In weniger als einem Monat beginnt hierzulande wieder die Karnevalszeit. Wer sich unter die Jecken in den rheinländischen Hochburgen mischen möchte, sollte sich rechtzeitig nach Übernachtungsmöglichkeiten umsehen. Ratsam ist auch, vorher sein kleines Karnevals-ABC aufzufrischen, um nicht in so manch unangenehmes Fettnäpfchen zu treten. Bei manchen Dingen kennen nämlich selbst die Jecken keinen Spaß.

Dass Karneval nicht gleich Karneval ist, wissen auch die Attendorner. Wenn hier demnächst wieder der Narrenruf „Kattfiller“ durch die Straßen klingt, schallt es „Alaaf“ in Köln und „Helau“ auf der Kö in Düsseldorf. Jede Stadt in der Region hat ihre ganz eigenen Traditionen, sodass es selbst für Rheinländer Touristen nicht immer einfach ist, alle lokalen Besonderheiten aus dem Effeff zu kennen. Da kann es durchaus passieren, dass versehentlich beim Kölner Köbes ein Altbier bestellt oder ein Kölsch in Düsseldorf verlangt wird.

Um solch einen Fauxpas zu vermeiden, sollte man sich vor dem Besuch einer der Karnevalshochburgen mit den örtlichen Gepflogenheiten vertraut machen. In Köln bedeutet das, die Düsseldorfer kräftig auf die Schippe zu nehmen, denn „Düsseldorf tun wir nicht hassen, doch Mitleid haben wir für sie“, wie es in einem bekannten Kölner Karnevalslied heißt. In Düsseldorf muss man sich dafür entscheiden, ob man „in Ordnung“ oder „ob man Kölner ist“.

Die Narrenzeit feiern können Besucher in beiden Städten gleich gut. Es ist aber empfehlenswert, sich rechtzeitig um ein Hotelzimmer zu kümmern, denn sowohl Düsseldorf als auch Köln erwarten zu ihren berühmten Rosenmontagsumzügen Besucherzahlen im sechs- bis siebenstelligen Bereich.

Eine zentral gelegene Unterkunft, wie etwa das Wyndham Garden Düsseldorf City Centre nahe der Königsallee, das nur wenige Minuten von der Karnevalsmeile entfernt ist, sollten Besucher am besten weit im Voraus buchen. Tendenziell sind jedoch die Hotels in Köln noch schneller ausgebucht als in Düsseldorf. Um ein Hotelzimmer in der dortigen Altstadt sollte man sich bereits im Vorjahr bemühen.

Wo aber liegen nun genau die Unterschiede zwischen dem Kölner und dem Düsseldorfer Karneval? In Köln werden die Feierlichkeiten traditionell als „Fastelovend“ oder „Fasteleer“ bezeichnet. Die Jeckenzeit beginnt dort mit dem offiziellen Auftakt auf dem Heumarkt, bei dem das „Kölner Dreigestirn“ vorgestellt wird – das sind der Prinz, der Bauer und die Jungfrau, die das Narrenvolk regieren. In Düsseldorf regiert zur Karnevalszeit das Prinzenpaar, Prinz Karneval und seine Venetia.

In der Landeshauptstadt beginnt die Karnevalszeit mit dem Erwachen des „Hoppeditz“ – einer fiktiven Figur in Form eines Obernarrs, die auf dem Marktplatz aus einem Senftopf heraus eine bissige Eröffnungsrede hält. In der Nacht zum Aschermittwoch wird der Hoppeditz anschließend wieder zu Grabe getragen, während in Köln der „Nubbel“ – eine Strohpuppe, die als Sündenbock fungiert – symbolisch verbrannt wird.

In beiden Städten gilt der Rosenmontagsumzug als Höhepunkt der Festlichkeiten. Der Düsseldorfer Umzug, nur halb so groß wie das Kölner Pendant, gilt als politischer und satirischer. Für die Gestaltung der berühmten Festwagen ist seit jeher der Bildhauer Jacques Tilly verantwortlich, der mit seinen Beiträgen schon Aufsehen erregte, wie etwa mit einer nackten Angela Merkel oder Donald Trumps „Arschgesicht“.

Neben den Unterschieden existieren trotz frotzelnder Rivalität auch zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen dem Kölner Karneval und der Düsseldorfer Variante. Besucher beider Städte sollten es unbedingt vermeiden, das Wort „Fasching“ in den Mund zu nehmen oder ohne jegliches Kostüm zu erscheinen, denn damit macht man sich zur Narrenzeit keine Freunde – weder in Köln noch in Düsseldorf.

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