Professor Dr. Albrecht Geck erläutert anhand einer Bildtafel die Aufgabe der von ihm konzipierten Ausstellung, die zur Zeit in der Erlöserkirche in Attendorn zu sehen ist. Foto: Karl-Hermann Ernst
Professor Dr. Albrecht Geck erläutert anhand einer Bildtafel die Aufgabe der von ihm konzipierten Ausstellung, die zur Zeit in der Erlöserkirche in Attendorn zu sehen ist.
Foto: Karl-Hermann Ernst

Dass sich seit über 500 Jahren bezüglich der Verehrung von (angeblichen) Vorbildern und Helden bis heute nichts geändert hat, zeigte Professor Dr. Albrecht Geck in einem Vortrag in der Erlöserkirche auf. Die evangelische Kirchengemeinde der Hansestadt eröffnete – zugleich für den Alt-Kirchenkreis Plettenberg des evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg – am vergangenen Montagabend mit einem Reformations-Festgottesdienst das Festjahr „500 Jahre Reformation“.

Mit Professor Dr. Albrecht Geck konnte in profunder Kenner Luthers und seiner Geschichte gewonnen werden, der in seinem 45 minütigen Vortrag vor rund 400 interessierten evangelischen und katholischen Zuhörerinnen und Zuhörern eine Kurzfassung der Geschichte des Protestantismus und (seiner) Bilder gab.

Dabei betrachtete er zunächst das Verständnis der Evangelischen zu den Bildern in der Zeit der Reformation, bevor er sich mit den Bilder als interkonfessionelle Auseinandersetzung beschäftigte. Teil Drei seiner Ausführungen galt dem Lutherbild als kirchen- und kulturgeschichtliche Quelle.

Hiermit glitt er gleichzeitig über auf die im Anschluss an den Gottesdienst eröffnete Ausstellung „Von Cranach bis zur BILD-Zeitung – 500 Jahre Wandlungen des Lutherbildes im Spiegel der Kirchen– und Kulturgeschichte“.

Der Vortrag schloss mit einer Abhandlung über den Protestantismus und moderne Kunst.

Der Vorsitzende des Presbyteriums Wolfgang Dröpper eröffnete im Anschluss die Ausstellung, die als Wanderausstellung von Professor Dr. Geck und dem von ihm geleiteten Institut für Kirchliche Zeitgeschichte des Kirchenkreises Recklinghausen (IKZG-RE) konzipiert ist.

Auf 10 Roll-ups werden in der Erlöserkirche bis zum 13. November Reproduktionen von etwa 30 Lutherbildnissen aus 500 Jahren gezeigt, die durch entsprechende Begleittexte historisch eingeordnet werden. Die Ausstellung zeigt die Geschichte einer Nation im Spiegel der Bildnisgeschichte ihres großen Reformators Martin Luther, der zu den am häufigsten porträtierten Personen abendländischer Kirchengeschichte gehört.

Martin Luther als Junker Jörg
Martin Luther als Junker Jörg

Von Lucas Cranach d.Ä., der Luther als Mönch, Doktor der Theologie oder Kirchenvater darstellte, bis zum Luther der Gegenwart als mediales Icon, großer Kommunikator und Werbe-Ikone. Dazwischen liegen Lutherbilder aus allen Epochen – als milde lächelnder Pietist, skeptisch dreinblickender Aufklärer, romantisches Genie mit chaotischer Frisur oder visionärer Monarchist, ganz so, wie ihn die jeweilige Epoche am liebsten gesehen hat.

Nachdem man die Ausstellung durchwandert hatte, konnte man sich – zumindest an diesem Abend – bei einem Glas „Luther-Bier“ mit den anderen Ausstellungsbesuchern über den Vortrag und die Ausstellung austauschen.

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