attendorner geschichten - kulturring konzert rivius
Foto: aeneias-photography

Dass die in der Reihe „Best of NRW“ geförderten jungen Künstler als Hoffnungsträger ihrer Generation bezeichnet werden können, bewies eindrücklich der Klavierabend mit dem 20jährigen Pianisten Jun-Ho Gabriel Yeo in der Aula des Rivius Gymnasiums in Attendorn.

Die Vorsitzende des Attendorner Kulturringes, Barbara Wilkmann, verwies auf die Erfolgsgeschichte dieses u.a. von der Werner Richard–Dr. Carl Dörken Stiftung und der Eibach-Stiftung geförderten Projektes, wenn man bedenke, wie viele große Namen der heutigen Klassikszene aus dieser Konzertreihe hervorgegangen seien.

Der bereits früh mit Preisen überhäufte und schon vor fünf Jahren in das Förderprogramm der Werner Richard-Dr. Carl Dörken Stiftung aufgenommene Jun-Ho Gabriel Yeo versetzte das Attendorner Publikum schon im ersten Teil seines Programms in Staunen ob seiner hohen Musikalität und technischen Perfektion, mit der er die im Charakter sehr unterschiedlichen Werke fein differenziert darbot, lebhaft, bewegt und äußerst engagiert sowie in den elegischen Passagen zart mit wunderbar sanftem Anschlag.

Nach dem in völliger Ruhe, fast andächtig vorgetragenen Eingangsstück „Nun komm der Heiden Heiland“ – für Klavier transkribiert von Busoni – und dem heller klingenden „Jesu, Joy of Man´s Desiring“ entfaltete Yeo sein ganzes Talent in der für sein jugendliches Alter  ungewöhnlich reifen Gestaltung der „Fünf Klavierstücke op. 133“ von Robert Schumann und vor allem in der Sonate Nr. 4 c-moll von Sergej Prokofieff. 

Jun-Ho Gabriel Yeo zog das Publikum aber restlos in seinen Bann mit seiner fantastischen und geradezu spannenden Interpretation der berühmten Sonate h-moll S. 178 von Franz Liszt, die als größte und technisch wie musikalisch anspruchsvollste Klaviersonate des 19. Jahrhunderts gilt. Künstler und Publikum schienen zu einem harmonischen Ganzen zu verschmelzen. Wie gebannt lauschte es dem explosiven, kraftvoll mit deutlichem Körpereinsatz und innerer Bewegtheit präsentierten Thema zu Beginn und im Finale genauso wie dem sehr melodischen, schön weich ausgespielten, fast verträumt wirkenden Mittelteil.

So wie die Zuhörer dem Pianisten vor den ersten Takten in vollster Stille genügend Zeit für eine äußerste Konzentration ließen, so verblieben sie auch nach den letzten Klängen in verhaltener Spannung, bis der Künstler diese löste und es die Zuhörer bei tosendem Applaus von den Stühlen riss.

Jun-Ho Gabriel Yeo bedankte sich beim Publikum auf seine überaus sympathische Art für die so angenehme Konzertatmosphäre und verabschiedete sich mit „Nuages Gris“ (Trübe Wolken) – ebenfalls von Liszt.

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