Mietpreise in NRW: Wo ist Wohnraum noch bezahlbar?

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Steigende Mietpreise bereiten Wohnungssuchenden in Deutschland schon seit einigen Jahren immer größere Probleme. Vor allem in Ballungsräumen und Großstädten wie Köln und Düsseldorf ist bezahlbarer Wohnraum rar. Immer mehr junge Paare und Familien zieht es daher ins Umland, wo sie Ruhe, Natur und günstige Wohnungen – und mitunter sogar Arbeit finden.

Mieten in Nordrhein-Westfalen steigen kontinuierlich

Seit ungefähr fünf Jahren haben es Mieter in Deutschland zunehmend schwerer. Nicht nur in Metropolen wie München und Berlin steigen die Preise für Wohnraum. Auch Nordrhein-Westfalen bildet keine Ausnahme: Am meisten bezahlen Mieter in Düsseldorf und Köln, dicht gefolgt von Bonn und Münster. Das zeigt eine Untersuchung des Forschungsinstituts Generica in Bonn, das die auf Internetbörsen angezeigten Angebotsmieten gesammelt und ausgewertet hat. Demnach wohnt es sich in Höxter mit 4,55 Euro sowie im Sauerland noch vergleichsweise günstig, Spitzenreiter bei der Miete ist hierzulande dagegen Köln: Hier zahlen Bewohner im Durchschnitt mehr als 10 Euro – und damit 1,20 Euro mehr als noch vor fünf Jahren. Noch knapp unter 10 Euro beträgt die Kaltmiete pro Quadratmeter in Düsseldorf und Bonn. Immer mehr Familien und auch Berufstätige entscheiden sich daher dafür, in günstige, ländliche Gebiete zu ziehen und für den Beruf ebenfalls zwischen ihrem Wohnort und den typischen Pendler-Hochburgen Köln, Düsseldorf und Essen hin- und herzupendeln. Die meisten Sauerländer entscheiden sich jedoch meist dafür, dann auch dort zu arbeiten, wo sie günstig leben, wie diese interaktiven Karten zeigen. Und das hat seine guten Gründe.

Wohnen und Arbeiten in ländlichen Regionen

Die kleineren Städte im Rhein-Erft-Kreis oder im Sauerland können nicht nur mit ihrer idyllischen Lage und günstigen Mieten punkten. Wer nicht pendeln möchte, findet in diesen kleinen Orten, etwa Werdohl, das von Attendorn circa eine halbe Autostunde entfernt ist, teilweise sogar attraktive Jobs. Mieter zahlen hier für eine 60 Quadratmeter große Wohnung momentan durchschnittlich 4,42 Euro pro Quadratmeter. Im Vergleich ist das ein Schnäppchen: Der Quadratmeterpreis in NRW liegt momentan bei durchschnittlich 6,99 Euro, Kölner zahlen mit 10,92 Euro sogar mehr als das Doppelte. Wer nun in Werdohl an der Lenne nach einem Domizil im Grünen sucht, befindet sich dort in unmittelbarer Nähe zu einigen mittelständischen Unternehmen. Ihren Firmensitz in Werdohl haben beispielsweise R+L Hydraulics, STAUFF, Rötelmann und der Hersteller Kracht, der seine Fertigkeiten erst im April auf der Industriemesse Hannover präsentierte.

Auch die vielen Einkaufsmöglichkeiten, ein großes Angebot an Kindergärten und Schulen, eine gute Verkehrsanbindung sowie ein Reiterhof, Hallenbad und eine Minigolfanlage machen Werdohl zu einer begehrten Kleinstädte für Naturliebhaber, die sich dem Mietwahnsinn in den nordrhein-westfälischen Großstädten entziehen.

Bildrechte: Flickr 1p5 dbjules CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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