Das Forum des St.-Ursula-Gymnasiums in Attendorn wurde kürzlich seiner lateinischen Benennung nach einem Marktplatz oder Treffpunkt wieder einmal voll gerecht. Denn 25 Kinder aus den dritten und vierten Schuljahren der umliegenden Grundschulen hatten sich dort versammelt und warteten gespannt darauf, im Rahmen der „UrselUni“ in 90 Minuten den Alltag eines römischen Kindes zu erleben. Unterstützt wurden sie dabei tatkräftig von den „UrselMagistern“, sechs erfahrenen Lateinschülerinnen und –schülern aus der Jgst. EF.

Diese entführten gemeinsam mit Caesar Thomas (Schomaker), Legionär Eric (Wilmes, Jgst. Q1) und magistra Doris (Kennemann) die Kinder in die Welt vor 2000 Jahren. Dass manche von ihnen nicht ganz unerfahren waren, zeigte die unerschrockene Frage eines Mädchens an den Caesar: „Wenn du ein echter Römer bist, warum hast du dann keine Sandalen an?“ Mit dem Anlegen eines Kleidungsstücks begann auch das Tagesprogramm der Grundschüler. Als echte Römerinnen und Römer mussten sie natürlich zunächst in eine Toga schlüpfen. Dabei merkten sie bald, dass ein so voluminöses Stofftuch manchmal auch sehr hinderlich sein kann.

attendorner geschichten - ursula gymnasium
Legionär Eric Wilmes unterrichtet die Grundschüler bei der „UrselUni“ im Schreiben auf einer Wachstafel.
Foto: Doris Kennemann

Weiter ging es in die „schola“, wo Schreiben und Lesen auf der Tagesordnung standen. Vorbereitet von Lateinlehrerin Henrike Schröter, fertigten die Kinder dafür selber Wachstafeln in einem Holzrahmen an, in die sie anschließend mit einem Griffel leicht verständliche lateinische Wörter wie „familia“, „tabula“ oder „villa“ ritzten. Ihr Erstaunen oder vielleicht auch Entsetzen war groß, als sie erfuhren, dass die römischen Kinder alles auswendig lernen mussten. Denn diese besaßen oft nur eine solche Tafel, die, wenn sie voll war, geglättet und wieder verwendet wurde.

Nach dem Unterricht durften die kleinen Römerinnen und Römer dann im Forum die Spiele der Kinder von damals kennen lernen. Ihre Begeisterung, Nüsse in eine schmale Amphore oder in ein Dreieck mit zehn kleinen Feldern zu werfen, konnte im antiken Rom vermutlich nicht größer sein. Beim Würfelspiel lernten sie nebenbei auch die römischen Zahlen von eins bis tausend kennen.

Da alle Kinder bewiesen hatten, dass sie echte römische Mädchen und Jungen hätten sein können, verlieh ihnen Caesar Thomas am Ende des Programms das römische Bürgerrecht, was durch einen persönlichen Pass bestätigt wurde.

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