In den letzten Monaten war von der „neuen“ deutschen Zukunftsangst die Rede. Doch was kann man darunter verstehen und gibt es dafür Lösungsansätze?

Flüchtlingskrise hat Sorge entfacht

Immer wieder befassen sich Umfragen mit den Ängsten und Sorgen der Deutschen. Dieses Thema hat vor allem in den letzten Monaten an Bedeutung gewonnen. Denn obwohl es Deutschland wirtschaftlich gutgeht, empfinden viele Menschen – oft irrationale – Existenzängste. Ausgelöst werden sie von beispielsweise angesichts der Flüchtlingsströme. Auch eine zunehmend konkreter empfundene Terrorgefahr macht vielen zu schaffen. Erst Anfang des Jahres veröffentlichte Die Welt Ergebnisse aus einer eigenen Studie, in der 60 Prozent der Befragten angaben, große Angst vor der Flüchtlingskrise in Europa zu haben. Daneben wurden Umweltverschmutzung, die europäische Schuldenkrise sowie mögliche Krankheiten genannt. Auch unabhängig von der finanziellen Ausgangslage bewerteten Bürger Terrorismus, politischen Extremismus sowie die Überforderung durch den Flüchtlingszuzug als ihre größten Ängste. Der sogenannte Angstindex, ein Mittelwert aus den Umfragen zu den am häufigsten verbreiteten Ängsten, stieg auf durchschnittlich 49 Prozent. Die Einwohner Nordrhein-Westfalens gehörten mit 52 Prozent zu den Besorgtesten, hierin lediglich von Hessen mit 59 Prozent deutlich übertroffen. Die Terrorangst verschärfte sich dabei am stärksten: Sie erhöhte sich um über 20 Prozent. Damit sind Arbeitslosigkeit, Drogensucht der Kinder oder Vereinsamung im Alter, die in den letzten Jahren noch eine große Rolle spielten, als Ängste eher in den Hintergrund gerückt.

Was tun gegen Zukunftsangst?

Das Gefühl von Angst wird erfahrungsgemäß von innerer Unruhe, Anspannung und Gereiztheit bestimmt. Es gibt verschiedene Strategien, damit umzugehen. Die Angst vor Terror entsteht vor allem durch Medienberichte wie nach dem Lkw-Attentat in Nizza oder der Axtattacke in einem Zug nahe Würzburg. Viele Menschen meiden daher bewusst tagesaktuelle Nachrichten und reduzieren ihren Medienkonsum. Andere wiederum informieren sich umfassend, um ein möglichst realistisches Bild zu gewinnen. Die Angst lässt sich jedoch nicht einfach so abstellen. Sie ist ein urmenschlicher Schutzmechanismus und wird von jedem auf andere Art und Weise verarbeitet. Am besten hilft es in der Regel, nicht allein mit sein Sorgen zu sein. Manche suchen sich deshalb eine psychologische Beratung; im Gespräch finden Therapeut und Patient gemeinsam heraus, was die wahre Ursache der Ängste ist. Mit individuell entwickelten Bewältigungsstrategien lassen sie sich gezielt angehen. Manche Menschen erfahren Halt aber auch in esoterischen Angeboten wie Kartenlegen. Das ist inzwischen sogar online möglich, beispielsweise bei Questico. Auch in der Gemeinschaft mit Freunden und Familie können Ängste thematisiert und bewältigt werden. Allgemein gültige Lösungsansätze, um die Angst vor Terror zu minimieren, gibt es nicht, individuelle Methoden hingegen gibt es viele. Mit ihrer Hilfe lässt sich ein wenig sorgloser in die Zukunft blicken.

Bildrechte: Flickr Terror Ben Chun CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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