Der Evangelische Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg setzt die klaren Standards zum Schutz vor und im Umgang mit sexualisierter Gewalt weiter konsequent um. Die umfangreichen Maßnahmen basieren auf dem ‚Kirchengesetz zum Schutz vor sexualisierter Gewalt‘ vom 1. März 2021. Infolgedessen wurden nun mit Jutta Tripp und Stefan Schick zwei Hauptamtliche des Kirchenkreises als weitere Multiplikatoren ausgebildet. Sie sind dafür verantwortlich, dass innerhalb des Kirchenkreis ca. 1000 Mitarbeitenden entsprechend geschult werden können.


Die umfangreiche Ausbildung der Multiplikatoren des Kirchenkreises umfasste zum einen die Schulungsinhalte zur Erarbeitung von zielgruppenspezifischen Schulungen. Zum anderen ging es in der Ausbildung um vertieftes Fachwissen in vier Themenschwerpunkten: Vertraulichkeit, Verschwiegenheit, Seelsorgegeheimnis – Sexualstrafrecht – Arbeits- und Dienstrecht sowie Handel im Dreieck zwischen
Betroffenen, Beschuldigten und Institution.

Nach der erfolgreichen Ausbildung erhielten Jutta Tripp und Stefan Schick von Superintendent Dr. Christof Grote ihre Zertifikate. Dabei betonte der Superintendent des heimischen Kirchenkreises erneut die hohe Bedeutung der Ausbildung und den damit zusammenhängenden Maßnahmen. Denn mit Blick auf Ereignisse in der Vergangenheit haben Intervention und Prävention von sexualisierter Gewalt höchste
Priorität. „Wir haben in unserem Kirchenkreis selbst schmerzlich erfahren, welches Leid und welche Konsequenzen ausgelöst werden, wenn Menschen das Umfeld von Kirche ausnutzen und ihre Macht missbrauchen. So mussten Menschen Schreckliches durchleben, in einem Raum, in dem sie eigentlich geschützt sein müssen. Dies darf sich bei uns nie mehr wiederholen. Dafür haben wir als Kirchenkreis bislang schon viel aufgewendet und werden in Zukunft weiter sehr viel investieren“, so Christof Grote.


Bereits zu Beginn dieses Jahres hatten Andrea Bäcker und Monika Triffo als ausgebildete Multiplikatorinnen im Kirchenkreis damit begonnen Maßnahmen umzusetzen und Mitarbeitende zu schulen. Ziel ist es, die Teilnehmenden für das Thema zu sensibilisieren, Faktenwissen zu vermitteln und gemeinsam zu erörtern, wie Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene vor sexuellen Übergriffen geschützt werden können. Dabei ist es wichtig zu vermitteln, wie die Ausnutzung von Macht und Abhängigkeitsverhältnissen zu erkennen sind, diese dann zu unterbinden und damit Übergriffen vorzubeugen.


Mit der erfolgreichen Ausbildung von Jutta Tripp und Stefan Schick sind nun insgesamt vier Multiplikatoren des heimischen Kirchenkreises im Einsatz. Die umfangreichen Maßnahmen auf dieser Ebene sind unbefristet angelegt. Nach den Schulungen der ca. 1000 Mitarbeitenden, werden für den Kirchenkreis und seine Einrichtungen sowie die Kirchengemeinden entsprechende Schutzkonzepte entwickeln. Auf die Verantwortlichen kommt in der Zukunft somit sehr viel Arbeit zu. Ein großer Aufwand, der auf Ebene des heimischen Kirchenkreises berechtigterweise einen hohen Stellenwert erhält.

©EKKLP

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