Ernährung, Temperatur und Mondkalender: Das Geschlecht des Kindes beeinflussen

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Seit jeher kursieren Tipps, wie Eltern das Geschlecht des Kindes beeinflussen können – sei es der Verzehr von Zitronen, von besonders eiweißhaltigen Speisen oder das Tragen von Socken beim Geschlechtsverkehr. Doch was ist dran an den zum Teil aberwitzigen Hausrezepten, die zum Wunschkind führen sollen?

Da immer mehr Eltern das Geschlecht ihres Kindes nicht dem Zufall überlassen möchten, untersuchen Wissenschaftler, was das Geschlecht beeinflusst. Der Biologe Dr. Alexander Lerchl stellt die These auf, dass die Außentemperatur bei der Zeugung eine Rolle spielt. Laut seinen Ergebnissen werden im Sommer deutlich mehr Jungen als Mädchen gezeugt, da Y-Chromosomen anscheinend hitzeresistenter sind.

Gleichzeitig soll die Ernährung der Mutter eine ausschlaggebende Rolle spielen. Schon 2008 stellten Forscher einen Zusammenhang zwischen der Ernährung der Mutter und dem Geschlecht des Kindes fest. Das Ergebnis: Frauen, die sich während des Eisprungs besonders zucker- und kohlenhydratreich ernährten, bekamen mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Jungen. Beeindruckend ist auch der Unterschied zwischen Frauen, die während des Tests morgens Zerealien zum Frühstück bevorzugten und denen, die nur sehr wenig oder gar nichts aßen – hier brachten 59 Prozent der Müsli-Fraktion einen Jungen zur Welt, während nur 43 Prozent der Frauen, die wenig frühstückten, einen Jungen gebaren.

Die Wissenschaftler erklärten sich das Ergebnis so, dass männliche Embryos einen höheren Glukosespiegel benötigen, um zu überleben. Dieses Ergebnis wird durch eine aktuelle Studie aus Amerika bestätigt. US-Forscher zählten dafür die Anzahl von während der großen Hungersnot in China in den Jahren 1959 bis 1961 geborenen männlichen und weiblichen Babys. Heraus kam: Aufgrund der deutlich eingeschränkten und weniger zuckerhaltigen Ernährung der Mütter kamen damasl deutlich mehr Mädchen zur Welt.

Bis heute gibt es wissenschaftliche Diskussionen darüber, inwiefern der Zeitpunkt des Geschlechtsakts eine Rolle für das Geschlecht des Kindes spielt. Fest steht, dass weibliche Samenzellen länger überleben, dafür langsamer schwimmen. Dementsprechend sollte der Geschlechtsakt bei Mädchenwunsch am besten drei Tage vor dem Eisprung stattfinden. Ist ein Junge gewünscht, sollte man es besser direkt am Tag des Eisprungs versuchen, da die männlichen Samenzellen deutlich schneller sind.

Manche Paare versuchen auch, mithilfe des chinesischen Empfängniskalenders die Schwangerschaft zu beeinflussen. Dabei müssen Mütter ihr sogenanntes Mondalter sowie den Monat der Empfängnis bestimmen. Anschließend soll ein Blick auf den Mondkalender genügen, um zu sehen, ob das Kind ein Mädchen oder Junge wird. Diese traditionelle Methode ist insbesondere in China verbreitet, aber auch in Deutschland interessieren sich mehr und mehr Menschen für sie.

Paaren mit Kinderwunsch sollte jedoch bewusst sein, dass all diese Methoden keine Garantie dafür liefern, dass der Nachwuchs das gewünschte Geschlecht hat. Aber letzten Endes sollte die Liebe zum Kind auch nicht davon abhängen, ob es ein Mädchen oder Junge wird – was zählt, ist, dass es gesund und glücklich ist.

Bildrechte: Flickr January 2013 Mohd Fazlin Mohd Effendy Ooi CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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