Schuleinzugsgebiet für Hanseschule kein Aufnahmekriterium

hanseschule attendorn - logoGemäß einer aktuellen Empfehlung aus dem Schulentwicklungsplan der Hansestadt Attendorn hat der Bürgermeister nach entsprechenden politischen Beschlüssen eine durchgängige Vierzügigkeit für die Hanseschule in Attendorn bei der Bezirksregierung in Arnsberg beantragt. Gerade eine seit Jahren konstant hohe Zahl an Schülereinpendlungen aus dem Bereich des Märkischen Kreises begründe ausdrücklich eine dauerhafte Vierzügigkeit.

Aus Arnsberg gab es in der Folge Signale, dass man eine Vierzügigkeit nicht genehmigen wolle, da die prognostizierte Anmeldezahl der in Attendorn wohnhafter Schülerinnen und Schüler lediglich eine Dreizügigkeit begründen würde. Die Schülerzugänge aus anderen Kommunen könnten bei der Festlegung der Zügigkeiten nicht berücksichtigt werden. Gleichwohl müsse eine Aufnahme der auswärtigen Schülerinnen und Schüler an der Schule gleichberechtigt mit den Attendorner Schülerinnen und Schüler erfolgen. Einen schriftlichen Bescheid hat es aus Arnsberg hierzu jedoch bis heute nicht gegeben. „Vielmehr wurden kurzfristig Unterlagen angefordert, die in Anbetracht des anstehenden Anmeldeverfahren unmöglich fristgerecht einzureichen waren“, ärgert sich Schulamtsleiter Frank Burghaus über die Vorgehensweise der Bezirksregierung.

Das es aber zumindest für Attendorner Schülerinnen und Schüler nicht zu einer Ablehnung kommt, hat die Stadtverordnetenversammlung in ihrer letzten Sitzung per Dringlichkeitsentscheidung das Stadtgebiet Attendorn als Schuleinzugsgebiet der Hanseschule festgelegt, da nach Schulrecht zunächst die Schülerinnen und Schüler bei einem Anmeldeüberhang zu berücksichtigten sind, die in einem vom Schulträger festgelegten Schuleinzugsgebiet wohnen.

Nach Abschluss des Anmeldeverfahrens am vergangenen Freitag soll die Schulleitung nun innerhalb einer Woche nach festgelegten Kriterien über die Aufnahme in die Schule entscheiden. „Laut Schulgesetz erfolgt die Aufnahme durch die Schulleitung in einem vom Schulträger festgelegten Rahmen. Der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Einrichtung eines Schuleinzugsbereichs ist der von der Hansestadt Attendorn festgelegte Rahmen, den wir der Schulleitung am gestrigen Tage zur Berücksichtigung bei den Schulaufnahmen mitgeteilt haben“, erklärt Burghaus die rechtliche Auffassung der Hansestadt Attendorn.

Doch die Bezirksregierung hat stattdessen die Schulleitung als Dienstherrin angewiesen, Aufnahmekriterien festzulegen, die gleichberechtigt neben Attendornern Schülern auch auswärtige Schüler berücksichtigt. Bürgermeister Christian Pospischil erwartet von der Bezirksregierung zumindest eine schriftliche und juristisch überprüfbare Begründung für ihr Vorgehen. Er weist außerdem auf ein zusätzliches Problem hin.

„Insgesamt liegen 96 Anmeldungen für unsere Sekundarschule vor. Bei einer Dreizügigkeit dürfen wir maximal 87 Kinder annehmen. Unabhängig von den Ablehnungen und unabhängig vom Wohnort der aufgenommenen Schüler haben wir damit 29 Kinder in jeder Klasse, in der dann auch noch Inklusion und Integration stattfinden soll. Eine Aufnahme von Seiteneinsteigern wie z.B. Flüchtlingskindern und Kindern aus anderen Schulformen ist dann nicht mehr möglich“, so Bürgermeister Christian Pospischil.

„Im Attendorner Rathaus vermisst man insgesamt die Orientierung am Elternwillen. Dabei wäre als Zwischenlösung aus Attendorner Sicht zumindest eine nochmalige Ausnahmegenehmigung zielführend gewesen, denn

  1. auch in den vergangenen 3 Jahren hat Arnsberg eine jeweils einmalige Ausnahmegenehmigung zur Vierzügigkeit erteilt.
  2. Man hätte das kommende Jahr dazu nutzen können, alle geforderten Unterlagen für eine dauerhafte Vierzügigkeit einreichen zu können
  3. Keine Schülerin oder Schüler müsste abgelehnt werden.
  4. Vier Klassen hätten eine Größenordnung entsprechend der gesetzlichen Klassenrichtzahl von 24-25 Kindern gehabt.
  5. Es hätte Freikapazitäten für Seiteneinsteiger gegeben.
  6. Die Klassengröße hätte eine Förderung von Schülern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf einfacher gemacht.

Unabhängig vom derzeitigen Sachstand, will die Hansestadt Attendorn das Ziel einer dauerhaften Vierzügigkeit mit Nachdruck weiter verfolgen. Bürgermeister Pospischil: „Wir wollen die Angelegenheit nicht auf dem Rücken der Eltern und ihrer Kinder austragen und diese auf noch längere Zeit im Ungewissen lassen, ob eine Beschulung an der Hanseschule im kommenden Schuljahr erfolgen kann. Wir rufen die Bezirksregierung aber dringend auf, unseren Antrag verbindlicher als bisher zu bearbeiten und sich in der Sache stärker am Willen der Eltern in Attendorn und Umgebung zu orientieren.“

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