Kreisverkehrswacht Olpe bittet um besondere Vorsicht

Seit dieser Woche wird es auf unseren Straßen wieder voll. Die meisten Urlauber sind aus den Ferien zurück und setzen sich wie gewohnt morgens hinters Steuer, um sich auf den Weg zur Arbeit zu machen. Während die erwachsenen Verkehrsteilnehmer zurück im Alltag sind, betreten unsere Schulanfänger absolutes Neuland.

Andreas Zeppenfeld - Kreisverkehrswacht Olpe - Foto: Karl-Hermann Ernst
Der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Olpe, Andreas Zeppenfeld
Foto: Karl-Hermann Ernst

Denn für die Erstklässlerinnen und Erstklässler ist nicht nur die Schule ungewohnt und fremd, auch der Weg dorthin ist neu und anders. Der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Olpe, Andreas Zeppenfeld , appelliert daher an alle Verkehrsteilnehmer, auf die i-Dötze besondere Rücksicht zu nehmen.

„Alle Verkehrsteilnehmer sollten in den kommenden Tagen besonders im Umfeld von Schulen den Fuß vom Gas nehmen und sich bremsbereit halten. Die Schulanfänger sind auch Verkehrsanfänger; sie nehmen ihre Umwelt ganz anders wahr, als Erwachsene. Es fällt ihnen Beispielweise schwer, Geschwindigkeiten und Entfernungen richtig einzuschätzen. Deshalb kommt es vor, dass sie plötzlich auf die Straße laufen – scheinbar ohne auf den Verkehr zu achten.“

Mit jedem Schulweg lernen die Erstklässler, Gefahren besser einzuschätzen. Daher rät die Kreisverkehrswacht den Eltern, die Kinder solange auf dem Schulweg zu begleiten, bis sie das Gefühl haben, dass ihre Kinder auch alleine sicher ankommen.

„Auch nach dieser ersten begleiteten Schulwegphase fällt es vielen Eltern schwer, den Nachwuchs allein zur Schule gehen zu lassen. Aber nur so können die Kinder selbstständig werden und später auch andere Wege souverän meistern“, erläutert Andreas Zeppenfeld.
Das Auto ist nur die vermeintlich sicherere Alternative, so die Verkehrswacht. Denn diejenigen Kinder, die zur Schule chauffiert werden, könnten keine Erfahrungen sammeln und sind unsicher, wenn sie dann doch einmal allein zu Fuß unterwegs sind. Außerdem gefährde der Hol- und Bringverkehr vor den Schulen diejenigen Kinder, die zu Fuß gingen: „Das Problem der Elterntaxis vor den Schulen des Kreises Olpe hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Selbst Kinder, die nicht weit entfernt von der Schule wohnen, werden mit dem Auto gebracht. Dieser Trend muss sich im Sinne unserer Kinder umkehren!“, so Zeppenfeld.

Diejenigen Eltern, die aufgrund der Entfernung von Wohnung zur Schule und/oder beruflicher Gründe nicht auf das Auto verzichten können, sollten nicht direkt vor der Schule halten. Stattdessen sollten sie ihre Kinder in einem angemessenen und noch zumutbaren größeren Abstand zur Schule an einer sicheren Stelle absetzen.

Die Kreisverkehrswacht bittet alle motorisierten Verkehrsteilnehmer um besondere Rücksichtnahme auf die Schul- und Verkehrsanfänger. (Foto LVW NRW)
Die Kreisverkehrswacht bittet alle motorisierten Verkehrsteilnehmer um besondere Rücksichtnahme auf die Schul- und Verkehrsanfänger
(Foto LVW NRW)

Andreas Zeppenfeld: „So bewegen sich die Kinder wenigstens etwas an der frischen Luft und vor der Schule kommt es zu keinem Verkehrschaos.“ Außerdem sollte man darauf achten, dass das Kind immer zum Bürgersteig aussteigt und niemals zur Straßenseite. Schließlich sollte darauf geachtet werden, dass bei jedem Weg, sei er auch noch so kurz, das Kind im Auto korrekt gesichert ist.

Zum Schulanfang setzen sich die Verkehrswachten in NRW mit der Kampagne „Brems Dich! Schule hat begonnen“ für die Erstklässlerinnen und Erstklässler ein. An Straßen im Schulumfeld und an Ortseingängen werden Spannbänder aufgehängt, außerdem kommen Plakate und Flyer zum Einsatz, auf denen die motorisierten Verkehrsteilnehmer zur Rücksichtnahme aufgefordert werden. Nach Angaben der Landesverkehrswacht wurden in NRW im Jahr 2014 bei Schulwegunfällen

1.098 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen sechs und 14 Jahren verletzt, zwei starben. Dies zeigt, dass die Aktion weiter wichtig ist, zumal nach Angaben der Kreispolizeibehörde auch im Kreis Olpe im vergangenen Jahr 40 Kinder bei Unfällen im Straßenverkehr verletzt wurden.

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