rivius2Unter diesem Motto stehen die Veranstaltungen zum 500 jährigen Jubiläum des Rivius-Gymnasiums. Ein erster Höhepunkt war das VielHarmonische Festkonzert vergangenen Mittwoch in der Stadthalle: Große und Kleine VielHarmonie, die Klassenorchester 5 und 6 und ein aus den Instrumentalisten und Kollegen gebildeter Chor hatten zu einer „Zeitreise“ eingeladen.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Schulleiter Rudolf Hermanns übernahmen Julia Muhr und Cemile Olmus die Aufgabe, das Publikum durch das Programm zu führen, die ein oder andere Erklärung zu den Stücken zu geben und die passenden Zusammenhänge zu erläutern.

Einen gelungenen Start legte dann das Klassenorchester 6 hin. Einem sehr pompösen „Prince of Denmark´s March folgten die Mini Nachtmusik, gestrichen und gezupft, letzteres mit großer Präzision und beachtlich klangvoll. Die Themen aus der „Muppet Show“ und aus „Fluch der Karribik“ zeigten unter Leitung von Matthias Brenne ein hochmotiviertes Orchester mit großer Spielfreude auf erstaunlichem Niveau.

Mit „Das Lidl fun goldenem Land“ ein Klezmer-Lied und dem Israelischen Volkslied sowie dem Friedenslied „Hevenu Shalom Alechem“ verabschiedeten sich drei der zehn Abiturienten musikalisch vom Orchester. Annika Martin (Flöte), Jasmin Laufenberg (Violoncello) und Charlotte Sonneborn (Klavier) hatten sich nach einem Besuch in Auschwitz zu diesen Beiträgen entschieden und motivierten das Publikum mit ihrem engagierten Musizieren zum Mitsingen bei dem zweiten Lied.
Für die Fünftklässler nach jetzt fast einem Jahr Klassenorchesterunterricht standen „That´s how it goes“, „Open String Samba“ und „Time attack“ auf dem Programm, Titel, die bei den älteren Schülern Erinnerungen wach riefen, hatten viele ihre Streicherlaufbahn auch mit diesen Stücken begonnen. Endlich auch den Bogen benutzen zu dürfen erfüllte die kleinen Musiker mit großem Stolz und es gelang ihnen ein in allen Belangen beachtliche Darbietung.
Die Streicher aus der „Großen VielHarmonie“ mit dem Abiturienten Dennis Poggel (Violine) als Solisten näherten sich nochmals der jüngeren deutschen Geschichte: John Williams „ Drei Themen aus ´Schindler´s Liste´ “ erzeugten in ihrer Tiefsinnigkeit und sensiblen Interpretation auch im Publikum starke Gefühle!

rivius1Danach gehörte die Bühne ganz dem großen Orchester, anläßlich des Schuljubiläums einem Zusammenschluss aus großer und kleiner VielHarmonie, immerhin insgesamt rund 80 Musikerinnen und Musikern, unter der Leitung von Gisela Brenne.
Den Auftakt bildete das Klanggemälde „Chariots of fire“ von Vangelis, der Hymne von den Olympischen Spielen in London, ganz zerbrechlich beginnend mit einer riesigen Steigerung bis zum Finale, ein wahrer Ohrenschmaus! Es folgte als Kontrast und in der Geschichte nach hinten gehend Johann Strauß und die Ouvertüre zu seiner Operette „Die Fledermaus“, schnelle Walzer und die Lust am Leben, viel Temperament, all das wurde in einem sehr farbenprächtigen Musizieren gekonnt in Szene gesetzt, bevor „Der Marsch aus Tannhäuser“ (R. Wagner) die Musiker mit einer Trompetenfanfare am Beginn zu fast militärischer Disziplin rief, wobei neben dem stark Rhythmischen die schönen Melodien in keinster Weise zu kurz kamen, im Gegenteil, es reizte fast schon zum schwelgerischen Mitsingen!
Die beiden letzten Stücke des Programms führten in die Jahre vor unsere Zeitrechnung: Hans Zimmer´s Filmmusik zu „Gladiator“ erweckte diese kraftvollen Kämpfer in einer wirkungsvollen Komposition wieder bis zu einer akkustischem Battle. Hochkonzentriert und mit beeindruckendem Klangvolumen musizierte das von seiner Leiterin energisch geforderte Orchester. „Jurassic Park“, – die Filmmusik von John Williams hatten sich die Großen als Schlussstück ausgesucht. Nachdem es im Saal vollständig ruhig geworden war – Gisela Brenne hatte das deutlich eingefordert – begann das Stück unheimlich spannend mit großem Gedonner und anschließenden Pianissimo-Akkorden des gesamten Orchesters. Ein berauschendes Klanggemälde aus den besten Melodien des Filmes entstand über fast 10 Minuten und führte am Schluss zu einem hochdramatischen Ende. Das Publikum honorierte diese tolle Leistung mit tosendem Beifall.

Der Dank der Orchesterleiterin Gisela Brenne ging an die beiden hervorragenden Moderatorinnen, die im Orchester mitspielenden Eltern und Ehemaligen, an die Firma Muhr für ihre immer wieder geleistete logistische Unterstützung und an ihren Mann, der ihr bei all den zu leistenden Arbeiten immer wieder hilfreich zu Seite steht.
Als Zugabe gab es einen ganz besonderen Bonbon: Ernst Toch´s Sprechstück „Topographische Suite“ mit einem Text von Jasmin Laufenberg: „Rivius, das sind fünfhundert Jahre, das sind grünweisse Farben, Herz der Stadt an der Bigge, das Alte, das Neue, das gelbe Gebäude, ja das ist das Rivius…“ – ein gelungener Spruch für Start in das Jubiläum des Attendorner Rivius-Gymnasiums!

Ein paar Informationen zu diesen Formationen:
1997 entstand das KlassenorchesterStreicher am Rivius-Gymnasium als Kooperation zwischen der damaligen Musikschule Attendorn-Finnentrop und dem städtischen Rivius Gymnasium. Im Klassenverband wird Streicherunterrricht auf Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass erteilt.
Anläßlich des 25jährigen Bestehens der Musikschule Attendorn-Finnentrop wurde als Struktur ein kontinuierlicher Aufbau vereinbart, beginnend mit den 2 Jahren Klassenorchester, daran anschließend einem Vororchester, der „Kleinen Vielharmonie“ und der sinfonisch besetzten „Großen VielHarmonie“

Das Orchester ist aus kleinsten Anfängen 1997 zu dem heutigen sinfonischen Klangkörper gewachsen. Jährlich werden mindestens zwei Konzerte veranstaltet. Das Adventskonzert und das Sommerkonzert. Weitere große Ereignisse waren ein Konzert in den Hoesch-Hallen, die Teilnahme bei der Landesgartenschau in Hemer, sowie die Teilnahme beim Jugendkulturfestival des Kreises in Meggen.

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