Samstag, 05. April 2025

Top 5 der Woche

Ähnlich

Wenn das Fahr­rad dem Auto den Rang abläuft

Ralf Mey­er wird in den nächs­ten Wochen noch öfter mit sei­nem Fahr­rad zu sehen sein als sonst. Der Umwelt­be­auf­trag­te des Evan­ge­li­schen Kir­chen­krei­ses Lüden­scheid-Plet­ten­berg hat sich näm­lich ein hohes Ziel gesteckt. Er will in die­sem Jahr mehr Kilo­me­ter radeln als hin­term Lenk­rad des Fami­li­en­au­tos sit­zen. Das ist vom 15. August bis 4. Sep­tem­ber ohne­hin aus­ge­schlos­sen. Den Schlüs­sel für sei­ne Ben­zinkut­sche hat er bei Kier­spes Kli­ma­ma­na­ge­rin Sil­ja Hoh­mann abge­ge­ben. Ralf Mey­er will auf loka­ler Ebe­ne zum Vor­bild für die Mobi­li­täts­wen­de
wer­den. Auch des­halb nimmt er drei Wochen lang am Stadt­ra­deln teil und er über­nimmt eine beson­de­re Rol­le. Als Kier­sper „Radel­star“ wird er auf der Home­page der Stadt über sei­ne Erfah­run­gen auf zwei Rädern berich­ten. „Da wer­den sicher auch kri­ti­sche Anmer­kun­gen dabei
sein“, kün­digt der sport­li­che Mann an.


Ralf Mey­er ist Lei­ter der Psy­cho­lo­gi­schen Bera­tungs­stel­le Plet­ten­berg des Dia­ko­ni­schen Wer­kes im Ev. Kir­chen­kreis Lüden­scheid-Plet­ten­berg. Die rund 70 Kilo­me­ter hin und zurück zwi­schen Wohn- und Arbeits­ort schre­cken ihn nicht. Er hat ver­schie­de­ne Stre­cken bereits mehr­fach
aus­pro­biert. „Sicher wer­de ich manch­mal auch mein E‑Bike neh­men“, lacht er. Über­wie­gend will er sich aber auf die Kraft sei­ner Bei­ne ver­las­sen.


Was treibt Ralf Mey­er an? „Der Kir­chen­kreis will bis 2040 kli­ma­neu­tral sein“, erklärt er. Dafür müs­se er im Wesent­li­chen an zwei Stell­schrau­ben dre­hen. „Das eine ist die Gebäu­de­däm­mung. Das ande­re die Mobi­li­tät.“ Eine bes­se­re Iso­lie­rung der kirch­li­chen Lie­gen­schaf­ten kos­tet sehr viel Auf­wand und Geld. „In Sachen Mobi­li­tät lässt es sich viel ein­fa­cher und schnel­ler bewe­gen“, sagt Ralf
Mey­er. Und des­halb wol­le er als Umwelt­be­auf­trag­ter des Kir­chen­krei­ses ein Zei­chen set­zen.


Vor eini­gen Jah­ren ist er aus gesund­heit­li­chen Grün­den aufs Fahr­rad umge­stie­gen. Der ehe­ma­li­ge Ket­ten­rau­cher (60 Ziga­ret­ten am Tag) hat­te Knie­be­schwer­den. Er hat sie weg­ge­ra­delt. Von der dro­hen­den OP ist kei­ne Rede mehr. Von Ziga­ret­ten übri­gens auch nicht.

„Mit dem Fahr­rad habe ich in viel­fa­cher Hin­sicht an Lebens­qua­li­tät gewon­nen.“ Dazu zäh­len nicht nur die Fei­er­abend­tou­ren um die hei­mi­schen Tal­sper­ren, bei denen sei­ne Frau gern dabei ist. „Das ist zu unse­rer abend­li­chen Rou­ti­ne gewor­den.“ Das Fahr­rad als stän­di­ger Beglei­ter eben.


Im ver­gan­ge­nen Jahr trat Ralf Mey­er auf rund 10.000 Kilo­me­tern in die Peda­len. Das Auto stand immer öfter in der Gara­ge. Ent­fer­nun­gen berei­ten im schon lan­ge kein Kopf­zer­bre­chen mehr.


Noch rät­selt er aber, wie er zwei dienst­li­che Ter­mi­ne in Dort­mund regeln soll. Sie fal­len in die Stadt­ra­deln-Peri­ode, in der für Mey­er auch die öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel tabu sind. Mit­fahr­ge­le­gen­hei­ten hat er auch schon aus­ge­schla­gen. „Mög­li­cher­wei­se las­sen sich die Ter­mi­ne
ja ver­schie­ben!?“ Hof­fent­lich. Sonst könn­te der Tausch – Fahr­rad für Auto – am Ende noch eine grö­ße­re Her­aus­for­de­rung wer­den.

©EKKLP

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Beliebte Beiträge