1998 – 2007

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Schmuckscheibe 1998

Gestiftet von: Harald Krönig
Erworben von: Theo Korte

Harald Krönig beauftragte Frau Marlies Backhaus mit der Herstellung seiner Scheibe (Öl auf Holz). Die Farbgestaltung ist eine Anlehnung an das Plakat zum 775-jährigen Stadtjubiläum von der gleichen Künstlerin.
Unter der Schießscheibe links das Portal des bis zum Jahr 1986 am Hohlen Weg in Attendorn genutzten alten Amtsgerichtes und daneben die Waage Justitias nehmen Bezug auf den Beruf des Stifters (Rechtsanwalt). Das Portal rechts zeigt den Haupteingang des Hauses an der Finnentroper Straße (Villa Isphording), wo ab 1996 die Kanzlei der Rechtsanwälte/Notare Geene, Dr. Sangermann, Krönig untergebracht ist.
Die Lavaboniesche mit -kessel weist sowohl auf das alte Rathaus, in dem heute das Südsauerlandmuseum untergebracht ist (mittelalterliche Stätte der Gerichtsbarkeit), wie auch Harald Krönigs Mitgliedschaft als Vorsitzender im Attendorner Heimatvereines hin.
Krone und der Buchstabe K (Initiale des Stifters) stehen zum Namen „Krönig“.

Schmuckscheibe 1999

Gestiftet von: Theo Korte
Erworben von: Thomas Höffer

[inspic=186,left,fullscreen,thumb,:97]Der amtierende Scheibenkönig 1998, Theo Korte, gleichzeitig auch 2. Vorsitzender des „Osterfeuerverein Attendorn e.V.“, stiftet die Scheibe für seinen Nachfolger.
Sie wurde von Friedhelm Heseler in Öl gemalt und zeigt die wichtigsten Attendorner Ostermotive:

Im äußeren Rand sind zwei „Ostersemmel“ dargestellt.
Ostersemmel backen die Attendorner Bäcker nur zur Osterzeit. Sie bestehen aus Roggen- und Weizenmehl, Sauerteig, Salz und eingeweichtem Kümmel. Die Form erinnert an die Schwanzflosse eines Fisches, dem Erkennungszeichen der Frühchristen. An jedem Karsamstag um 14.oo Uhr werden bei der Pfarrkirche die Semmel gesegnet. Aufzeichnungen über diesen Brauch findet man in den Kirchenbüchern im Jahre 1658 erstmalig.

In der Mitte befindet sich die Abbildung „Brennendes Osterkreuz“.
Zur Frühlingssonnenwende wurden Feuer bereits zur germanischen Zeit abgebrannt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Osterfeuer von Attendorn erstmals schriftlich erwähnt, sind jedoch vermutlich viel älter. Ca. 1870 organisierten sich die vier Osterfeuervereine Ennester- Kölner-, Niederstes- und Wassertor (nach den vier ehemaligen Stadttoren benannt). 1932 wurde der Osterfeuerverein Attendorn in das Vereinsregister eingetragen.
Die Osterkreuze heute haben eine Länge von ca. 30 Metern und werden nach alter Sitte mit Muskelkraft aufgestellt. Für die Feuer werden an den Samstagen zwischen Karneval und Ostern von den „Poskebrüdern“ mehrere LKW-Ladungen Holz „gestellt“.

Auf der Scheibe befinden sich links und rechts neben dem Osterfeuer die „vier Lüchten“ .
Die Osterlaternen werden am Ostersonntag nach dem Abbrennen der Osterfeuer der Osterprozession, die von allen vier „Poten“ aus beginnt, von den Poskebrüdern voran getragen.
Oben links sehen wir die älteste, noch vorhandene Lüchte der „Kölner Poorte“. Sie ist im Jahre 1808 von Anton Bischoff, von Beruf Blechschläger, hergestellt worden. Der Junggeselle Anton Bischoff betreute die Straßenlaternen von Attendorn und übte das Amt des Nachtwächters aus. Peter Graf, genannt Rinnenpeter, hat dann später die Elektrifizierung vorgenommen und kleinere Reparaturen durchgeführt.

Darunter befindet sich die der „Ennester Pote“. Sie ist nicht in Attendorn hergestellt worden. Die Poskebrüder Johann Brinker, Robert Velte, und der damalige Poskevatter Wilhelm Viegener haben 1933 die Laterne irgendwo auswärts in Auftrag gegeben. Die Ennester Pote kann noch eine Lüchte, die aus der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrunderts stammt, ihr Eigen nennen. Sie ist im Kreisheimatmuseum ausgestellt.

Oben rechts die Abbildung der Lüchte der „Niedersten Porte“.
Die Vorgängerlüchte wurde gestohlen und ist nie wieder aufgetaucht. Als Ersatz wurde von Friedrich Bischoff, Großvater unseres amtierenden Schützenhauptmannes Werner Bischoff eine Neue gebaut. Die Form ist dem Grundriß des Kölner Domes nachempfunden. Die vier Quadrate erinnern an die vier Evangelisten.

Die Laterne der „Wasserpoote“, unten rechts, ist die schwerste und wird mittels eines Tragegestells von verschiedenen Poskebrüdern abwechselnd getragen. Sie wurde auch vor 1900 hergestellt und hatte ursprünglich keine Verglasung. Hier hat man zuerst offene Kerzen verwendet. Der Attendorner Malermeister Clemens Ortmann hat dann später eine Verglasung vorgenommen und nach eigenen Entwürfen bemalt. Im Jahr 1976 wurde die Lüchte restauriert und mit einer neuen Verglasung versehen.

Schmuckscheibe 2000

Gestiftet von: Thomas Höffer
Erworben von: Josef Kemmerich

[inspic=187,left,fullscreen,thumb,:97]Die Scheibe besteht aus Vor- und Rückseite. Auf der Rückseite steht im Rand noch die Jahreszahl 1999. Thomas Höffer schreibt:
„Motiv dieser Schmuckscheibe ist meine Königsplakette, die von der Goldschmiede Norbert Hamm in Attendorn nach meinem Entwurf hergestellt wurde. Erstmals wurde eine Königsplakette vollflächig als Einzelthema Motiv einer Schmuckscheibe. Diese Idee entstand im Gespräch mit Gerhard Höffer und konnte dank der Mithilfe meines Freundes Franz-Josef Sangermann in die Tat umgesetzt werden. Die Scheibe spannt einen Bogen zwischen der persönlichen, räum- lichen und zeitlichen Dimension meines Königsjahres.
Die vier äußeren Darstellungen zeigen meine persönlichen Bezugspunkte Beruf, Familie, Ehrenamt und Freizeit, die sich wiederum auf den räumlichen Bereich meiner Heimatstadt Attendorn beziehen.
Zeitlicher Bezugspunkt ist das 1200 jährige Jubiläum im Jahre 1999 des Erzbistums Paderborn, dem Attendorn, die Schützen- gesellschaft und damit auch ich angehöre.
Damit schließt sich der Kreis, den diese Scheibe versinnbildlicht“.
Attendorn im Juli 2000
Unterschrift Thomas Höffer, Fotografie: Dirk Albrecht, Gestaltung: DTP Ilka Schmidt, Druck: Marx und Moschner.

Schmuckscheibe 2001

Gestiftet von: Josef Kemmerich
Erworben von: Axel Beul

[inspic=188,left,fullscreen,thumb,:97]Der Scheibenkönig hat auch in diesem Jahr Erich Johannes mit der Ausgestaltung der Scheibe betraut.
Als Motive wählte Josef Kemmerich das Haus Schemperstraße 13, in dem heute das „Bierhaus Bellebaum“ beheimatet ist. Es ist sein Geburtshaus.
Als zweites Gebäude ist das Haus in der Breiten Straße abgebildet, in dem die Firma Gebrüder Kemmerich als Erstes ihre Fertigung aufgenommen hat.
Ein weiteres Motiv ist der Blick von der Stadthalle aus auf die historische Innenstadt mit dem „Sauerländer Dom“.
Auf dem unteren Rand sehen wir das Familienwappen der Kemmerichs.

Zur Technik:
Die Holzscheibe ist mit Ochsengalle als Netzmittel behandelt, damit die Farbe (Gouache-Technik) hält. Eine Fixierung mit Gemäldefirnis sichert die Dauerhaftigkei.

Schmuckscheibe 2002

Gestiftet von: Axel Beul
Erworben von: Horst Sauerländer

[inspic=189,left,fullscreen,thumb,:97]Bei der Scheibe von Axel Beul handelt es sich um eine 22 mm dicke Tischlerplatte aus der Werkstatt von Schreinermeister Norbert Lütteke. Frau Marlies Backhaus übernahm die künstlerische Gestaltung. Der Bildgrund wurde abstrakt mit Acrylfarbe grundiert, ausgespachtelt und die Motive gegenständlich herausgeholt. Die bunten und grellen Farben mit ihren fließenden Übergängen sollen für die Geselligkeit, den Zusammenhalt und der damit verbundenen außerordentlich guten Zusammenarbeit des Vorstandes der Königskompanie mit der Schützengesellschaft stehen. Oben links ist die Kapelle Waldenburg zu sehen. Durch die Hochzeit mit „seiner“ Königin Uschi Beul wurde dort der Grundstein für eine neue Generation gelegt. In der Mitte links das Wohnhaus der Familie von Axel und Uschi Beul. Oben rechts befindet sich der Pastoratsplatz mit dem Brunnen, was für die Verbundenheit mit der Heimatstadt und die Unterstützung zum Erhalt von Kulturgut stehen soll. Unten in der Mitte der Schmuckscheibe befindet sich das Abbild eines „Gelbgießers“. Axel Beul hat dieses Motiv seinem verstorbenen Vater zum vierzigjährigen Königsjubiläum gewidmet. Das selbe Motiv befindet sich auf der Königsplakette von 1961. Außerdem ist es ein Andenken an die St. Agatha Zunft und symbolisiert den Fortbestand der Firma Beulco in der dritten Generation.

Schmuckscheibe 2003

Gestiftet von: Horst Sauerländer
Erworben von: Dr. Robert Nöbel

[inspic=190,left,fullscreen,thumb,:97]In der Trilogie der Schmuckscheiben, der Künstlerin Marlies Backhaus, ist diese die letzte. Auch hier wurde eine Tischlerplatte abstrakt mit Acrylfarbe grundiert. Die Motive sind gegen- ständlich und lösen sich zum Hintergrund auf. Oben links erblickt man den „Sauerländer Dom“ aus der Sicht vom Ennester Tor. Drei Wochen vor dem Königsschuss wurde hier das Regentenpaar getraut. Dem gegenüber sieht man die Fahne des MGV Sauerlandia mit dem Stadtwappen und Konterfei des Kölner Erzbischofs Engelbert, welcher Attendorn im Jahre 1222 die Stadtrechte und somit auch die Wehrhaftigkeit verlieh. Neben dem Stadtwappen ist das Gründungsjahr 1913 des MGV Sauerlandia aufgeführt. Horst Sauerländer, der seit 1981 dem Verein angehört, wählte dieses Motiv zum diesjährigen 90. Chorjubiläum. Unten rechts findet man das Motiv des Heiligenhäuschens an der Einfahrt zum Bremger Weg, wo das Elternhaus steht, in dem das Königspaar wohnt. Bis 1962 stand das Heiligenhäuschen an der Gabelung Windhauser Straße/Bremger Weg, bis es durch einen schweren Verkehrsunfall zerstört wurde. Von Mai bis Juli 1981 bauten die Bewohner von Hahnbeul und Bremger Weg das Heiligenhäuschen in vielen uneigennützigen Stunden, unterstützt durch Spenden vieler Anderer, wieder auf. Seit dem steht es wieder da im alten Glanz zur Ehre Gottes, als sichtbares Zeichen des Glaubens und der Gemeinschaft dieses Viertels. Ganz geschickt verstand es die Künstlerin, im Ufer des Heiligenhäuschens eine Verbindung, in der Darstellung einer Hucke, auf die Verbundenheit von Horst Sauerländer zu dem Osterfeuerverein Ennester Pote (auch Huckenpote genannt), der er seit Kindesbeinen angehört, zu schaffen. Unten links am Bildrand sieht man die drei „Iserköppe“ (vermeintliche Beutestücke aus dem 30jährigen Krieg) welche seit 1994 von Personen des Schießclubs der Schützengemeinschaft des MGV Sauerlandia, deren Mitglied Horst Sauerländer ist, alljährlich auf Schützenfest getragen werden. Gleichzeitig sollen sie für die kulturelle und traditionelle Verbundenheit zur Schützenge- sellschaft Attendorn 1222 e.V. stehen. In der darüber befindlichen Zielscheibe findet man noch einmal alle Farbtöne, mit der die Künstlerin arbeitete, wieder.

Schmuckscheibe 2004

Gestiftet von: Dr. Robert Nöbel
Erworben von: Christoph Kemmerich

[inspic=191,left,fullscreen,thumb,:97]Die Schmuckscheibe 2004 der Schützengesell- schaft Attendorn 1222, gestiftet vom Scheiben-könig 2003, Dr. Robert Nöbel, wurde von Frau Marlies Backhaus gestaltet.

Die unterschiedlichen Motive stellen Stationen im Leben des amtierenden Scheibenkönigs dar.

Als Hinweis auf den Geburtsort Altenkleusheim
sieht man in der Mitte der Scheibe den Giebel der Kapelle der Lourdes-Grotte und am rechten Rand die Muttergottesstatue der Grotte.

Links oben das Rivius-Gymnasium, Symbol für die Gymnasialzeit mit der Abiturprüfung 1969. Danach folgte die Lehrzeit in der Löwen – Apotheke, der Beginn der medizinischen Laufbahn.

Die strahlende Zahnreihe oben rechts und weiter unten links zwei angedeutete Einzelzähne sind ein Synonym für den beruflichen Alltag als Zahnarzt. Die moderne Skulptur im Kreisel des Kölner Tores ist das Ziel – die Praxis in der Kölner Straße, am Kölner Tor, und gleichzeitig die Zielscheibe für den kommenden Scheibenkönig 2004

Die Hellebarde am unteren Bildrand weist auf die langjährige Erfahrung als Hellebardenträger hin.

Schmuckscheibe 2005

Gestiftet von: Christoph Kemmerich
Erworben von: Stefan Pompe

[inspic=196,left,fullscreen,thumb,:97]Die von Christoph Kemmerich gespendete Schmuckscheibe wurde erneut vom Attendorner Künstler Erich Johannes in einer Gouache-Technik auf Holz angefertigt. Ziel war eine klare Gliederung, damit die Scheibe auch im Vorbeimarsch vom Publikum gesehen und die Motive erkannt werden können. Auch sie trägt als zentrales Motiv den Bieketurm. Als zweites Motiv ist die Skyline des neuen Presswerks der Firma Kemmerich im Industriegebiet Askay abgebildet. Sie steht als Sinnbild für den aus dem Zusammenhang der Familie resultierenden Erfolg. Rechts ist das Zunftzeichen der Schlosser abgebildet, das für den von Christoph Kemmerich mit Liebe ausgeübten Beruf des Werkzeugmachermeisters steht. Die Narrenkappe steht als Sinnbild für die Mitgliedschaft im Festausschuss der Karnevalsgesellschaft Attendorn.

Schmuckscheibe 2006

Gestiftet von: Stefan Pompe
Erworben von: Rüdiger Schulte

[inspic=195,left,fullscreen,thumb,:97]Als Zentralmotiv für seine Schmuckscheibe wählte der Scheibenkönig den Fassadenausschnitt des Rivius Gymnasiums mit dem Eingangsportal und dem Schriftzug über der Supraporte „DEO MUSIS PATRIAE“ (Für Gott – für die Künste – für das Vaterland), Hinweise auf Werte, die wieder an Bedeutung gewinnen. Hier machte er vor 20 Jahren das Abitur. Geschnitzt sind links ein Schreinerwappen als Hinweis auf den Beruf und die Schreinerei Pompe. Gegenüber rechts ist der Paradevogel der Schützengesellschaft dargestellt hinsichtlich der Stiftung des Vogels von Vater Rudolf Pompe. Gleichzeitig gilt die Darstellung als Hinweis auf die Fertigung der Adler für den Kugelfang zu den Schützenfesten seit 1991.
Die Scheibe wurde in bewährter Weise von Erich Johannes hergestellt, in Öl gemalt auf Holz, als Kombination mit geschnitzten Holzreliefs.

Schmuckscheibe 2007

Gestiftet von: Rüdiger Schulte
Erworben von: Michael Frey

[inspic=979,left,fullscreen,thumb,:97]Als Motiv sieht man u. a. die Wappen der Städte Schmallenberg, Attendorn und Lübeck. Das Schmallenberger Wappen gilt als Hinweis auf den Geburtsort des Königs. Die Wappen Attendorns und Lübecks verweisen auf die Handelsbeziehungen der beiden Hansestädte in der Hansezeit. Das Lübecker Wappen verweist weiter auf die achteinhalb jährige Tätigkeit von Rüdiger Schulte bei der Sparkasse in Lübeck, auf die u. a. seine heutige Tätigkeit als Direktor der Sparkasse in Attendorn folgte. Darauf nimmt auch das dargestellte Sparkassenlogo Bezug.

Der Bezug der Familiengeschichte wird durch die Darstellung des Wappens der Schmallenberger Familie Schulte hergestellt.

Die Bildmitte beherrscht die Portaldarstellung der Oberburg der Burg Schnellenberg. Das Portal steht symbolisch für Wehrhaftigkeit und Sicherheit und gibt die Grundlage für einen angedachten Slogan im Zusammenhang mit dem Betätigungsfeld des Königs bei der Sparkasse: „Sicherheit im Zeichen der Burg“.

Hergestellt von Erich Johannes – In Öl gemalt auf Holz –