Seiko: Revival einer legendären Taucheruhr

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Denkt man an hochwertige mechanische Uhren, fallen einem sofort Schweizer Marken wie Rolex, Omega, Breitling oder Patek Philippe ein. Ein Land hingegen, das man normalerweise eher mit günstigen batteriebetriebenen Uhren in Verbindung bringt, ist Japan. Dabei gibt es auch in Fernost traditionelle Manufakturen mit einer langen Uhrmachertradition – allen voran die Tokioter Marke Seiko, die auch in vielen Schaufenstern von Juwelieren und Uhrmachern im Sauerland und Umgebung zu finden ist. Jetzt haben die Japaner eine hauseigene Legende unter den Taucheruhren neu aufleben lassen.

Seiko ganz im Zeichen des Vintage-Trends

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet Seiko, jene Marke, die in 1970er-Jahren erstmal eine batteriebetriebene Armbanduhr fertigte und damit den Grundstein für die sogenannte Quarzkrise bei Schweizer Uhrenmanufakturen legte, in jüngster Zeit wieder verstärkt an die eigene Tradition mechanischer Zeitmesser anknüpft. Damit verbunden ist auch ein neuerlicher Verstoß nach Europa: In London eröffnete erst im August 2017 ein neuer Flagship-Store. Dort gibt es statt der günstigeren Uhren von Seiko, für die die Marke im Westen hauptsächlich bekannt ist, nur mechanische Oberklasse- und High-End-Modelle zu bestaunen. Diese führt Seiko vorwiegend unter den Namen „Grand Seiko“ und der Haute-Horologerie-Marke „Credor“. In Kennerkreisen stehen die Grand-Seiko-Modelle bereits seit Jahrzehnten für höchste Qualität zu vergleichsweise moderaten Preisen. Die Ausrichtung des Stores zeigt: Mechanische Uhrwerke mit ihren Zahnrädern und Federn scheinen trotz – oder als Gegenbewegung gerade wegen – der aufkommenden Smartwatches und dank einer anhaltenden Vintage-Begeisterung wieder im Trend zu sein.

Neuauflage der allerersten japanischen Taucheruhr

So ist es sicher kein Zufall, dass Seiko ausgerechnet in diesem Jahr eine streng limitierte Neuauflage der allerersten Taucheruhr Japans lanciert. Das Original von 1965 galt in Zeiten, in denen wasserdichte Uhren selten waren, als verlässliche Tool-Watch für Taucher. Sie wurde aber ebenso auf japanischen Antarktisexpeditionen eingesetzt. Die Neuauflage mit dem Modellnamen „Prospex First Diver’s Automatik“ ist auf 2.000 Stück limitiert, von Hand gefertigt und reguliert – ganz im Zeichen der langjährigen Uhrenmachertradition der Marke. Selbstverständlich ist sie wasserdicht bis 200 Meter und verfügt über kratzbeständiges Saphirglas. Allerdings ist die Uhr aufgrund der Limitierung schwer zu finden: Sie soll bei Seiko-Händlern und -Boutiquen verfügbar sein. Die deutsche Boutique ist in Frankfurt am Main, autorisierte Händler sind aber auch im Sauerland vertreten. Mit etwas Glück findet man die Referenz SLA017 aber auch auf spezialisierten Online-Marktplätzen unter https://www.chrono24.de/seiko/index.htm. In jedem Fall sind dort zahlreiche „Nachkömmlinge“ der 1965er-Uhr von zahlreichen unterschiedlichen Händlern gelistet. Wer keines der limitierten Modelle bekommt, hat ab November 2017 zudem die Möglichkeit, bei den weiteren Hommage-Modellen SPB051K1 oder SPB053J1 zuzugreifen. Diese sollen allerdings in moderneren Designvarianten erscheinen.

Bildrechte: Flickr 20130517-078-of-365 Wilson Hui CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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