Jörg Hamel vom Handelsverband in Köln (Bildmitte, rechts neben Matthias Heider) stellte den Bürgermeistern und Landräten eine Studie zur Entwicklung des Einzelhandels vor.
Jörg Hamel vom Handelsverband in Köln (Bildmitte, rechts neben Matthias Heider) stellte den Bürgermeistern und Landräten eine Studie zur Entwicklung des Einzelhandels vor.

Leere Ladenlokale, Discountketten – nicht, das, was sich der typische Einkäufer von den Geschäften in einer Innenstadt wünscht. Gewünscht sind dagegen inhabergeführte Geschäfte mit persönlicher Atmosphäre. Das berichtete Jörg Hamel, Geschäftsführer des Handelsverbandes in Köln, bei der diesjährigen Konferenz der Bürgermeister und Landräte, organisiert von CDU MdB Dr. Matthias Heider. Wachsender Druck auf den Einzelhandel entstehe besonders durch das stark wachsende Online-Geschäft.

Hamel, der im Rahmen der Konferenz eine Studie zur Entwicklung des Einzelhandels vorstellte, skizzierte die Herausforderungen, vor denen die Händler stehen: „Wir gehen davon aus, dass bis 2020 rund 50.000 Einzelhändler aus dem Markt ausscheiden.“

Der Experte widerlegte die weitverbreitete Ansicht, dass sich Kunden im Laden informieren, um später ein Produkt zu kaufen: „Das Gegenteil ist der Fall“, unterstrich Jörg Hamel. Aus seiner Sicht werde es aber für Händler schwierig, wenn sie sich gar nicht mit dem Internet befassen. „Der Händler muss im Internet zu finden sein. Und wenn ich auf seiner Homepage nur die Öffnungszeiten erfahre und weiß, welche Produkte er im Angebot hat.“

Wichtig sei es auch für Städte und Gemeinden, bestehende Strukturen eventuell zu überdenken, um eine Kommune als Einzelhandelsstandort attraktiv zu halten. Ein richtiger Weg kann dabei das von der Stadt Attendorn geplante Webkaufhaus sein, glaubt Jörg Hamel: „Die Stadt Wuppertal hat mit einer solchen Idee sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Für Matthias Heider zeigte der Vortrag, wie wichtig die richtigen Rahmenbedingungen für einen gut funktionierenden Einzelhandel sind. „Wir müssen sowohl auf Bundesebene als auch in den Städten und Gemeinden an den richtigen Akzenten arbeiten, damit wir unsere lebendigen Innenstädte erhalten “, so das Fazit des CDU-Politikers. Gemeinsam mit weiteren Abgeordneten aus der CDU/CSU Fraktion diskutiert Heider in Berlin derzeit Ansätze, wie sich der Einzelhandel im derzeitigen Strukturwandel bestmöglich positionieren könne. „Es muss ein Miteinander von stationärem und Onlinehandel geben“, sagte Heider.

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