Alfred Hitchcock hätte das Drehbuch für das Landesfinale NRW in der Wettkampfklasse IV (Jahrgänge 2004-2006), welches am 06. Juni 2016 in Ahaus-Wessum stattgefunden hat, nicht besser zu Papier bringen können. Für 7 Minuten war die Jungenmannschaft des St.-Ursula-Gymnasiums Attendorn als neuer NRW-Meister auf dem Sprung zum Bundesfinale in Bad Blankenburg/ Brandenburg, ganze 13 Minuten später belegte man nur noch den 5. und somit letzten Platz.

Gespielt wurde in einer Fünfergruppe im Modus Jeder gegen Jeden, denn jeder Regierungsbezirk wurde von seinem Meister vertreten. Gemäß der Regeln des DFB-Schulcups wurde vor jeder Begegnung ein Technikwettbewerb, wo eine Pass-, Dribbel- und Schussübung absolviert werden musste, ausgetragen, dessen Sieger mit einer 1:0-Führung in das eigentliche Spiel ging.

Nach einer 2,5-stündigen Anreise trafen die Ursulinen im ersten Spiel auf das heimische Gymnasium Nepomucenum aus Coesfeld. Da man den Technikparcours gewinnen konnte, ging man mit 1:0 in Front. Der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer wurde kurz vor Schluss durch Maximilian Benner wieder egalisiert, sodass die Auftaktbegegnung mit 2:1 gewonnen werden konnte. Nach diesem Auftakt nach Maß, mussten die Attendorner Jungen sich im zweiten Match gegen den Favoriten und letztjährigen vierplatzierten beim Bundesfinale vom Helmholtz-Gymnasium Bielefeld messen. Neben der Auszeichnung als NRW-Eliteschule des Sports, zeichnet die Schule noch aus, dass sie eine enge Kooperation mit dem Zweitligisten Arminia Bielefeld eingeht. Da der Technikparcours keinen Sieger fand, stand es zu Beginn der Partie unentschieden 1:1. In einer ausgeglichenen Begegnung, gab es Torchancen hüben wie drüben. Nach einem Stellungsfehler in der Hintermannschaft der Ursulinen, ließ sich der gegnerische Stürmer nicht lange bitten und netzte gekonnt zur Führung ein. Als alles schon nach einer Niederlage aussah, traf erneut Maximilian Benner mit einem sehenswerten Drehschuss unhaltbar unter die Latte und ließ somit seine Farben jubeln.

Im vorletzten Spiel traf man auf das Abtei-Gymnasium Pulheim, welches vor zwei Jahren auch schon Erfahrungen beim Bundesfinale sammeln konnte. Das Spiel ist kurz zusammengefasst. Der Technikparcours konnte noch ausgeglichen gestaltet werden, aber im eigentlichen Spiel hatte man leider nichts mehr entgegenzubringen. Erst als die Ursulinen den zweiten Gegentreffer zum 1:3 schlucken mussten, ging ein Ruck durch die Mannschaft. Alle Angriffsbemühungen verliefen allerdings im Sande und wurden nicht mehr mit dem Anschlusstreffer belohnt, sodass am Ende die erste Niederlage in der Finalrunde und auch auf dem gesamten Wege bis zu diesem verbucht werden musste. Zum ersten Mal hatten die Kicker von St Ursula Nerven gezeigt.

Da in den anderen Spielen sich die Schulen gegenseitig die Punkte abgenommen hatten, kam es nun im entscheidenden letzten Spiel gegen die Elsa-Brandström-Realschule Essen, ebenfalls eine Eliteschule des Sports in Kooperation mit dem 1. FC Köln, zum Showdown. Vom ersten bis zum letzten Platz war noch alles möglich. Man hatte es jedoch nicht mehr selbst in der Hand, da man im Parallelspiel auf Mithilfe vom Gymnasium Coesfeld gegen den Favoriten aus Bielefeld angewiesen war. Gleichzeitig mussten die Ursulinen aber auch ihre Hausaufgaben erledigen, denn ein Dreier war Voraussetzung, um weiterhin vom Bundesfinale träumen zu können. Die Parallelbegegnung lief wie erhofft und Coesfeld fegte Bielefeld mit 3:0 vom Platz. Es war also angerichtet, die Ursulinen mussten nur noch zugreifen! Der Technikparcours wurde deutlich in allen drei Disziplinen gewonnen, sodass man mit 1:0 in Führung ging. Dieses Ergebnis würde ausreichen und bedeuten, dass man als erste Fußballmannschaft aus Attendorn und wohl auch dem gesamten Kreis Olpe am Bundesfinale teilnehmen würde. Man startete konzentriert und diszipliniert. Die Abwehr stand sicher und immer wieder wurden gefährliche Kontersituationen eingeleitet. Nach 5 Minuten hatten die Ursulinen den Torschrei auf den Lippen, aber zunächst scheiterte man am Pfosten und im Nachschuss am starken Schlussmann. Hier hätte man eine Vorentscheidung herbeiführen können. Dann kam die ominöse 7. Spielminute. Ein langer Ball der Essener wurde unterlaufen und der Gegner konnte ausgleichen. Das war die Initialzündung für die gegnerische Mannschaft, die bei einem Sieg auch noch den Turniersieg erringen konnte. Eine Angriffswelle nach der anderen mussten die Attendorner nun über sich ergehen lassen und nach einem erneuten Fauxpas in der Hintermannschaft stand es 1:2. Danach brachen alle Dämme und der Glaube an den Turniersieg war gebrochen. Mit dem Schlusspfiff fiel dann auch noch das 1:3. Somit gewannen die Essener nicht nur das Spiel, sondern auch die NRW-Meisterschaft. Den Ursulinen, die 7 Minuten mit einem Beim im Bundesfinale standen, blieb dann sogar nur noch der 5. Platz. „Enger, spannender und unglücklicher kann ein Turnier nicht verlaufen. Insgesamt kann die Mannschaft aber mehr als nur Stolz auf sich und ihre Leistungen sein. Wie die Jungen sich gegenseitig immer wieder unterstützt und motiviert haben, besonders auch beim Technikparcours, der in insgesamt allen absolvierten 14 Begegnungen nie verloren wurde, ist aller Ehren wert“ , so Sportlehrer Marco König.


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