Mittwoch, 02. April 2025

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Kli­ma­schutz in Atten­dorn: Was inter­es­siert die Jugend?

Atten­dorns Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Pospi­schil nahm aus den Hän­den einer Schü­ler­grup­pe das Ergeb­nis einer Umfra­ge zum The­ma „Kli­ma­schutz in Atten­dorn aus der Sicht von Jugend­li­chen“ ent­ge­gen.

Was inter­es­siert Jugend­li­che beim Kli­ma­schutz? Das woll­ten die Initia­to­ren des seit 2018 in der Stadt Atten­dorn durch­ge­führ­ten Ener­gie­spar­pro­jek­tes her­aus­fin­den. „Immer mehr Jugend­li­che inter­es­sie­ren sich für Kli­ma­schutz. Schließ­lich ist es ihre Zukunft. Sie wol­len sel­ber gefragt wer­den“, erläu­ter­te Pro­jekt­lei­ter Klaus Pel­zer vom unab­hän­gi­gen Bera­tungs­bü­ro ecoteam NRW, der die­ses Pro­jekt im Auf­trag der Stadt seit vier Jah­ren betreut.

Unter dem Mot­to „Ein ech­ter Kat­tfil­ler kennt sei­ne Ener­gie­kil­ler!“ hat das Pro­jekt seit 2018 schon für viel Auf­se­hen gesorgt. So konn­ten ganz ohne Inves­ti­tio­nen, nur durch Vor­schlä­ge, Appel­le und Tipps, also nur mit der Ände­rung des Ver­hal­tens im letz­ten Ein­spar­jahr vor Coro­na, durch­schnitt­lich 8 % der Ver­bräu­che bei Hei­zung, Strom und Was­ser ein­ge­spart wer­den. Das ent­spricht einer Kos­ten­ein­spa­rung von 40.000 Euro in einem Jahr.

Aber Kli­ma­schutz ist ja nicht nur Ener­gie­spa­ren. Des­halb hat das städ­ti­sche Pro­jekt die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Han­se­schu­le und des Rivi­us Gym­na­si­ums in eine Umfra­ge zum Kli­ma­schutz ein­ge­bun­den.

Die Reso­nanz war rie­sig: Mehr als 350 Jugend­li­che haben frei­wil­lig an der Befra­gung teil­ge­nom­men, was in etwa einem Drit­tel der Gesamt­schü­ler­zahl bei­der Schu­len ent­spricht.

Gefragt wur­de nach den Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten für umwelt­freund­li­che und nach­hal­ti­ge Pro­duk­te in Atten­dorn, ob man sich in Atten­dorn gut mit Bus und Bahn bewe­gen kann oder ein eige­nes Auto haben muss, wie es um den Natur­schutz steht und ob Atten­dorn genug Anstren­gun­gen unter­nimmt für den Ein­satz erneu­er­ba­rer Ener­gien.

Vie­le Jugend­li­che sind mit dem Umwelt- und Kli­ma­schutz in Atten­dorn zufrie­den, so das ers­te Fazit der Befra­gung unter den Schü­lern. So fin­den die Jugend­li­chen mehr­heit­lich das Ein­kaufs­an­ge­bot umwelt­freund­li­cher Pro­duk­te in Ord­nung.

Bei der Mobi­li­tät in Atten­dorn ist die Mei­nung der befrag­ten Jugend­li­chen geteilt. Die Hälf­te aller Jugend­li­chen fin­det, dass der öffent­li­che­re Per­so­nen­nah­ver­kehr gut ver­netzt ist und häu­fig genug fährt. Obwohl nur ca. 20 % gele­gent­lich den ÖPNV auf dem Weg zur Schu­le benutzt. Die aller­meis­ten Jugend­li­chen kom­men „umwelt­freund­lich“ oder „über­wie­gend umwelt­freund­lich (zu Fuß, mit dem Rad, mit Bus oder Bahn)“ zur Schu­le. Ledig­lich 10 % wer­den von den Eltern gebracht. Die ande­re Hälf­te der befrag­ten Jugend­li­chen ist aller­dings der Mei­nung, dass mehr getan wer­den müss­te für den öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr in Atten­dorn.

Klaus Pel­zer: „Wer Atten­dorn kennt, weiß, dass sie eine von Natur aus grü­ne Stadt ist. Aber wird auch genug getan, dass die Stadt auch grün bleibt? Was ist mit Blüh­wie­sen, was mit Fas­sa­den- oder Dach­be­grü­nung? Wird in Atten­dorn pes­ti­zid­frei gedüngt? Wird etwas für Bie­nen und ande­re Insek­ten getan? Hier waren 60 % der Jugend­li­chen der Mei­nung, dass mehr gemacht wer­den soll­te.“

Die größ­te Einig­keit herrsch­te bei der Fra­ge, dass die Stadt Atten­dorn die erneu­er­ba­ren Ener­gien bes­ser för­dern müss­te, um CO² ein­zu­spa­ren. Zwei­drit­tel aller Befrag­ten teil­ten die­se Mei­nung.

Auch zur kon­kre­ten Umwelt­si­tua­ti­on an ihren eige­nen Schu­len wur­den die Jugend­li­chen befragt. Hier brennt ihnen ein The­ma beson­ders unter den Nägeln: die man­gel­haf­te Abfall­tren­nung! Eigent­lich ein umwelt­po­li­ti­scher Ana­chro­nis­mus, der sich aber auch in vie­len guten Vor­schlä­gen von den Schü­lern wider­spie­gelt, wie „Brot­do­sen­pflicht“, „Milch- und Kakao­pa­ckun­gen ver­mei­den“, „Was­ser nicht in Plas­tik­fla­schen, dafür immer Glas­fla­schen“ und vie­les mehr.

„Das Erfreu­lichs­te bei der Befra­gung war, dass die aller­meis­ten Atten­dor­ner Jugend­li­chen beim Kli­ma­schutz auch sel­ber bereit sind, etwas bei­zu­tra­gen und ihr Han­deln ändern wol­len. Von der Ernäh­rung mit weni­ger Fleisch über nach­hal­ti­ge Klei­dung, zum Bei­spiel durch Second Hand, bis hin zu der Benut­zung von Recy­cling­pa­pier als Kopier­pa­pier, bei Schul­hef­ten und Ring­ord­nern waren die Nen­nun­gen“, so Klaus Pel­zer.

Bür­ger­meis­ter Pospi­schil nahm das Umfra­ge­er­geb­nis höchst inter­es­siert ent­ge­gen und ver­sprach, dass die Mei­nun­gen und die Anre­gun­gen der Jugend­li­chen nicht unge­hört ver­hal­len wer­den. In einem ers­ten Schritt lud er die bei­den Schu­len bereits für Anfang Juni zu einem gemein­sa­men Gedan­ken­aus­tausch und zur Ver­tie­fung des Kon­zep­tes in das Rat­haus ein.

Hin­ter­grund:

Die Han­se­stadt Atten­dorn star­te­te im Jahr 2018 das Pro­jekt “Ener­gie­spa­ren an öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen in Atten­dorn”. In Zusam­men­ar­beit mit dem unab­hän­gi­gen Bera­tungs­bü­ro ecoteam NRW setzt die Gebäu­de­be­wirt­schaf­tung der Han­se­stadt Atten­dorn (GEBA) unter dem Mot­to „Ein ech­ter Kat­tfil­ler kennt die Ener­gie­kil­ler“ seit­dem ein inten­si­ves Ener­gie­spar- und Kli­ma­schutz­pro­jekt um, bei dem es dar­um geht, sich mit klei­nen und grö­ße­ren Ein­spar­ideen aktiv für das Kli­ma ein­zu­set­zen. Betei­ligt sind acht Schu­len, sie­ben Sport­hal­len, das Rat­haus, die Stadt­hal­le sowie das Süd­sauer­land­mu­se­um.

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