Donnerstag, 03. April 2025

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Musik­ver­ein Licht­ring­hau­sen ver­ab­schie­det Diri­gent Mar­tin Thei­le

Nach drei­jäh­ri­ger pan­de­mie­be­ding­ter Pau­se kehr­te der Musik­ver­ein Licht­ring­hau­sen unter der Lei­tung von Mar­tin Thei­le zurück auf die Büh­ne der Stadt­hal­le Atten­dorn. Die Musi­ker und Musi­ke­rin­nen prä­sen­tier­ten gemein­sam mit dem MGV Sau­er­land­ia unter der Lei­tung von Chris­toph Ohm ihr Kon­zert­pro­gramm zum 800jährigen Stadt­ju­bi­lä­um der Stadt Atten­dorn vor aus­ver­kauf­tem Saal. Anhand der Atten­dor­ner Stadt­hym­ne, die neben zahl­rei­chen Ele­men­ten aus der Geschich­te auch auf Wer­te und Beson­der­hei­ten der städ­ti­schen Kul­tur hin­weist, gab die gro­ße Gala einen Blick auf die Han­se­stadt mit ihrer ereig­nis­rei­chen Geschich­te in musi­ka­li­schen Bil­dern.

Eröff­net wur­de das Kon­zert mit dem Stück „1000 Jah­re sind ein Tag“ aus der Feder von Udo Jür­gens, bei dem ein bes­tens auf­ge­leg­ter Mar­tin Thei­le sin­gend die Büh­ne betrat. Anschlie­ßend ver­setz­ten  Orches­ter und Chor sich und das Publi­kum zurück in die mit­tel­al­ter­li­che Zeit der Stadt­grün­dung und erzähl­ten danach trotz aller Freu­de über das Jubi­lä­um auch die dunk­len Zei­ten ihrer Hei­mat­stadt. Zu den musi­ka­li­schen Höhe­punk­ten gehör­ten in die­sem ers­ten Kon­zert­teil die Stü­cke „Pas­ti­me with Good Com­pa­ny“, bei dem die Holz­blä­ser des Orches­ters im Mit­tel­punkt stan­den und die vier­sät­zi­ge Suite „Riku­dim“ von Jan van der Roost, bei der sich neu kom­po­nier­te Tän­ze an die jüdisch-volks­mu­si­ka­li­sche Tra­di­ti­on anleh­nen sowie Bert Apper­monts „Mor­ning Star Varia­ti­ons“, bei denen der Cho­ral von der unend­li­chen Lie­be Got­tes erzählt und nach den dunk­len Stun­den der Stadt­ge­schich­te einen hoff­nungs­vol­len Blick in die Zukunft gibt.

Mit dem The­ma „Kir­che und Glau­be“ ging es dann im zwei­ten Kon­zert­teil wei­ter. In der vik­to­ria­ni­schen Bal­la­de „Jeru­sa­lem-The Holy City“ aus dem Jahr 1892 wer­den die Macht der Lie­be, der König der Herr­lich­keit und das himm­li­sche Jeru­sa­lem besun­gen. Als Solis­tin bei die­sem Stück stand mit Jes­si­ca Wehr­mann die Sän­ge­rin der ver­eins­eig­nen Band „Sur­round Sound“ auf der Büh­ne. Über das Kapi­tel der Brauch­tums­pfle­ge, bei dem der Kar­ne­val, die Oster­tra­di­ti­on und das Schüt­zen­we­sen in Atten­dorn die zen­tra­le Rol­le spiel­ten, gelang­ten die Büh­nen­ak­teu­re zu einem musi­ka­li­schen Gruß an die pro­du­zie­ren­den Gewer­be der Han­se­stadt. „The Race“ mit sei­nem ful­mi­nan­ten Drum­set-Solo von Sebas­ti­an Rau­ter­kus gehör­te hier­bei zur Stück­aus­wahl von Diri­gent Mar­tin Thei­le.

Den Höhe­punkt des Kon­zert­abends bil­de­te das Meis­ter­werk „Die Kro­ne der Schöp­fung“ von Udo Jür­gens, das von vie­len als Kro­ne von Jür­gens‘ musi­ka­li­schen Schaf­fen bezeich­net wur­de. Der von Joa­chim Hei­der pro­du­zier­te und mit den Ber­li­ner Phil­har­mo­ni­kern auf­ge­nom­me­ne Titel ist ein musi­ka­li­sches Epos, mit dem sich Udo Jür­gens selbst ein Denk­mal gesetzt hat. Zusam­men mit dem „Jäger­chor“ aus der Oper „Der Frei­schütz“ von Carl Maria von Weber umschreibt das Stück die ein­zig­ar­ti­ge Natur der Stadt Atten­dorn mit dem Big­ge­see, dem Natur­park Ebbe­ge­bir­ge und der Atta­höh­le.   

Mit dem Schluss­ka­pi­tel „Atten­dorn – Du bist Viel­falt“ ende­te das offi­zi­el­le Kon­zert­pro­gramm mit der Urauf­füh­rung der Atten­dor­ner Stadt­hym­ne in einer neu­en Fas­sung für sin­fo­ni­sches Blas­or­ches­ter und Chor, die extra zu die­sem beson­de­ren Anlass von Lukas Stein­berg arran­giert wur­de.

Natür­lich lie­ßen sich Orches­ter und Chor nicht lan­ge um ihre Zuga­ben bit­ten, doch zuvor betrat der 1. Vor­sit­zen­de des Musik­ver­eins Hans-Wer­ner Schul­te die Büh­ne um Diri­gent Mar­tin Thei­le zu ver­ab­schie­den. Nach 10 Jah­ren als musi­ka­li­scher Lei­ter ver­lässt Thei­le den Musik­ver­ein Licht­ring­hau­sen und wird zukünf­tig den Musik­ver­ein Rho­de diri­gie­ren. Hans-Wer­ner Schul­te bedank­te sich unter ste­hen­den Ova­tio­nen von Orches­ter, Chor und Publi­kum mit einem Abschieds­ge­schenk bei Mar­tin Thei­le für sei­nen uner­müd­li­chen Ein­satz rund um den Ver­ein und für die erfolg­rei­chen Jah­re unter sei­nem Diri­gat. Schul­te hob beson­ders die außer­ge­wöhn­li­chen Kon­zep­te bei den Kon­zer­ten sowie die Auf­trit­te bei den Schüt­zen­fes­ten und in den Mes­sen her­vor, bei denen Thei­le sein Orches­ter jedes Mal zu Höchst­leis­tun­gen antrieb.

Mit Kris­ti­an Palauneck saß der neue musi­ka­li­sche Lei­ter des Musik­ver­eins Licht­ring­hau­sen im Publi­kum und wur­de von Hans-Wer­ner Schul­te herz­lich begrüßt und vor­ge­stellt.  

Nach­dem sich Mar­tin Thei­le von Publi­kum und Orches­ter ver­ab­schie­det hat­te, ließ er es sich nicht neh­men sei­ne Musi­ker und Musi­ke­rin­nen bei den Zuga­ben ein letz­tes Mal zu diri­gie­ren. Als ers­te Zuga­be erklang der Atten­dor­ner Schüt­zen­marsch, bei dem die Fähn­ri­che der Schüt­zen­ge­sell­schaft Atten­dorn ihre Fah­nen im wei­ten Rund der Stadt­hal­le schwenk­ten. Als letz­tes Stück hat­te Thei­le die Euro­pa­hym­ne aus­ge­wählt, die in die­ser außer­ge­wöhn­li­chen Zeit für vie­le Men­schen sicher­lich eine beson­de­re Bedeu­tung besitzt.

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