Studienpreis des Kreises Olpe für Dr. Inka Müller aus Attendorn

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Studienpreis Kreis Olpe 2018
Die neue Studienpreisträgerin Dr. Inka Müller (4. v. r.) umrahmt von Teilnehmern der Feierstunde. Direkt neben ihr Landrat Frank Beckehoff (6. v. r.) und Prof. Dr. Claus-Peter Fritzen (2. v. r.).

Dr. Inka Müller aus Attendorn wurde am Donnerstag, 22. Februar, von Landrat Frank Beckehoff mit dem diesjährigen Studienpreis des Kreises Olpe ausgezeichnet.

Sie erhielt den Preis für ihre Promotion im Fachbereich Maschinenbau, die sie mit der Abschlussnote „summa cum laude“ abgeschlossen hatte. Landrat Beckehoff freute sich sehr, dass in diesem Jahr erstmals eine Doktorandin aus dem Kreis Olpe ausgezeichnet werden konnte. „Frau Dr. Müller steht beispielhaft für die hohe Qualität des wissenschaftlichen Nachwuchses aus dem Kreis Olpe“, so der Landrat im Rahmen der Feierstunde zur Preisverleihung. „Mit solch praxisorientierten Forschungsergebnissen können die jungen Wissenschaftler dazu beitragen, den Wirtschaftsstandort Südwestfalen zu sichern.“ Frank Beckehoff betonte außerdem die enge Partnerschaft zwischen der Universität, dem Kreis Olpe und der regionalen Wirtschaft als wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region.

„Structural Health Monitoring“ (SHM): hinter diesem für Laien zunächst wenig verständlichen Begriff verbirgt sich eine erfolgversprechende Methodik zur kontinuierlichen Zustandsüberwachung von lasttragenden Strukturen. Um Inspektionen und Instandhaltungsmaßnahmen nicht mehr nach starren Intervallen durchzuführen, sondern unter Berücksichtigung der Belastungsgeschichte zu planen, sind Informationen eines SHM-Systems zum aktuellen Zustand der Strukturen von großer Bedeutung. Einsatzmöglichkeiten reichen von Windenergieanlagen, deren Rotorblätter automatisch bezüglich Eisansatz, mechanischer sowie aerodynamischer Unwuchten oder Materialermüdung überprüft werden, bis zu Flugzeugen, deren Außenhaut auf Schädigungen durch unsanftes Andocken der Gangway oder anderer Servicefahrzeuge hin geprüft wird. Ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist die Bedeutung für Hoch- und Tiefbau. Die kontinuierliche Überwachung von sanierungsbedürftigen Brücken, wie sie nicht nur entlang der Sauerlandlinie oder über den Rhein derzeit vermehrt zu finden sind, ist ebenfalls ein Anwendungsgebiet des Structural Health Monitorings. Für all diese Anwendungen ist die Zuverlässigkeit des Überwachungssystems von großer Bedeutung. Inka Müller hat sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit diesem höchst anwendungsrelevanten Aspekt angenommen. Die Ergebnisse der Dissertation stoßen auch auf internationaler Ebene auf großes Interesse. Sie konnte bereits vorab Teilergebnisse auf mehreren Konferenzen erfolgreich präsentieren sowie in verschiedenen hochrangigen, sehr renommierten wissenschaftlichen Journalen und als Buchbeiträge publizieren.

Prof. Dr. Claus-Peter Fritzen von der Universität Siegen, der die Promotion von Inka Müller betreut hatte, lobte in seiner Laudatio die herausragenden Leistungen seiner Doktorandin. „Frau Dr. Müller ist eine sehr selbstständige und zielstrebige Person, deren Arbeit von äußerster Sorgfalt und höchstem Engagement geprägt ist und die von den Projektpartnern aus Industrie und Wissenschaft sehr geschätzt wird.“ Gleichzeitig dankte der dem Kreis Olpe für die Wertschätzung, die dieser mit der jährlichen Preisverleihung der Universität und ihren Studierenden entgegenbringe.

Zum Hintergrund:

Der mit insgesamt 2.000 Euro dotierte Studienpreis des Kreises Olpe wird jährlich für herausragende praxisorientierte wissenschaftliche Abschlussarbeiten aus den unterschiedlichen Fachgebieten und Studiengängen der Universität Siegen vergeben. Die Preisträger werden von der Kommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Siegen vorgeschlagen und von einer unabhängigen Jury ausgewählt.

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