Das am vergangenen Sonntag „ausverkaufte“ Café Harnischmacher sprach für sich: was braucht es an einem grauen und ungemütlichen Novemberabend mehr als tolle Musik, launige Moderation, nette Gastgeber, Plätzchen, Stollen und eine warme Tasse Kaffee oder Tee? 

Das obere Stockwerk des Attendorner Traditionshauses war bis auf den letzten Platz besetzt, als die beiden Gitarristen Dominik Jung (Siegen) und Thomas Hofer (Attendorn) mit John Dowlands „My Lord Wilobies welcom home“ ihre Zuhörer auf einen musikalisch wunderbaren Konzertabend einstimmten.

Der Funke sprang sofort über: die beiden befreundeten und hier in der Region vor allem durch ihre kammermusikalischen Auftritte sehr bekannten Musiker, führten spritzig und mit Charme durch ein abwechslungsreiches Programm und begeisterten damit das Kaffeehaus-Publikum.

Wie gut sich die beiden kennen zeigte ihr harmonisches Zusammenspiel bereits bei den ersten Stücken, alle aus dem 16. Jahrhundert mit der typischen Lautenmusik des Mittelalters.

Bei der „Partie in D-Dur“ des Komponisten Martin Prante, seiner einzigen Originalkomposition für zwei Lauten, konnten Jung und Hofer zeigen, wie individuell, aber doch gleichwertig ihre Instrumente klingen können.  Tänzerisch und beschwingt ging es dabei in den sieben kleinen Sätzen, insbesondere in der „Chasse“ oder im L’Esprit zu.

Die Pause nutzten alle Gäste des Café Harnischmacher für Smalltalk mit den Tischnachbarn, aber auch für Fachgespräche mit den beiden Künstlern selbst. Nach dem Genuss selbstgebackener Spekulatius oder Stollengebäck ging es dann mit Werken des 20. und 21. Jahrhunderts weiter.

Davon, dass Gitarre „auch schräg kann“ so Thomas Hofer, konnte man sich bei „Six Friendships“ von John W. Duarte überzeugen. Großen Applaus erntete das hervorragende Duo für ihre musikalischen Interpretationen der beiden Stücke „Streets of London“ (Ralf McTel) und des weltberühmten Tangos „Oblivion“ aus der Feder Astor Piazollas.

Mit zwei Zugaben und dem Dank an die Veranstalter des Kulturrings der Stadt Attendorn um die beiden Vorsitzenden Barbara Wilkmann und Alwine Samp, aber auch an das fantastische Publikum verabschiedeten sich die beiden Gitarristen: sie hatten den Abend ebenfalls sichtlich genossen. Die Idee „Musik im Café“ war ein voller Erfolg! Veranstalter, Künstler, Gastgeber und Zuhörer waren sich einig, dass dies nach einer Wiederholung verlangt!

 

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