Seit es die „Schmerzklinik“ an der Helios Klinik Attendorn gibt, konnten schon viele Patienten mit zum Teil jahrelangen Schmerzzuständen eine effektive und dauerhafte Senkung ihrer Schmerzstärke erfahren. Das Konzept der multimodalen Schmerztherapie hat mehrere Säulen: Neue Medikamente, Bewegung, Psychotherapie und Entspannungstechniken.

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Frank Dreber ist Schmerzspezialist und leitet die Schmerzklinik an der Helios Klinik Attendorn

Warum die Schmerztherapie auf diese unterschiedlichen Behandlungsformen setzt, erläutert Chefarzt Frank Dreber. „Wenn der akute, der an sich sinnvolle Schmerz durch ständiges Auftreten langsam zu einem chronischen Schmerz wird, entwickelt der Körper ein sogenanntes „Schmerzgedächtnis“. Wir verfügen eigentlich über schmerzhemmende Bahnen am Rückenmark und über körpereigene Opiate, die einen Schmerz wieder abklingen lässt. Tritt ein Reiz aber immer wieder auf, verlieren diese Mittel ihre Wirkung – der Körper verlernt mit der Zeit, den Schmerzreiz abzubauen. Es kommt zu einem Dauerfeuer in den Nervenbahnen, das zum Teil sogar anhält, wenn der eigentliche Grund schon längst nicht mehr vorhanden ist.

Diese Funktion des Schmerzgedächtnisses ist biologisch völlig sinnlos, aber genau dies behandeln wir. Hier können wir von verschiedenen Seiten einwirken, auf der körperlichen Ebene, aber auch mental. Entspannung führt zu einer besseren Reizminderung, Sport lockert und baut Muskeln auf, und eine gute Selbstwahrnehmung, die wir durch unsere psychotherapeutischen Angebote schulen, kann wesentlich zur Verbesserung der Schmerzsituation beitragen.

 Cannabis in der Schmerztherapie

In den letzten Jahren hat die rauschfreie Variante des Cannabis Einzug in die Schmerzbehandlung gehalten. Wie und auf welche Weise sie ihre Verwendung in der Schmerztherapie findet, wird Frank Dreber in seinem Vortrag erläutern.

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