Feierlich eingeweiht wurde der Erweiterungsbau der Werthmann Werkstätten, Abteilung Attendorn, im Industriegebiet Askay. Fast 8000 Quadratmeter umfasst die Werkstatt in Attendorn. Aktuell sind dort 380 Menschen mit Behinderung beschäftigt. Mit den Abteilungen in Olpe, Welschen Ennest und Lennestadt sind insgesamt über 600 Beschäftigte in den Werkstätten tätig. Erweitert wurde in der rund 850 Quadratmeter umfassenden Baumaßnahme zum einen der Förderbereich und zum anderen wurde mit „b.punkt“ ein zentraler Berufsbildungsbereich geschaffen

Zu Beginn erläuterte Andreas Mönig, Leiter der Werkstätten, dass berufliche Bildung und die differenzierten Arbeitsangebote – von der einfachen Montage bis zu komplexen Arbeitsanforderungen innerhalb und außerhalb der Werkstatt – unverzichtbare Bestandteile einer Werkstatt sind. „Nur durch diese beiden Bereiche können wir das Optimale für die berufliche Teilhabe der Menschen mit Behinderungen erreichen“, so Mönig.

Lothar Epe, Vorsitzender des Caritasrates, stellte beide Bereiche und ihre Aufgaben vor. So werden im Förderbereich Menschen mit schwersten Behinderungen bei einfachen Montagearbeiten unterstützt, sowie deren Betreuung und Pflege gewährleistet. „Wir machen hier nicht nur Arbeit möglich, sondern schaffen auch für Menschen mit Behinderungen in unserer Region ein Angebot, das in Verbindung mit Betreuungs- und Wohnangeboten den Verbleib in der Region ermöglicht“, so Epe.

„b.punkt bringt es auf den Punkt. Wir verbinden Bildung, Begleitung und Beruf damit“; so Epe weiter. Es geht um die berufliche Bildung der Beschäftigten und Neueinsteiger. In diesem Berufsbildungsbereich lernen Menschen mit geistiger Behinderung und psychisch Erkrankte unterschiedliche Arbeitsfelder kennen, absolvieren verschiedene Ausbildungseinheiten und qualifizieren sich praktisch und theoretisch für das Arbeitsleben in den Werkstätten oder für eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Der beruflichen Bildung ist das Eingangsverfahren vorgeschaltet. In diesen drei Monaten wird überprüft, ob die Werthmann-Werkstätten die geeignete Einrichtung für den Mensch mit Behinderung ist. Es wird ein Eingliederungsplan erstellt, der Aussagen über die erforderlichen Fördermaßnahmen und die beruflichen Perspektiven enthält.

Werthmann-Werkstätten eröffnen b.punkt Attendorn
Bürgermeister Christian Pospischil (l) gratuliert Andreas Mönig, Leiter der Werkstätten.

In der beruflichen Bildung werden berufliche Kenntnisse und Fertigkeiten wie der Umgang mit verschiedenen Werkstoffen, Werkzeugen und Maschinen vermittelt. Die Teilnehmer lernen die unterschiedlichen Arbeitsfelder innerhalb der Werkstätten und außerhalb auf den betriebsintegrierten Arbeitsplätzen kennen. Sie werden regelmäßig zu ihren Berufswünschen befragt und an den Entscheidungen über ihren individuellen Qualifizierungsweg beteiligt.

Bernd Banschkus als Vertreter des Kreises Olpe betonte die Wichtigkeit der Arbeit für Menschen mit Behinderung. „Arbeit ist fundamental für die Selbstverwirklichung der meisten Menschen in der Gesellschaft, auch für Menschen mit Behinderung. Gerade wenn wir Inklusion ernst nehmen, haben wir die Aufgabe auch angemessene Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.“

Auch Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil schloss sich den Aussagen seines Vorredners an: „Etwas zu lernen, eine Arbeit zu haben und dafür entlohnt zu werden heißt für Menschen mit Behinderung, im normalen Alltag integriert zu sein und teilzuhaben an dem, was für alle anderen von vornherein selbstverständlich ist. Die Werkstatt in Attendorn leistet hierzu einen wichtigen Beitrag und so ist die Erweiterung nach dem Umzug in 2015 nur eine logische Konsequenz.“

Abschließend bedankte sich Dirk Schürmann, Abteilungsleiter in Attendorn, für das Engagement der Baufirmen und aller, die an der Realisierung des Erweiterungsbaus beteiligt waren.
Anschließend konnten die neuen Räumlichkeiten in geführten Rundgängen besichtigt werden. Die Trommelgruppe JAMBO aus der Abteilung Lennestadt sorgte für den musikalischen Rahmen.

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