Martin Luther gehört zu den am häufigsten dargestellten Personen der deutschen wie auch der Weltgeschichte.“ Mit diesen Worten eröffnete Pfarrer Dr. Christof Grote am vergangenen Reformationstag (31.10.) eine Ausstellung in der Erlöserkirche, die Lutherbilder im Gedächtnis der Deutschen zeigt.

Es ist eine Ausstellung, die so vom Verband kirchlicher Archive der Evangelischen Kirche in Deutschland zusammengestellt worden ist für das große 500-jährige Reformationsjubiläum vor einem Jahr. Sie zeigt auf 15 großen Tafeln Bilder von und mit Martin Luther aus sechs Jahrhunderten mit den entsprechenden Erläuterungen.

Pfarrer Dr. Christof Grote erläutert einigen Ausstellungsbesuchern die Bildtafeln

Sein Portrait hat das Bildgedächtnis der Deutschen maßgeblich geprägt. Lutherdarstellungen begegnen uns bis heute im öffentlichen, kirchlichen und privaten Raum. Dabei hat sich bisher jede Zeit „ihr“ Lutherbild geschaffen, den Reformator teilweise verherrlicht oder für politische Zwecke instrumentalisiert. Das Lutherbild einer Zeit ist mithin Spiegel des Geisteslebens, das sich auch in der Kunstgeschichte artikuliert. So erläutern Texte des Kunsthistorikers Andreas Kuhn die aufschlussreichen Zusammenhänge von Geistes-, Kunst- und Theologiegeschichte, wie sie in den gezeigten Bildern zum Ausdruck kommen.

Dargestellt ist er als der große Einer des Vaterlandes oder als der inniglich Betende, als trutziger Widerstandskämpfer gegen Papst und Kaiser oder auch als bürgerliche Lichtgestalt.

So zeige die Ausstellung auch, was den Menschen jeweils wichtig gewesen sei und – daraus abgeleitet – welche Seite des Reformators für sie darum auch besonders maßgeblich geworden sei, so Dr. Grote in seiner Eröffnungsrede.

500 Jahre nach der Reformation sei es an der Zeit, Martin Luther in seinem leidenschaftlichen Ringen um die christliche Wahrheit neu zu begegnen. Seine bohrenden Fragen nach dem Zustand der Welt und der Kirche, sein kritischer Umgang mit der Tradition, seiner Zuversicht im Hier und Jetzt gäben dem Lutherbild sehr lebendige Konturen.

Der Kunstmaler Ulrich Hilber aus Fretter ergänzt die Lutherausstellung mit zwei seiner Werke
Fotos: Karl-Hermann Ernst

Zugleich mit dieser Ausstellung zeigt der heimische Künstler Ulrich Hilber aus Fretter zwei seiner Bilder im Chorraum der Erlöserkirche. Zum einen ein Lutherportrait, das er zum Lutherjubiläum im vergangenen Jahr gezeichnet hat, und eine Kreuzigungsszene.

Die Ausstellung ist noch bis zum 26. November während der Öffnungszeiten der Kirche zu sehen; für Schulklassen und andere Gruppen auch nach Absprache im Gemeindebüro zu anderen Zeiten.

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