Am Sonntag, dem 24. Juni um 17 Uhr referiert Prof. Dr. Decher im Hotel zur Post in Attendorn  über Heinrich Bölls Roman „Billard um halb zehn“.

Heinrich Böll, einer der bedeutendsten Schriftsteller der Nachkriegszeit, wirft in diesem  Roman  aus verschiedenen Perspektiven Licht auf einundfünfzig Jahre deutsche Zeitgeschichte, angefangen vom Kaiserreich Willhelms II. bis zur Bundesrepublik der Adenauer-Ära.

Die Romanhandlung ist auf den 06. September 1958 beschränkt: Architekt Fähmel feiert seinen 80. Geburtstag. Die eigentliche Handlung beginnt um die Jahrhundertwende und wird durch ein nicht immer leicht zu durchschauendes System von Rückblenden erzählt. 1908 erbaut Heinrich, der Patriarch der Familie, die katholische Abtei Sankt Anton und begründet damit  seinen Reichtum und Ruhm. Sein Sohn Robert sprengt diese Abtei kurz vor Ende des 2. Weltkriegs in die Luft und sein Enkel Joseph ist 1958 mit der Restaurierung  bzw. mit dem Wiederaufbau beschäftigt.

Robert, die zentrale Figur dieses Romans, hat die Gewohnheit, jeden Morgen um halb zehn  in einem Hotel Billard zu spielen, ein Spiel, das sich symbolisch als „Lebensspiel“ interpretieren lässt. Anhand von 13 Kapiteln lässt Böll die einzelnen Mitglieder der Familie agieren und zeichnet in vielen kleinen Puzzleteilchen ein gesellschaftskritisches Bild aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, in dem auch die Rolle der Kirche immer wieder kritisch hinterfragt wird. Wiedergelesen ist dieser Roman immer noch ein großartiges Zeitdokument und lässt auch heute noch die Frage zu: „Können wir aus der Vergangenheit lernen?“ oder anders ausgedrückt: „Sind bestimmte Epochen der Vergangenheit wirklich nur ein ‚Vogelschiss‘?“

Eintrittskarten gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen oder an der Abendkasse

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