Donnerstag, 03. April 2025

Top 5 der Woche

Ähnlich

Eine Auto­bahn­brü­cke bau­en und fürs Theo­lo­gie­stu­di­um wer­ben!

Der Stel­len­wert der Kir­che in der heu­ti­gen Zeit, der wich­ti­ge Bau der Auto­bahn-Brü­cke A45 Lüden­scheid, die Zusam­men­ar­beit zwi­schen Regie­rung und Kir­che ins­ge­samt, aber auch ethi­sche Fra­ge­stel­lun­gen: Ver­schie­de­ne The­men wur­den bei einem Gespräch zwi­schen dem
CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Flo­ri­an Mül­ler und Dr. Chris­tof Gro­te, Super­in­ten­dent des Evan­ge­li­schen Kir­chen­krei­ses Lüden­scheid-Plet­ten­berg, ange­spro­chen. „Der Aus­tausch zwi­schen Poli­tik und Kir­che hat­te für uns immer eine wich­ti­ge Bedeu­tung und das ist wei­ter­hin
unver­än­dert“, blick­te Super­in­ten­dent Gro­te auf das gemein­sa­me Tref­fen.


Im Gespräch oben­auf lagen kul­tu­rel­le und struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen, die sowohl Poli­tik als auch Kir­che betref­fen. Der Stel­len­wert von Kir­che in der heu­ti­gen Gesell­schaft scheint gerin­ger zu wer­den. „Das mer­ken wir auch an Kir­chen­aus­trit­ten inner­halb unse­rer Par­tei.“, so Mül­ler. Der Ruf von Kir­che all­ge­mein habe in den letz­ten Jah­ren sehr gelit­ten, was einer­seits Tra­di­ti­ons­ab­brü­chen und einem all­ge­mei­nen Rele­vanz­ver­lust durch sin­ken­de Gemein­de­glie­der­zah­len zuzu­schrei­ben ist, ande­rer­seits aber auch durch Fäl­le sexua­li­sier­ter Gewalt in kirch­li­chen Struk­tu­ren ver­stärkt wur­de. „Sol­che schreck­li­chen Ereig­nis­se erschüt­tern uns selbst zutiefst“, mach­te der Super­in­ten­dent deut­lich. „Hier gilt es für die Betrof­fe­nen da zu sein, sie zu hören und sie zu unter­stüt­zen. Dazu ist es für uns ele­men­tar, dass wir die schreck­li­chen Ereig­nis­se auf­ar­bei­ten, mit allen Mög­lich­kei­ten, die wir haben. Und danach steht die Prä­ven­ti­on bei uns im Fokus. Unser
Kir­chen­kreis, aber auch die Evan­ge­li­sche Kir­che in Deutsch­land ins­ge­samt, hat hier­für neue und weit­rei­chen­de Struk­tu­ren geschaf­fen. Seit 2021 haben wir im Kir­chen­kreis eine eige­ne Prä­ven­ti­ons­kraft ange­stellt und den Bereich in Fol­ge noch mit vier wei­te­ren Per­so­nen ver­stärkt.
Kir­che soll­te ein Raum sein, in dem Men­schen geschützt sind. Wie wir auch aus eige­nen Erfah­run­gen wis­sen, ist dies in der Rea­li­tät lei­der nicht immer der Fall. Men­schen haben schreck­li­che Erfah­run­gen machen müs­sen. Unser Ziel ist es, dass sich das nie mehr wie­der­ho­len
wird. Dafür wer­den wir in der Zukunft im Kir­chen­kreis und unse­ren Gemein­den vor Ort sehr viel auf­wen­den und inves­tie­ren“, mach­te Super­in­ten­dent Gro­te deut­lich.

Trotz­dem dür­fe aber nicht unter­schätzt wer­den, was Kir­che leis­tet und auch dem Staat zuar­bei­tet. Dazu gehört zum einen, dass kirch­li­che und dia­ko­ni­sche Ein­rich­tun­gen an fai­ren Löh­nen fest­hal­ten, was sie jedoch nicht immer wett­be­werbs­fä­hig macht. Zum ande­ren ist auch der Staat an vie­len Stel­len – ins­be­son­de­re im sozia­len Bereich – auf ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment ange­wie­sen, wel­ches jedoch vor allem über die Kir­che auf­recht­erhal­ten wird. Auf die Fra­ge Flo­ri­an Mül­lers hin, was die Poli­tik denn für die Kir­che tun könn­te, ant­wor­te­te Super­in­ten­dent Gro­te schmun­zelnd: „Eine Auto­bahn­brü­cke bau­en und fürs Theo­lo­gie­stu­di­um wer­ben.“


Die feh­len­de Auto­bahn­brü­cke der A45 in Lüden­scheid stel­le ein wesent­li­ches Pro­blem zur Zeit dar und bedeu­te Frus­tra­ti­on auf ver­schie­de­nen Ebe­nen. „Wenn wir auf die Dau­er auch nur begrenzt Ein­fluss haben, so müs­sen wir doch stra­te­gisch klug vor­ge­hen, damit schnell und sicher
gear­bei­tet wer­den kann.“, ver­deut­lich­te der CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te.


Auch ethi­schen Fra­gen kamen zum Ende des Gesprächs auf. Wie posi­tio­nie­re sich die CDU z.B. zu assis­tier­tem Sui­zid oder Schwan­ger­schafts­ab­bruch und was bedeu­te es das „C“ des Par­tei­na­mens an die­ser Stel­le zu ver­tre­ten? Umso wich­ti­ger sei hier der Aus­tausch mit der Kir­che. Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter und Super­in­ten­dent blick­ten am Ende auf ein posi­ti­ves Gespräch, das
dem wich­ti­gen Aus­tausch dien­te und dem gegen­sei­ti­gen Wahr­neh­men, was Poli­tik und Kir­che in die­sen Zei­ten bewegt.

©EKKLP

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Beliebte Beiträge