Auf Einladung der Initiative „Jüdisch in Attendorn“ und

attendorner geschichten - holocaust

in Zusammenarbeit mit der Hansestadt Attendorn und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland wird die Holocaust-Überlebende Dr. Michaela Vidláková auf ihrer aktuellen Vortragsreise am Dienstag, 22. Januar 2019, Station in Attendorn machen.

 

Unter dem Titel „Ich war ein Kind in Theresienstadt“ steht Sie in der 3. und 4. Unterrichtsstunde (9.45 Uhr bis 11.15 Uhr) in der Aula des Rivius Gymnasiums in Attendorn ca. 120 Schülerinnen und Schülern der vier weiterführenden Schulen der Stadt Rede und Antwort.

 

Die tschechische Holocaustüberlebende Dr. Michaela Vidláková berichtet über ihre Inhaftierung im KZ Theresienstadt und wie es ihr und ihren Eltern gelang zu überleben.

 

Michaela Vidláková, geb. Lauscherova, wird am 30. Dezember 1936 in Prag in einer jüdischen, zionistisch orientierten Familie geboren. Als sie zwei Jahre alt ist, wird die Tschechoslowakei von der deutschen Wehrmacht überfallen. Kurz danach werden im Protektorat Böhmen und Mähren die Nürnberger Gesetze eingeführt. Als jüdisches Kind erlebt sie die Folgen der diskriminierenden Verbote und Anordnungen. Im Dezember 1942 wird die 6-Jährige mit ihren Eltern ins KZ Theresienstadt deportiert. Michaela kommt dort zunächst ins Kinderheim, dann schwerkrank in das Infektionskrankenhaus. Sie erlebt die sog. „Verschönerungsaktion“, mit der eine Delegation des Internationalen Roten Kreuzes getäuscht werden sollte. Durch Glück und Zufall werden Michaela und ihre Eltern nicht in ein Vernichtungslager deportiert.

 

Frau Vidláková gehört zu den wenigen Theresienstädter Kindern, die den Holocaust überlebt haben. Erst nach dem Krieg kann sie zur Schule gehen. Sie beginnt in der 4. Klasse der Grundschule, besucht dann das Gymnasium und studiert später Naturwissenschaften an der Karls-Universität in Prag. Als 16-Jährige wird Michaela Vidláková in der kommunistischen Tschechoslowakei wegen eines Fluchtversuchs verhaftet. Nach dem Studium arbeitet sie im Labor eines medizinischen Forschungsinstituts. Seit ihrer Pensionierung engagiert sie sich als Zeitzeugin. Sie ist Vorstandsmitglied der Theresienstädter Initiative und auch in der Jüdischen Gemeinde in Prag aktiv. Michaela Vidláková lebt in Prag, ist verwitwet und hat einen verheirateten Sohn.

 

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