Chefarzt Dr. Doldi und Schwester Jacqueline von der Intensivstation freuen sich zusammen mit Patient Josef Springob, dass es ihm schon nach zwei Tagen wieder besser geht. (Foto: Kathrin Menke)
Chefarzt Dr. Doldi und Schwester Jacqueline von der Intensivstation freuen sich zusammen mit Patient Josef Springob, dass es ihm schon nach zwei Tagen wieder besser geht. (Foto: Kathrin Menke)

Patienten mit Herzschwäche, sogenannter Herzinsuffizienz, lagern Wasser im Gewebe und in der Lunge ein. Mit einem neuen Ultrafiltrationsgerät, das die HELIOS Klinik Attendorn als eine der ersten Kliniken in Deutschland und weltweit betreibt, lässt sich überschüssiges Wasser in kurzer Zeit aus dem Körper entfernen. Das Verfahren ist für den Patienten besonders schonend und verkürzt den Krankenhausaufenthalt.

Wenn Patienten mit Herzinsuffizienz zu viel Wasser im Körper einlagern, brauchen Sie entwässernde Medikamente, sogenannte Diuretika. Diese müssen in der Regel ein Leben lang eingenommen und oft in der Dosis gesteigert werden, wodurch die Nierenfunktion häufig in erheblichem Maße beeinträchtigt wird. Mit Hilfe von Dialysegeräten kann dem Blut der überschüssige Teil der Flüssigkeit entzogen werden, was aber für den Körper belastend ist und das Legen großer venöser Gefäßzugänge erfordert.

Zusätzlich zu dieser Dialysetechnik verfügt die HELIOS Klinik Attendorn seit einigen Monaten über ein spezielles Gerät zur sogenannten Ultrafiltration, das dem Blut nur das überschüssige Wasser entzieht, ohne dabei weitere Stoffe zu entfernen. Hierzu ist allein ein kleiner venöser Zugang erforderlich, ähnlich dem einer Infusion, über den Wasser abgefiltert werden kann. Die Menge wassertreibender Medikamente wird dadurch gesenkt, die Nierendurchblutung gefördert und die Nierenfunktion somit weniger belastet.

Josef Springob aus Attendorn kam ins Krankenhaus mit Herzschwäche, Nierenversagen, Luftnot und geschwollenen Beinen. Dem 78-Jährigen wurden über acht Stunden mit der neuen Ultrafiltration rund 800 Milliliter Wasser entzogen. Dadurch setzen im Anschluss die Nierenfunktion und damit auch die Eigenausscheidung über die Nieren wieder ein, so dass er binnen 24 Stunden insgesamt etwa zwei Liter Wasser verlor und die Dosis der Wassermedikamente reduziert werden konnte. Die zuvor bestehende Luftnot war weg, die Bein-Ödeme deutlich geringer, sodass er nach zwei Tagen wieder laufen konnte und keine Luftnot mehr empfand. „Ich bin sehr glücklich“, so Josef Springob, „dass es mir nach so kurzer Zeit jetzt schon wieder so gut geht. Die Wassermedikamente alleine haben ja nicht mehr ausreichend gewirkt“.
„Unsere Patienten profitieren in mehrfacher Hinsicht von diesem neuen Gerät“, so Dr. Stephan Doldi, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin. „Zum einen durch den kleineren Zugang und zum anderen, weil die Prozedur in wenigen Stunden ohne wesentliche Belastung des Kreislaufes das leistet, wofür sonst eine Dialyse notwendig wäre.“ Wichtig zu wissen: Die Methode stellt keinen Ersatz einer Dialysebehandlung bei dialysepflichtigen Patienten dar, da keine Giftstoffe entfernt werden, die bei ausgefallener Nierenfunktion ebenfalls anfallen. Es wird allein überschüssiges Körperwasser aus dem Blut entfernt, um Herz und Nieren zu entlasten.

„In Attendorn wird zum zweiten Mal in Deutschland und zum dritten Mal weltweit dieses hochmoderne und schonende System zur Behandlung von herzinsuffizienten Patienten eingesetzt. Weitere Kliniken werden erst in einigen Monaten nachziehen“, erklärt Prof. Dr. Henning Baberg, Mitglied des Medizinischen Beirats der HELIOS Kliniken mit Sitz in Berlin. „Wir sind stolz, diese moderne Technik zum Wohle des Patienten auch nach Attendorn zu bringen. Sie ergänzt die medizinische Ausstattung der Klinik, die sich um viele Patienten mit Herzerkrankungen kümmert, in besonderer Weise.“

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