Während am vergangenen Sonntag viele Attendorner bereits um 11.11 Uhr die Karnevalssession eingeleitet hatten und bis in die späten Abendstunden noch in der Innenstadt rund um den Marktplatz feierten, vermeldete das Traditionscafé Harnischmacher um kurz vor 17 Uhr „ausverkauftes Haus“.

Gut 60 Zuhörer waren der Einladung des Kulturringes der Stadt Attendorn zur zweiten Auflage von „Musik im Café“ gefolgt. Die Veranstaltung hatte 2017 für so viel Begeisterung gesorgt, dass die beiden Vorsitzenden Barbara Wilkmann und Alwine Samp direkt mit den Planungen für 2018 begonnen hatten.

In diesem Jahr durften sich die zahlreichen Zuhörer auf das Duo Thomas Hofer (Gitarre) und Daniel Dangendorf (Violine) freuen. Während draußen tristes Novembergrau und Dauernieselregen vorherrschte, lauschten die Harnischmachergäste bei Kaffee- und Teespezialitäten samt Gebäck gebannt den virtuosen Klängen der beiden Musiker.

Den Auftakt zu einem äußerst unterhaltsamen Programm mit Musik unterschiedlichster Stilrichtungen machte das Lied „Cantabile“ von Niccolo Paganini. In dieser kleinen   Violinkomposition gab  Paganini die Begleitung seinem zweiten Lieblingsinstrument, der Gitarre, sodass das „Cantabile“  geradezu ein Paradestück für das Duo Dangendorf – Hofer darstellt. In dem sich anschließenden „Grande Duo op. 11“ von Louis Spohr  in der  wieder entdeckten Bearbeitung von Anton Diabelli für die Besetzung Violine und Gitarre   meisterten die Künstler die technisch höchst anspruchsvollen Passagen mit Bravour. Sie  gefielen in der harmonisch bestens aufeinander abgestimmten Interpretation der musikalisch sehr abwechslungsreichen Sätze, insbesondere im leisen und gefühlvollen Adagio wie im heiteren Rondo. Mit schönstem Ton schwelgte Daniel Dangendorf danach bei Elgars  „Salut d´amour“ und erntete zu Recht größten Applaus des Publikums.

Die Zigeunerweisen op. 20 von Pablo de Sarasate eröffneten den 2. Teil des Konzertnachmittags, temporeich mit zum Teil akrobatisch anmutender Technik und  hörbarer Leidenschaft präsentiert. Die 7 kurzen, alle mit Titeln versehenen Tangos des großen argentinischen Komponisten Astor Piazzolla faszinierten durch ihre ganz eigenen Rhythmen und Harmonien und entfalteten jeweils völlig andere Stimmungen.

Vom Tango zu irischer Musik: einer Weise des 1670 geborenen irischen Komponisten Turlough O´Carolan folgten 2 irische Traditionals, das beschwingte „The Mason´s Apron“ und in Anspielung auf den Vornamen des Geigers Daniel Dangendorf das wunderbare  „Danny Boy“ zum  Abschluss.

Das restlos begeisterte Publikum wollte die beiden tollen Musiker noch längst nicht entlassen und erklatschte  2 Zugaben, den ungarischen „Czardas“ von Vittorio Monti und eine weitere irische Melodie.

Die Neuauflage von „Musik im Café“ war mehr als gelungen, eine Fortsetzung sollte nach Meinung der Zuhörer unbedingt folgen.

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