Die Jahrgangsstufe 8 am Rivius Gymnasium der Stadt Attendorn erlebte Suchtprävention anders als erwartet. Improvisationstheater, Fragerunden und Interaktion zeigten deutlich, dass Suchtprävention mehr ist als Wissen über Drogen.

Dank der Initiatorinnen Carmen Decker und Verena Stamm sowie der finanziellen Unterstützung eines anonymen Spenders, konnte das Improvisationstheater RequiSiT aus Hattersheim (nahe Frankfurt) eingeladen werden. Was die Schüler an diesem Vormittag erwartete, war auch für die betreuenden Lehrer unterhaltsam und lehrreich:

Die Achtklässler wurden aktiv in das Improvisationstheaterstück einbezogen. Nach einem stimmungsvollen Saxophonsolo mit Klavierbegleitung, führten die Schauspieler lustige Dialoge vor, die auf Zuruf aus dem Publikum kamen.

Ein Gang in den dunklen Keller eines Hauses wurde wiederholt in verschiedenen Stimmungen wie depressiv oder aufgeregt vorgespielt.

Zuletzt bekamen die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe, sich unter Abwesenheit einer Schauspielerin eine nützliche Erfindung auszudenken, die es noch nicht gibt. Nach Vorschlägen wie einer „Hausaufgabenmachmaschine“, sich selbst schnürenden Schnürsenkeln oder einer sich selbst einräumenden Spülmaschine, fand eine Uhr, aus der sich ein gemütlicher Sessel auf Knopfdruck entfaltet, den meisten Zuspruch. Anschließend wurden dem von dieser Erfindung ahnungslosen Schauspieler durch eine zweite Schauspielerin von hinten Arme verliehen, die ihm pantomimisch die Erfindung so vorspielten, dass er sie mit viel Interaktion erraten konnte.

Im Anschluss an das Theaterspiel wurden offene Fragerunden mit den Schauspielern gebildet. Da die Schauspieler alle einmal abhängig waren, verdeutlichten die Lebensläufe überzeugend, dass ausnahmslos jede Droge zu Sucht und Abhängigkeit führen kann. Die vorherige Interaktion zwischen den Schauspielern und den jungen Rivianern schuf die notwendige Vertrauensbasis für diese Gespräche.

Besonders positiv empfanden alle, dass nicht die verschiedenen Drogenarten und deren Gefahren für Leib und Leben im Mittelpunkt standen, sondern der einzelne Schüler. Denn die beste Drogenprävention ist die Stärkung des Selbstwertgefühls, das Fördern von Interessen und das Entgegenbringen von Wertschätzung.

Anderen empfehlen

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here