Der extrem niedrige Wasserstand lässt das Slippen der Boote mit der clubeigenen Anlage nicht mehr zu. 2003 krahnte der Club das letzte Mal.

Die Segelsaison 2018 wird den Mitgliedern des Yacht-Club Lister (YCL) als eine der Besten in Erinnerung bleiben. Sommerliches Wetter über lange Zeit mit sehr guten Windeigenschaften bescherrte den Mitgliedern eine große Anzahl von Segeltagen.

Da in den vergangenen Wochen der Wasserstand des Biggesee deutlich abgesenkt wurde ist ein Herausholen (Slippen) der Boote mit der clubeigenen Krananlage nicht mehr möglich. Um seine Mitglieder auch in den letzten Wochen des Jahres aktiv zu unterstützen hat sich der Vorstand des YCL kurzerhand entschieden, einen Autokran zu engagieren. Da die übrigen Biggesee-Segelvereine vor ähnlichen Herausforderungen steht hat der YCL spontan Unterstützung zugesagt.

Am 17. November holt der Yacht-Club Lister (YCL) an die 30 Segelboote per Autokran an Land. Einen ganzen Tag plant Hafenmeister Peter Kramer dafür ein. Präzise getaktet startet er um 09:00 Uhr am Samstagmorgen Boot für Boot aus dem Wasser zu holen. Bis zum späten Nachmittag bzw. bis es dunkel wird, sollen alle Boote wieder auf dem Trockenen sein. Falls es doch nicht klappt, alle Boote bei Tageslicht aus dem Wasser zu hieven, schließt Hafenmeister Peter Kramer ein Stromaggerat an und stellt Scheinwerfer aus.

Die betroffenen Bootseigener haben für diesen Tag schon vorgearbeitet. Den Mast haben sie umgelegt und fest vertäut. Denn es muss dann schnell gehen. Die Boote stehen bereit um nacheinander gekrahnt zu werden.

Der 50 Tonnen Kran stellt die Boote einzeln auf den Trailer. Dann ziehen entweder der Trecker oder der Unimog die Boote über rutschiges Gelände den Berg hoch zum Bootseigner. Der nimmt sein Segelboot in Empfang. Mit dem normalen Auto könnten die Bootsbesitzer ihr Segelschiff gar nicht in Empfang nehmen. Wegen des rutschigen Bodens muss hier schweres Gerät helfen.

„Wir arbeiten mit dem Unimog und einem Trecker. So fahren wir die Boote vom Wasser weg und zum Bootseigener hin. Ich habe das alles gut geplant. Es dürfte nix schiefgehen. Allerdings ist das schon eine echt große Sache und eine gewisse innere Unruhe ist natürlich schon da.“

Hafenmeister Peter Kramer organisiert die Aktion. Pro Boot rechnet er mit 15 Minuten, die benötigt werden, um auch die sehr langen und schweren Segelboote von zum Teil über 7 Meter Länge und mehr als 2 Meter Breite an Land zu hieven. Die schwersten Boote wiegen maximal um die 2 Tonnen.

Hafenmeister Peter Kramer weiß: „Klar, 2 Tonnen, das ist schon schwer. Doch das sind vom Gewicht her Peanuts für den 50 Tonnen Autokrahn.“

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