Bio-Essen und Eco-Fashion im Aufwind: Nachhaltigkeit kommt in Mode

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Bildrechte: Flickr - Organic Appel - PeterFranz - CC BY 2.0 - Bestimmte Rechte vorbehalten
Bildrechte: Flickr Organic Appel PeterFranz CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Ob bei Ernährung, Körperpflege oder Kleidung: Aspekte wie Naturbelassenheit und Nachhaltigkeit haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Verbraucher wählen Produkte immer bewusster aus; Bio, Regionales und Saisonales erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Lange wurden Bezeichnungen wie „Bio“ und „Öko“ eher negativ assoziiert. Wer die Herkunft und Produktion der Waren hinterfragte und die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe vor dem Kauf kritisch begutachtete, wurde oft als zivilisationsfremder Hippie oder Öko-Freak belächelt. Heutzutage jedoch ist eine achtsame Lebensweise in Bezug auf Körper und Umwelt schwer angesagt. Die Wertschätzung für Lebensmittel und Rohrstoffe steigt; Nachhaltigkeit steht bei den Verbrauchern hoch im Kurs.

Bio boomt

Ökologisch produzierte Lebensmittel gewinnen seit Jahren an Bedeutung. Wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. mitteilte, stellten im Jahr 2016 so viele Bauern auf Ökolandbau um wie noch nie: Die deutsche Öko-Fläche wuchs um 162.482 Hektar (+14,9%). Jeder zehnte Hof wirtschaftet bereits ökologisch, und der Absatz an Bio-Produkten steigt stetig. Auch in Mensen und Betriebskantinen steigt das Angebot an regionalen, saisonalen, vegetarischen und Bio-Produkten. Laut einer von der Gastronomiemesse Interorga kürzlich vorgestellten Studie setzen 40 Prozent der Betriebe bereits Bio-Produkte bei der Zubereitung von Speisen ein. Betriebsleiter sehen hier noch weiteres Wachstumspotenzial.

Dass sich Lebensmittel, die ohne Gentechnik, synthetische Ackergifte und chemische Zusatzstoffe auskommen, wachsender Beliebtheit erfreuen, zeigt auch die diesjährige Messe „Internationale Grüne Woche Berlin 2018“, auf der die Bio-Verbände Bioland, Demeter und Naturland ihre Produkte in der BioHalle präsentieren. Auch Nordrhein-Westfalen ist mit Regionalem und Nachhaltigem auf der Messe vertreten.

Zu den vorgestellten regionalen Spezialitäten gehört zum Beispiel die Stromberger Pflaume, eine alte Zwetschgensorte, die bei der Zubereitung verschiedener Gerichte und Getränke verwendet wird. Auch das Rheinische Rübenkraut, der Walbecker Spargel vom Niederrhein, Reibekuchen aus dem Sauerland und Käse aus dem Bergischen Land präsentieren die Aussteller unter dem Motto „Gutes und Nachhaltiges aus NRW“.

Nachhaltigkeit auch bei Kosmetik und Kleidung angesagt

Die Themen Nachhaltigkeit und Verzicht auf synthetische Stoffe sind mittlerweile auch in die Kosmetik- und Bekleidungsindustrie vorgedrungen und legen nahe, dass nachhaltige Produktion und Innovation einander nicht ausschließen. Eine Pionierin im Bereich Naturkosmetik ist Annemarie Lindner. „Was ich nicht essen kann, gebe ich nicht auf meine Haut“ soll die Gründerin der Kosmetikfirma Annemarie Börlind einst gesagt haben. Ob Reinigungsgel, Pflegecreme, Anti-Aging-Produkt oder Sonnenschutzmittel: Der Kosmetikkonzern setzt schon seit den 1970er-Jahren auf natürliche Inhaltsstoffe und den Verzicht auf Parabene und Silikone. Auch vegane Produkte zählen zum Sortiment der zertifizierten Naturkosmetik.

Die Frage, wie die schnelllebige Modeindustrie und der Zeitgeist der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung vereinbar sind, steht auch im Mittelpunkt der diesjährigen Berlin Fashion Week. Ob Shirts aus Bio-Baumwolle oder vegane Schuhe: Immer mehr Modemarken haben sich der nachhaltigen Produktion von modischer und zugleich umwelt- und sozialverträglicher Kleidung verschrieben. Auf der Ethical Fashion Show im Berliner Kraftwerk präsentieren Aussteller Ungewöhnliches wie Schuhe aus Schieferstein, der in einem aufwendigen Verfahren weich, leicht und flexibel gemacht wird. Das Label nat-2 verarbeitet auch Holz, Mais, Kork und Glas zu Schuhen und produziert sie in einer Familienmanufaktur in Italien. Designerinnen aus Hamburg präsentieren unter dem Label Jan `N June Blusen, die aus recycelten PET-Flaschen hergestellt werden. Die Eco-Mode hat aber nichts mit Patchwork oder Ethno-Stil zu tun – stattdessen ist sie cool, urban und feminin.

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