Leben im Alter in NRW

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Der demografische Wandel bringt einige Veränderungen mit sich. Zum einen rücken Familien wieder näher zusammen, zum anderen werden die Lebensumstände an die gewachsenen Ansprüche im Alter angepasst. Das betrifft nicht nur die Freizeitgestaltung, sondern auch Fragen des Wohnens und die finanzielle Situation. Hier ist nicht nur das Engagement jüngerer Angehöriger gefragt, sondern auch eine altersgerechte und generationenübergreifende Förderung von Seiten der Politik.

Demografischer Wandel in NRW

Wirft man einen Blick auf die aktuellen Prognosen des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA), werden bis zum Jahr 2030 etwa 27 Prozent mehr über 65-Jährige in NRW leben; bei den über 80-Jährigen sind es sogar 39 Prozent mehr. Bis ins Alter agil zu bleiben, ist nicht jedem von ihnen gegönnt: In NRW pflegen rund 1 Million Angehörige ihre Verwandten, zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Damit sie ihren Lebensabend genießen und trotz Krankheiten mitten im Leben stehen können, unterstützen viele jüngere Familienmitglieder die älteren, indem sie ihnen den Alltag auf verschiedenste Weise erleichtern.

Herausforderungen und Chancen in vielen Lebensbereichen

Wohnen

Dies beginnt bereits bei der Wohnsituation. Denn Pflegebedürftige kommen alleine oft nicht mehr zurecht, vor allem, wenn sie auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind. Zugunsten der Barrierefreiheit müssen Türen verbreitert, Stolperfallen wie Teppiche beseitigt, Treppenlifte eingebaut und Sanitärräume mit dem entsprechenden Zubehör je nach individueller Situation umgestaltet werden, etwa mit einer bodengleichen, maßgerechten Dusche, die einen leichteren Ein- und Ausstieg ermöglicht, oder zusätzlichen Armaturen für einen besseren Halt. In Mehrgenerationenhaushalten profitieren davon nicht nur die Älteren, sondern auch die Jüngsten.

Finanzen

Eine barrierefreie Wohnraumanpassung kostet selbstverständlich Geld, über das nicht alle Menschen im Alter verfügen. Pflegebedürftige Menschen, deren Einkommen nicht ausreicht, sollten sich beraten lassen, um alle Möglichkeiten einer staatlichen Förderung auszuschöpfen. Wenn Umbauten aufgrund des gesundheitlichen Zustands notwendig werden, erhalten sie verschiedene Zuschüsse. Zu den Kostenträgern zählen u. a. die Pflegekasse, die Unfallkasse sowie Versorgungsämter und die Förderprogramme der Bundesländer, die hilfsbedürftigen Menschen so lange wie möglich ein selbstständiges Leben ermöglichen sollen.

Freizeit

Das Mehrgenerationenwohnen bietet nicht nur für Senioren Vorteile, die bei diesem Wohn- und Lebensmodell nicht mehr alleine sind und im Alltag unterstützt werden. Auch berufstätige Eltern und deren Kinder profitieren davon. So können die Älteren bspw. auf die Jüngeren aufpassen, wenn deren Eltern arbeiten gehen. Wenn alle zusammenkommen, bieten sich gesellige Kochrunden oder Spieleabende in den Gemeinschaftsräumen an. Adressen von gemeinschaftlichen Wohnprojekten in NRW, bei denen sich Jung und Alt gleichermaßen einbringen können, sind auf dieser Website aufgelistet.

Bildrechte: Flickr Tennants Steven Saus CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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