Von Schmerzen kann Christiane Zimmer ein Liedchen singen. In den vergangenen neun Jahren hat sie viel durchlitten und dabei immer wieder eine Erfahrung gemacht: Es hilft enorm, mit Gleichgesinnten über die Probleme zu sprechen. Deshalb gründet die ehemalige Attendorner Stadtverordnete jetzt eine Selbsthilfegruppe für Schmerzpatienten.

Seit eins ihrer Knie bei einem Arbeitsunfall dauerhaft geschädigt wurde, reihten sich bei Christiane Zimmer immer neue Folgeerscheinungen wie Schmerzen an Rücken, Schulter und verschiedenen Gelenken aneinander. Sechs Mal wurde sie bereits operiert, doch eine dauerhafte Besserung ist leider nicht erreicht worden. „Ich war immer mit der Behandlung im Attendorner Krankenhaus zufrieden, denn ein Wunder war ja nicht zu erwarten. Heute komme ich mehrmals die Woche hierher, zum Gerätetraining und zur Physiotherapie. Da ich mich nicht mehr richtig bewegen kann, muss ich eben so in Bewegung bleiben.“ Schon kurze Strecken zu gehen fällt ihr schwer, die Arbeitsfähigkeit hat Christiane Zimmer verloren, ist heute verrentet. „Darunter leide ich sehr, ich würde so gerne noch arbeiten“. Bald wird sich die 59-Jährige einen Schmerzstimulator einsetzen lassen, ein Implantat, das ähnlich wie ein Herzschrittmacher einen konstanten Impuls an geschädigte Nerven abgibt, der im Idealfall den Schmerz ganz ausschalten kann.

Die Schmerzen sind nicht das einzige Problem, mit dem Christiane Zimmer zu kämpfen hat. Zwei Jahre lang ging sie an Krücken, konnte viele Schmerzmittel nicht vertragen, zum Beispiel Morphium. „In der HELIOS Klinik Attendorn wurde ich im Rahmen der Multimodalen Schmerztherapie komplett umgestellt auf neue Medikamente und bekam viel neuen Mut durch die gute psychologische Betreuung. Die Behandlung bei Chefarzt Frank Dreber war das Beste, was mir passieren konnte.“

Deshalb möchte sie jetzt, wo es ihr seit Langem wieder etwas besser geht, die Selbsthilfegruppe ins Leben rufen. „Ich will keine Vereinsarbeit und auch kein ausschließliches Reden über Schmerzen. Es geht mir um Erfahrungsaustausch und gegenseitige Unterstützung. Alle, die das Gefühl haben, dass ihnen ein Austausch mit Gleichgesinnten helfen würde, sind willkommen und sollen hier einen Anlaufpunkt bekommen. Denn es ist so: Sie stehen mit ihren Problemen nicht alleine da – schon das zu spüren, hilft. Außerdem kann man einfach viel voneinander lernen“, so Christiane Zimmer, die auf eine gute Resonanz ihrer Initiative hofft. Unterstützung findet sie bei Chefarzt Dreber, der vielen seinen Patienten den Besuch einer Selbsthilfegruppe empfiehlt. „Das Gefühl, nicht allein dazustehen, stärkt die Motivation und die Selbstheilungskräfte“, so der Schmerzspezialist.

Das erste Gruppentreffen findet am Montag, den 21. September von 18 bis 20 Uhr im evangelischen Gemeindehaus am Westwall 55 statt – und dann an jedem 3. Montag im Monat. Christiane Zimmer ist telefonisch zu erreichen unter (02722) 52102 oder per E-Mail unter zimmeratt@t-online.dePM_Zimmer_150dpi

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here