thumbnail_%ef%bf%bdberall-haussch%ef%bf%bdden-und-erdbebenrisseAm Samstag, 10. September, bebte die Erde um 15:27 Uhr das erste Mal für fünf Minuten in Tansania in der Kagera-Region. Das Epizentrum lag im Partnerkirchenkreis des evangelischen Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg, zu dem die ev. Gemeinden Attendorn, Finnentrop, Grevenbrück und Lennestadt-Kirchhundem gehören, in Missenye nahe der Grenze zu Uganda mit einem Wert von 5,7 auf der Richterskala.

Am stärksten betroffen wurde die 60 km entfernte Stadt Bukoba, wo es mehr als 16 Tote gab, von denen am Sonntag in einer großen Trauerfeier mit dem Premierminister und Vertretern aller religiösen Gemeinschaften im Kaitaba-Stadion Abschied genommen wurde. Die mehr als 500 Verletzten wurden im Stadtkrankenhaus und in vielen umliegenden Krankenstationen medizinisch versorgt. Mehr als 170 Menschen sind immer noch in ärztlicher Behandlung.

Aus Missenye informierte Superintendent Mathias Bubelwa, dass das Pfarrhaus in Minziro dem Erdbeben fast ganz zum Opfer gefallen ist. Die bisherigen drei Nachbeben waren geringer, haben aber weitere Schäden verursacht. In Missenye gibt es in den Gemeinden Ngando, Bugango und Minziro Wasserknappheit. Der Zugang zu Wasser wird durch zerstörte Wasserpumpen noch schwieriger. Abgefülltes Wasser ist knapp und sehr teuer.

Fast alle Straßen und Häuser haben tiefe Erdbebenrisse. Einige Häuser sind komplett zerstört worden.
Fast alle Straßen und Häuser haben tiefe Erdbebenrisse. Einige Häuser sind komplett zerstört worden.

Seit Samstag müssen viele Menschen, auch tausende Schulkinder, ohne jeden Besitz draußen schlafen, weil sie neben dem Dach über dem Kopf auch ihre wenige Habe bei dem Erdbeben verloren haben. Bisher sind keine Todesfälle oder schwer Verletzten aus Missenye bekannt. Jedoch sind mehr als 2.000 Häuser in der Region mit starken Rissen oder Teileinstürzen beschädigt worden. Das gesamte Ausmaß stellt sich erst nach und nach dar. Es ist zu befürchten, dass die überfällige Regenzeit die Situation insgesamt verschlimmern wird. Die Menschen sind traumatisiert und haben große Angst vor weiteren Nachbeben.

Der Evangelische Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg stellt 6.000 EUR Soforthilfe zur Verfügung. Ebenso stellen die Evangelischen Kirchengemeinden Eiringhausen weitere 2.000 EUR und Attendorn 1.000 EUR Soforthilfe bereit.

Am Sonntag , 18. September, sind die Kirchengemeinden beim traditionellen Partnerschaftssonntag im Altkirchenkreis Plettenberg aufgerufen Sonderkollekten zur Soforthilfe zu sammeln. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet bei der Ev. Kreiskirchenkasse Iserlohn Lüdenscheid, IBAN DE28 3506 0190 2001 1930 18, Verwendungszweck: Erdbeben Missenye Tansania. Alle Gelder werden direkt zu 100 % nach Missenye weitergeleitet.

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