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Dr. med. Andriy Lytvyn, Ltd. Oberarzt Sektion Wirbelsäulenchirurgie, referiert über Therapieoptionen bei Wirbelsäulenerkrankungen (Foto: Kathrin Menke).

Der erfahrene Wirbelsäulenchirurg Dr. med. Andriy Lytvyn verstärkt mit seiner Expertise das Team der Orthopädie und Unfallchirurgie von Chefarzt Dr. Manfred Kemmerling an der Helios Klinik Attendorn. In seinem Vortrag

Neue Methoden gegen Rückenschmerzen
06. Februar 2019 um 16 Uhr
Großer Saal der Helios Klinik Attendorn

wird er über Entstehung und damit die Möglichkeiten der Vermeidung von Wirbelsäulenerkrankungen sprechen. Die besten konservativen und operativen Behandlungsoptionen werden an der Klinik in Attendorn ebenso angeboten wie die sogenannte „Neuromodulation“.

Wie hilft die Neuromodulation?
Diese Methode der Schmerzausschaltung mittels elektrischer Impulse direkt am Nerv oder Rückenmark kann für Patienten mit chronischen Schmerzen, bei denen andere Schmerztherapien keinen Erfolg erreichen, eine Rettung sein. Nach intensiver Überprüfung der Vorgeschichte und eingehender Aufklärung erhält der Patient in einer minimalinvasiven Operation eine Elektrode direkt an den gereizten Nerv oder an die hintere Rückenmarkhaut implantiert. Die Elektrode sendet schwache Stromimpulse aus und beeinflusst so die Reizübermittlung ins Gehirn. Wenn der Operateur die Elektrode richtig platziert hat, erlebt der Patient schon während der OP eine deutliche Schmerzreduktion. Die Stärke der Reizunterdrückung kann er selbst über eine Fernbedienung nach der Operation justieren.

Zunächst erfolgt eine mehrtätige intensive Testphase, in der ein externer Stromgenerator angeschlossen und an die Haut angeklebt wird. Drei Tage soll der Patient im Krankenhaus und vier Tage lang zuhause, unter realer Alltagsbelastung, die Wirkung überprüfen. Erst wenn feststeht, dass er wirklich profitiert, wird auch die Stromquelle in den Körper implantiert. Dank hochwertiger Akkus kann sie dort mehrere Jahre verweilen.

Welche Krankheitsbilder können behandelt werden?
Dr. Lytvyn hat Erfahrung mit Schmerzausschaltung im ganzen Körper, wenn sich das Leiden auf eine bestimmte Region, also einzelne Nervenstränge beschränkt. Bei Systemerkrankungen wie Rheuma, wo oft der ganze Körper betroffen ist, eignet sich diese Methode nicht. „Zu den klassischen Einsatzgebieten für Neuromodulation gehören chronische Schmerzen nach Wirbelsäulenoperationen, bei Durchblutungsstörungen in den Beinen, bei der Krankheit CRPS (Morbus Sudek) oder bei den Patienten, bei denen trotz professioneller Schmerztherapie keine ausreichende Schmerzlinderung erreicht wurde. Der Eingriff kann im Bedarfsfall jederzeit rückgängig gemacht werden, was ich für einen großen Vorteil halte“, erklärt Dr. Lytvyn.

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