Neues Ausbildungsjahr: Berufsunfähigkeitsversicherung schon für Azubis?

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University Life 68 - Neues Ausbildungsjahr: Berufsunfähigkeitsversicherung schon für Azubis?
Bildrechte: Flickr University Life 68 Francisco Osorio CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Im Spätsommer beginnen wieder alljährlich tausende junge Auszubildende in Deutschland einen neuen Lebensabschnitt. Auch wenn viele Branchen über offene Lehrstellen klagen, so kann der Kreis Olpe in diesem Jahr wieder mehr Ausbildungsverträge verzeichnen. Mit dem Eintritt ins Berufsleben und dem ersten eigenen Geld kommen bei den vielen neuen Auszubilden auch zahlreiche Fragen auf, die in ihrem Schulleben keine Rolle gespielt haben. Eine davon: „Welche Versicherungen sind jetzt wichtig“? Eine Krankenversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben. Die ebenfalls eminent wichtige Haftpflichtversicherung kann während der Ausbildung in der Regel noch über die Eltern laufen, aber eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben viele junge Menschen noch nicht im Blick. Warum sie auch für Azubis empfehlenswert ist, soll im Folgenden beleuchtet werden.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Immer empfehlenswert

Berufsunfähigkeit ist ein Thema, mit dem sich auch Auszubildende schon früh beschäftigen sollten: Sowohl Dachdecker wie auch Bürokaufleute können heute von einer Berufsunfähigkeit betroffen sein. Denn immer häufiger werden statt der altbekannten Gründe für eine Berufsunfähigkeit – wie etwa Erkrankungen des Skeletts oder des Bewegungsapparats – psychische- oder Nervenkrankheiten diagnostiziert. Wie in diesem Artikel von CosmosDirekt zu lesen ist, sind Nervenkrankheiten mit fast 32 Prozent sogar die Ursache Nummer 1 für eine Berufsunfähigkeit. Erst danach folgen Berufsunfähigkeiten infolge von Skelett- oder Muskelerkrankungen mit etwa 21 Prozent. Ein Burnout, Depressionen und Angst-Störungen können jeden treffen – ob Dachdecker oder Bibliothekar. Warum eine Police schon in jungen Jahren sinnvoll ist, liegt auf der Hand: Erst wer in 5 aufeinanderfolgenden Jahren mindestens 3 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, hat einen Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente. Das trifft auf die meisten Azubis, die direkt nach der Schule ihre Ausbildung beginnen, noch lange nicht zu. Eine private Absicherung ist in diesem Fall die einzige Möglichkeit, um für den Ernstfall vorzusorgen.

Haben jüngere Versicherungsnehmer Vorteile?

„Je jünger, desto gesünder“, so jedenfalls könnte man die tendenzielle Vorstellung vieler Versicherungsunternehmen zusammenfassen. Darum gewähren sie jungen Menschen in den ersten Jahren niedrigere Beiträge. Das Krankheitsrisiko ist bei Menschen unter 30 Jahren noch deutlich geringer: Wer weniger Vorerkrankungen vorzuweisen hat, profitiert bei der Berechnung. Mathias Zunk vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bestätigt der Zeitung „Die Welt“: „Junge Menschen bezahlen in der Regel weniger an monatlichen Beiträgen als ältere Arbeitnehmer“. Im Artikel wird dargelegt, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung „für junge Menschen interessant“ ist, da die gesetzliche Erwerbsminderungsrente „bei Weitem nicht ausreicht, um einen angemessenen Lebensstandard zu sichern.“

Ein Fazit kann demnach nur lauten: Lieber schon früh auf Nummer sicher gehen und bei günstigen Konditionen für den Fall der Fälle vorsorgen. Wichtig ist nur, die Verträge genau zu prüfen und Unklarheiten vor Abschluss sorgfältig zu klären, um bösen Überraschungen vorzubeugen.

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