„Farbe Spüren“ nennt Hiltrud Hengstebeck ihre Ausstellung, die bis Ende des Jahres in der Sparkasse in Attendorn zu sehen ist. Der Titel ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn die ungewöhnlichen Farbkompositionen aus ebenso ungewöhnlichen Materialien verkörpern eine geradezu spürbare Präsenz.

„Meine Bilder leben“, erklärte Hiltrud Hengstebeck dem Vorstandsvorsitzenden Heinz-Jörg Reichmann anlässlich der Besichtigung ihrer Werkschau, die bis Ende des Jahres in der Sparkasse in Attendorn zu besichtigen ist. „Manchmal braucht es Wochen, bis die Materialien sich setzen und dabei oft überraschende Verbindungen eingehen“, so die Künstlerin.

Acryl, Pigmente wie offene Farbmehle, Knochenleim, Beize oder Klavierlack sind die Werkstoffe, aus denen Hiltrud Hengstebeck ihre Bilder fertigt. So außergewöhnlich wie das Material wirken auch die daraus gefertigten Werke. Die Künstlerin vermischt dabei verschiedene Techniken und Stile auf unkonventionelle Weise. Manchmal sagt sie, drehe sie ein Bild, das ihr nicht gefällt, einfach um und lasse es wochenlang unbeachtet. Später ist durch die Reaktionen und Verbindungen zwischen den Materialien etwas ganz Neues entstanden.

„Das Experimentelle zieht sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung“, stellte dann auch Heinz-Jörg Reichmann fest. „Die außergewöhnliche Kraft der Bilder beeindruckt mich“, sagte er.

2006 hat Hiltrud Hengstebeck begonnen, sich als Künstlerin zu betätigen. Eine einschneidende Erfahrung hatte sie Jahre zuvor bewogen, neue Antworten auf die Fragen des Lebens zu suchen. In Kunst und Malerei fand sie einen ebenso spannenden wie entspannenden neuen Weg im Leben. Was als Selbstfindungsprozess begann, fügt sich heute dank guter künstlerischer Ausbildung und Begabung zu einem umfassenden Gesamtwerk zusammen.

Eindrucksvolle Einblicke in dieses Werk gibt die Ausstellung in der Sparkasse in Attendorn. Sie ist dort montags bis freitags während der üblichen Öffnungszeiten im Empfangsbereich und im Treppenhaus zu besichtigen. Voraussichtliches Ausstellungsende ist der 30. Dezember 2016.

 

„Farbe Spüren“ – mit Pigment, Klavierlack und Knochenleim

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