Die meisten Unfälle passieren in den eigenen vier Wänden
In den eigenen vier Wänden fühlen sich die meisten Menschen am sichersten. Hier kennt man sich aus und weiß, wo was steht. Doch ehe man sich versieht, passiert ein Missgeschick. Der Grund: Weil man sich sicher fühlt, wird man leichtsinnig und passt weniger auf. Doch mit einem stärkeren Bewusstsein dafür, dass die eigenen vier Wände keineswegs automatisch Sicherheit bedeuten, lassen sich viele Unfälle vermeiden.

Die meisten Unfälle passieren nicht im Straßenverkehr, sondern im Haushalt. Das belegen Zahlen der Todesursachenstatistik, die die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin im Jahr 2015 veröffentlicht hat.

Während damals 3.578 Menschen bei einem Verkehrsunfall ums Leben kamen, starben im selben Jahr rund 10.000 Personen infolge eines häuslichen Unfalls. Dabei waren Stürze die häufigste Todesursache: Über 8.400 Menschen kamen dabei zu Tode. Dass immer mehr Menschen in den eigenen Wänden verunglücken, liegt jedoch nicht nur an leichtsinnigem Verhalten. Da als Folge des demographischen Wandels und des steigenden Durchschnittsalters immer mehr ältere Menschen immer länger in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben, erhöht sich die Anzahl der Unfälle, die auf mangelnde Seh- und Muskelkraft zurückzuführen sind.

Vorsorge ist deshalb das A und O. Das bedeutet nicht nur, alle Gefahrenquellen und Stolperfallen aus dem Weg zu räumen, sondern auch an eine Absicherung für den Notfall zu denken. Grundsätzlich deckt die gesetzliche Unfallversicherung nämlich nur Arbeitsunfälle sowie Unfälle, die auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Nachhauseweg passieren, ab. Unfälle in der Freizeit oder im Haushalt sind hingegen nicht abgesichert.

Deshalb lohnt sich eine private Unfallversicherung grundsätzlich für jeden – vor allem aber für Selbstständige und generell für Menschen, die sich viel im eigenen Haushalt aufhalten. Vor dem Abschluss einer Unfallversicherung sollte man allerdings den Leistungsumfang verschiedener Angebote vergleichen, um den für die eigene Lebenssituation am besten geeigneten Schutz zu finden. Zwar vermeidet man damit keine Unfälle, doch im Ernstfall steht man nicht alleine mit möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen da.

In jeden Haushalt gehört eine stabile Leiter oder ein standfester Hocker. Schließlich ist für viele Tätigkeiten im Haushalt eine Tritthilfe nötig, sei es um Gardinen aufzuhängen, die Fenster zu putzen oder um etwas aus dem Schrank zu holen. Mit geeigneten Geräten zum Hinaufsteigen und rutschfesten Schuhen minimiert man das Risiko herunterzufallen. Auch Teppiche sind eine große Stolperfalle, vor allem Läufer und Brücken, die auf rutschigem Laminat liegen. Abhilfe schaffen spezielle rutschfeste Unterlagen aus Gummi.

Neben Stürzen sind es vor allem Tätigkeiten in der Küche, die für die Gesundheit gefährlich werden können. Vor allem Schnittverletzungen kommen öfter vor, was häufig an stumpfen Messern liegt. Deshalb sollte man die Klingen regelmäßig schärfen und primär Messer mit Zacken benutzen. Auch helles Licht und rutschfeste Schneidebretter reduzieren das Risiko sich zu verletzen. Hantiert man mit heißem Öl oder Wasser, sind feuerfeste Handschuhe ein Muss, um Verbrennungen zu vermeiden.

Letztendlich vermeidet man Unfälle im Haushalt jedoch vor allem durch geübte Handgriffe und ein sicherheitsbewusstes Verhalten.

Bildrechte: Flickr Cutting Bread Didriks CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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