attendorner geschichten - st.-ursula gymnasium
Johann Manthey von der Universität Siegen unterstützt die Schüler bei der Analyse der Gewässerprobe.
Foto: Sandra Schulte

Im Mittelpunkt der sogenannten LWU-Kurse am St.-Ursula-Gymnasium Attendorn steht die Erforschung von Landschaft, Wasser und Umwelt ganz speziell auch in der eigenen Region. Besondere Unterstützung erhielten sie dabei kürzlich von Johann Manthey von der Chemiedidaktik der Universität Siegen, der sich mit dem ChemTruck – einem mobilen Chemielabor – auf den Weg nach Attendorn gemacht hat.

Mit chemischen Nachweisreaktionen und diversen Messgeräten rückten die LWU-Kurse der Jgst. 8 unter Leitung der Fachlehrer Sandra Schulte und Mathias Rath dem Boden des „Heiligen Berges“ zu Leibe. Die Schülerinnen und Schüler erfassten pH-Werte, errechneten den Kalkbedarf, bestimmten den Phosphatwert und analysierten viele weitere Parameter. Dabei konnten sie hautnah erfahren, mit welchen Methoden eigentlich die im Unterricht behandelten Daten erfasst werden. Sie erfuhren, dass Boden nicht einfach nur Dreck ist, der einem hin und wieder mal unter der Schuhsohle klebt, sondern vor Leben wimmelt und ohne guten Boden keine produktive Landwirtschaft denkbar ist, Klar, dass es bei der Arbeit mit Bodenproben nicht immer ganz sauber zuging, aber wo geforscht wird fallen auch schon mal Dreckklumpen.

Wenige Tage später ging es für die LWU-Kurse der Jgst. 9 zum Eckenbach, um Gewässergüteuntersuchungen vorzunehmen. Wie in den vorhergehenden Jahren wurde dazu die Artenzusammensetzung der im Eckenbach vorkommenden wirbellosen Tiere sowie deren Individuendichte herangezogen. Mit diesen beiden Parametern lässt sich der sogenannte Saprobienindex ermitteln, der letztlich eine Aussage zur Gewässergüte zulässt. Ergänzt wurde die Untersuchung erstmals durch die chemisch-analytischen Verfahren, die Johann Manthey und sein ChemTruck im Gepäck hatten. So konnten typische Parameter erfasst werden, wie z.B. Nitrat, Nitrit und Ammonium-Gehalt des Wassers, die Wasserhärte wurde festgestellt, ebenso wie der pH-Wert und der Eisengehalt.

Die Schülerinnen und Schüler waren mit Eifer bei der Sache und konnten nach zwei Stunden intensiver Forschungsarbeit feststellen, dass das Untersuchungsgewässer trotz des unmittelbaren landwirtschaftlichen Einzugsbereiches nur mäßig verunreinigt ist.

Dabei war es gar nicht so einfach, überhaupt eine Gewässeranalyse vorzunehmen, denn zunächst schien es so, als wäre der Eckenbach aufgrund der mäßigen Regenfälle der letzten Monate ausgetrocknet. Zum Glück entdeckten Schüler bachaufwärts noch einen wasserführenden Bereich, so dass man nicht „auf dem Trockenen“ saß.

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