht nicht nach­zu­voll­zie­hen. Zudem hat die Lan­des­re­gie­rung die Ein­füh­rung der För­de­rung einer wei­te­ren Fach­kraft in jedem Frau­en­haus ange­kün­digt. Auch das kos­tet Geld. Wie Frau­en­mi­nis­te­rin Jose­fi­ne Paul das bei redu­zier­ten Mit­teln finan­zie­ren will, bleibt schlei­er­haft.“


Dr. Joa­chim Stamp:
„Eben­so bleibt unklar, wie der schnellst­mög­li­che und bedarfs­ge­rech­te Aus­bau von Schutz­plät­zen in Frau­en­häu­sern, den die Lan­des­re­gie­rung pro­pa­giert, gelin­gen soll.

Auch Pro­gram­me zur Prä­ven­ti­on und Bekämp­fung von Gewalt gegen Frau­en und Mäd­chen in Nord­rhein-West­fa­len kön­nen nicht sicher­ge­stellt wer­den. Um die­se Wider­sprü­che auf­zu­zei­gen, brin­gen die Land­tags­frak­tio­nen von SPD und FDP gemein­sam einen Ent­schlie­ßungs­an­trag ein und for­dern die sofor­ti­ge Rück­nah­me der Kür­zun­gen im Haus­halts­plan. Frau­en­häu­ser und Frau­en­be­ra­tungs­stel­len sind ein unver­zicht­ba­rer Bestand­teil des Hil­fe­sys­tems. Sie sind die letz­te Zuflucht für Frau­en, Müt­ter und ihre Kin­der, die Opfer von Gewalt wer­den. Gerin­ge­re Finan­zie­rungs­be­dar­fe sind hier nicht zu erken­nen. Erst recht nicht, wenn die Schutz­plät­ze in den Frau­en­häu­sern aus­ge­baut wer­den sol­len – was abso­lut rich­tig ist. In ihren Stel­lung­nah­men zu den Haus­halts­plä­nen attes­tiert die Frau­en­hil­fe­infra­struk­tur der Lan­des­re­gie­rung jedoch, dass sie ihren Ver­pflich­tun­gen nach wie vor nicht nach­kommt.“

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Beliebte Beiträge