Bei brütender Hitze von über 4o Grad auf der Bühne der Stadthalle Attendorn entführte die Große VielHarmonie des Rivius Gymnasiums die rund 400 Zuhörer ihres Sommerkonzertes in die Welt der Mythen und der Fantasie.

Brachte die wohlklingend gestaltete „Morgenstimmung“ akustisch noch die Kühle einer durch den Nebel aufbrechenden schwachen Sonne in den Saal, stiegen die Temperaturen schon merklich an bei zwei überaus plastisch zelebrierten Tanzsätzen aus der „Holberg Suite“ und dem „Marsch der Zwerge“ von Edvard Grieg, wobei sich die Zuhörer an dem deutlich gestalteten Wechsel von in Reih und Glied betriebsam eilenden und dann wiederum aufgeregt herumzappelnden Zwergen erfreuen konnten. Schon hier präsentierte sich den Gästen nicht nur der akustische Genuss, sondern auch ein visueller durch vorzüglich zur Musik gestaltete Bilder.

Der Streichernachwuchs der Schule aus den Jahrgangsstufen 5 – 7 heizte das Klima mit dem Protestsong „We will rock you“ weiter an.  Mit ihrer wütend musizierten Hauptmelodie sowie dem berühmten rhythmischen Gestampfe bildete diese Nummer einen grandiosen Kontrapunkt zu dem bis dahin gehörten Wohlklang.

Das Hauptthema der Muppet Show brachte ebenfalls keine Abkühlung, sodass unter Leitung von Melina Klees  und Julia Klees am Klavier  die Tänze eines Mückenschwarms in der brütenden Hitze eines Sommernachmittag nicht nur akustisch, sondern beobachtbar und fühlbar wurde: die inzwischen deutlich gestiegenen Temperaturen in der Stadthalle unterstützen die Fantasie der Zuschauer in besonderem Maße, wobei auch der begeisterte Beifall für diese gelungenen Darbietungen keine Abkühlung brachte!

Im Anschluss betraten die 77 Schüler, Eltern und Ehemaligen des Rivius-Orchesters, nun mit Fächer und Wasserflasche ausgerüstet, die Bühne, denn entsprechend den Temperaturen im Saal ging es musikalisch zunächst in die Hitze des Wilden Westens, sodann in den Orient und nach Asien.

Wo man sich gerade befand, erklärten die Theaterkinder der Jahrgangsstufe 5 in vorbereitenden bzw. überleitenden, lebendig vorgetragenen Texten.

So konnten sich z.B. auch Zuhörer, die den Film „Pocahontas“ nicht kannten, die mit viel Gefühl und Sorgfalt in der melodiösen Linienführung erzählte, an anderer Stelle mit bedrohlicher Wucht präsentierte Geschichte durch die in allen Instrumentengruppen gut aufgestellte „Große Vielharmonie“ unter Leitung von Gisela Brenne detailreich vorstellen.

Die Musik zu dem orientalischen Märchen „Aladdin“ gestaltete das Orchester als großartiges Klanggemälde. Die Zuhörer konnten mit Aladdin förmlich über einen orientalischen Basar mit seinen Gerüchen von Gewürzen, duftenden Salben, in wertvolle Stoffe gehüllte Menschen, Schlangenbeschwörern und Bauchtänzern schlendern.

Ein Einblick in die sagenumwobene Welt der

Foto: Alexander Bay

legendären Samurai, der japanischen Krieger des Mittelalters mit ihrem auch heute noch bestaunten Ehrenkodex, folgte. Das Orchester schaffte es, einen das gesamte Werk umfassenden Spannungsbogen von düster erschaudernden Klängen zu Beginn des Stückes über auf den Instrumenten erzeugten Geräuschen, brachialen Trommelklängen und gequälten Schreien, die ins Mark der Zuhörer gingen, aufzubauen: eine wahrhaft Gänsehaut erzeugende Interpretation der Filmmusik von Hans Zimmer! Bravo!!!

Heiter und entspannt ging das Konzert mit „The Jungle Book“ dem subtropischen Klima entsprechend seinem offiziellen Höhepunkt und Abschluss entgegen: Nach dem virtuosen Marsch mit Piccolo-Solo der Dschungel-Parade des Colonel Hathi folgte in einem Wechselspiel von Flöte und Oboe die Schlange Ka. In der Aufforderung „Probiers mal mit Gemütlichkeit“ glänzte der Trompeter Julius Griese, der in seinem jazzigen Solo in „I Wanna Be Like You“ ebenso überzeugte wie Adrian Maiworm und Tabea Klauke (Klarinette), die das Publikum mit ihrer mitreißenden Spielfreude so sehr begeisterten, dass der ein oder andere sich schon beim Mitklatschen ertappte. Ein fulminanter Abschluss eines hervorragenden Konzertes erhielt frenetischen Beifall und Standing Ovations!

Foto: Alexander Bay

Schulleiter Rudolf Hermanns dankte nach diesem fulminanten Abschluss bei Orchesterleiterin Gisela Brenne und den so hochmotivierten Musikerinnen und Musikern für einen grandiosen Abend und konnte sich als Zugabe über „Poker Face“ freuen, wobei sich aus dem Orchester ein hervorragender Chor formierte.

 

Anderen empfehlen

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here