Camino sucht ehrenamtliche Helfer

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Camion sucht ehrenamtliche Helfer 2016
Suchen für Camino, dem Caritas-Hospizdienst, ehrenamtliche Helfer: v.l: Katharina Schmidt, Gertrud Dobbener, Dagmar Langenohl und Arndt Kirchhoff

In regelmäßigen Abständen laden die Koordinatorin von Camino, dem Caritas-Hospizdienst interessierte Frauen und Männer ein, sich im Rahmen eines Kurses als ehrenamtliche Sterbebegleiter ausbilden zu lassen. Im September soll wieder ein solcher Kurs beginnen.

Die Koordinatorinnen Katharina Schmidt, Dagmar Langenohl und Gertrud Dobbener haben sich in diesem Jahr prominente Unterstützung für ihren Aufruf mit ins Boot geholt. Arndt G. Kirchhoff, Unternehmer und Camino-Botschafter, ist gerne bereit, die Werbetrommel mit zu rühren. „Der Staat kann nicht alle Dinge regeln. Wir sind auf das Ehrenamt angewiesen, wenn die Gesellschaft funktionieren soll.“

Dabei, das ist auch Arndt G. Kirchhoff klar, ist das Thema Tod und Sterben für viele ein schwieriges Thema, was oft verdrängt wird. „Das Augenmerk wird lieber auf Kinder und deren Betreuung gelegt. Aber auch das Lebensende eines Angehörigen kann für Betroffenen schwierig werden und das ist die Hilfe durch Menschen, die einen emotionalen Abstand haben, ganz wichtig.“

„Leben lebenswert begleiten bis zuletzt, das kann man lernen und dabei selbst entdecken, wie wichtig es eigentlich für jeden Einzelnen von uns ist, sich auch mit Tod, Sterben und Trauer auseinanderzusetzen. In einer immer älter werdenden Gesellschaft wird dies auch immer wichtiger“, weiß Gertrud Dobbener.

Doch es ist immer schwieriger, ehrenamtliche Helfer zu finden. „Zurzeit bekommen wir Unterstützung durch 97 engagierte Freiwillige in diesem Bereich“, so Katharina Schmidt. Waren es früher überwiegend Frauen, die sich nach der Familienphase ehrenamtlich einbrachten, starten die Frauen heute oftmals an diesem Zeitpunkt nochmals beruflich durch. „Trotzdem ist Ehrenamt möglich, denn in welchen zeitlichen Umfang sich jemand einbringt, entscheidet jeder individuell. Das muss nicht jeden Tag oder jede Woche sein.“, räumt Dagmar Langenohl mit einem Vorurteil auf.

Arndt G. Kirchhoff ergänzt: „Auch Männer sind hier gefragt. In der Berufswelt ist die Gleichstellung ein wichtiger Punkt, warum nicht auch in der ehrenamtlichen Arbeit?“

Wer jetzt Interesse hat, sollte sich zunächst den 30. August merken. Dann findet in Haus Mutter Anna in Attendorn ab 18 Uhr ein Informationsabend rund um das Ehrenamt im Rahmen von Camino, dem Caritas-Hospizdienst statt. Der eigentliche Kurs beginnt im September. „Wir geben den ehrenamtlichen Helfern genügend Rüstzeug mit an die Hand und sind immer als Ansprechpartner zur Stelle“, versprechen die Koordinatorinnen den neuen Helfern. „Sie begleiten Schwerkranke und Sterbende in ihrer letzten Lebenszeit und ermöglichen ihnen ein Leben bis zuletzt. Wir begleiten sie dabei.“

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