Das LKA warnt: Erneut Phishing via Facebook

75

Wieder einmal versuchen Trickbetrüger, über Facebook an persönliche Nutzerdaten zu kommen – problematisch für das ohnehin beschädigte Image der beliebten Social-Media-Plattform.

Immer Ärger mit den sozialen Medien: Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA), das auch zuständig für die Bekämpfung von Cybercrime ist, warnt vor einer neuen Betrugsmasche auf Facebook. So machen seit einigen Tagen Phishing-Mails mit vertrauenserweckend lächelnden Emojis, dem Namen des Empfängers und einem interessant aussehenden YouTube-Link die Runde. Was den Trick so raffiniert macht: Sämtliche dieser Nachrichten stammen von Freunden aus der eigenen Freundesliste. Ein unbedachter Klick auf den Link ist also schnell passiert, woraufhin man nach seinen Facebook-Zugangsdaten gefragt wird (bei plattformübergreifenden Apps eigentlich nichts Ungewöhnliches). Gibt man diese ein, ist der Betrug komplett. Das Login-Formular ist nämlich eine Fälschung – und die Urheber haben nun die volle Kontrolle über den Facebook-Account!

Von hier aus gehen die kriminellen Machenschaften weiter: Die Betrüger nutzen die persönlichen Informationen des Opfers und seiner Freunde (zum Beispiel Geburtsdaten, Adressen, Telefonnummern) und legen damit etwa Fake-Identitäten an, um unautorisierte Käufe im Internet zu tätigen. Gleichzeitig versenden sie die Phishing-Mail an andere Adressen in der Freundesliste. Auf der Facebook-Pinnwand liest man dann oft: „Öffnet meine Nachrichten nicht! Ich wurde gehackt!“ Und man tut gut daran, diese Warnung ernst zu nehmen. Ist man selbst zum Opfer eines solchen Betrugsversuchs geworden, sollte man schnellstmöglich sein Passwort ändern, um den Kriminellen den weiteren Zugriff zu verwehren.

Auch wenn die Betreiber der beliebten Social-Media-Plattform nur indirekt für die Existenz dieser Betrugsmasche verantwortlich sind, spricht dieser Phishing-Fall wieder einmal Bände darüber, wie problematisch das Verhältnis von Facebook zum Thema Datensicherheit eigentlich ist. Nun ist es schon lange kein Geheimnis mehr, dass der Großkonzern des gefeierten Visionärs Mark Zuckerberg im großen Stil Daten über sämtliche Nutzer sammelt. Ein Streitpunkt, der spätestens mit dem Datenskandal um Cambridge Analytica wieder in den Vordergrund getreten ist: Das Datenanalyse-Unternehmen, das in der Gunst von Präsident Donald Trump stehen soll, hatte persönliche Informationen von über 50 Millionen Nutzern abgezweigt. Kein Wunder, dass sich viele Betroffene darüber empören und per Twitter-Hashtag #deletefacebook ankündigen, ihren Facebook-Account zu löschen – wobei viele nicht mal so recht wissen dürften, wie das geht, schließlich gilt die Menüführung auf Facebook zuweilen als unübersichtlich und kompliziert.

Bildrechte: Flickr Facebook Mal Esther Vargas CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Da unsere Attendorner Geschichten auch auf Facebook eine große Fangemeinde haben, ist das Thema Datensicherheit natürlich auch für unsere Redakteure und Leser von großer Relevanz. Die gute Nachricht ist, dass Zuckerberg inzwischen öffentlich um Entschuldigung gebeten und Besserung gelobt hat. Eine Vereinfachung der Privatsphäreeinstellungen ist die erste Maßnahme, die in den nächsten Wochen greifen soll. Facebook reagiert damit auf die Kritik, einige Optionen und Tools seien nur schwer aufzufinden und der Konzern würde seine Datennutzungsrechte nicht ausreichend transparent kommunizieren. Die Änderungen sind aber eher optischer Natur: Ein einfacher strukturiertes Navigationsmenü soll mehr Übersicht über die Einstellungsmöglichkeiten gewährleisten. Ob Facebook damit die Gunst der Nutzer zurückgewinnen kann, bleibt abzuwarten.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here