Nachdem das zunächst als Open Air – Veranstaltung geplante Jazzkonzert Ende August leider ausfallen musste, lud der Kulturring der Stadt Attendorn am vergangenen Sonntag, den 25.10.2015, zum Konzert des „Frankfurter Jazz Trios“ in die Rathausgalerie ein – und die „Indoor-Vaiante“ ließ keine Wünsche offen.

Was die drei Musiker um Thomas Cremer (drums), der an diesem Abend gemeinsam mit Thilo Wagner (piano) und Martin Gjakonovski (bass) auf der Bühne stand, dem Attendorner Publikum darboten, waren über zwei Stunden feinster Jazz u. a. von Carlos Jobim, Duke Ellington oder George Gershwin.

Richtig fetzig ging es gleich zu Beginn mit Sammy Fains „Secret Love“ los. Schon nach den ersten Takten war das Publikum dabei – hier wurde mit gewippt, geschnipst und geklatscht!

Die gut aufgelegten Musiker gönnten sich nur kleine Pausen, die Thomas Cremer, Gründer des „Frankfurter Jazz Trios“ für kurzweilige und launige Ansagen nutzte.

Perfekt aufeinander abgestimmt, nie wirkte einer der drei Musiker dominierend, überließen sie mit der dem Jazz so eigenen Spontanität mal dem Piano, mal dem Bass oder den Drums die Führung.

Bei Duke Ellingtons Ballade „Prelude to a kiss“ wurde die begeisternde Interpretation Thilo Wagners am Piano mit frenetischem Applaus belohnt. Perfekt unterstützt von M. Gjakonovski am Kontrabass und T. Cremer am Schlagzeug schien er sein Instrument förmlich zu streicheln und verzauberte die Zuhörer durch seine mit unglaublicher Leichtigkeit vorgetragene Improvisation über die eingängige Melodie. Die soften Töne fügten sich perfekt in die Räumlichkeiten der Rathausgalerie.

Mit einer faszinierenden Spielfreude präsentierte das Trio Swing Klassiker wie „Ain’t Misbehavin’“(Fats Waller) oder Benni Goodmans „Avalon“.

Keinesfalls fehlen durfte natürlich der wohl bekannteste Bossa Nova „The Girl from Ipanema“. Das 1962 von Carlos Jobim komponierte Musikstück wurde derart gefühlvoll interpretiert, dass das Attendorner Publikum den Sand unter den Füßen des Mädchens am brasilianischen Strand förmlich spüren konnte.

Gelungener konnte ein trister Herbsttag nicht enden, als die drei Musiker es zum Schluss noch mal so richtig fetzen ließen und Thomas Cremer mit einer Soloeinlage an den Drums das beeindruckte Publikum von den Stühlen riss.

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